Schiffbau-Branche fordert klare Signale von der Politik 16.03.2026, 15:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Gut sechs Wochen vor der 14. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Emden haben der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und die IG Metall Küste die Notwendigkeit von konkreten industriepolitischen Weichenstellungen angemahnt. Die maritime Industrie sei strategisch relevant unter anderem für Sicherheit, Energieversorgung und den Klimaschutz, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, in Hamburg. Jetzt sei der Moment, diese Stärke in eine langfristige politische Strategie zu übersetzen.

Eckpunkte für einen Aktionsplan liegen vor

Der VSM hat bereits vor Monaten mit Partnern wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) und der IG Metall Eckpunktepapiere für einen Aktionsplan Maritime Industrie vorgelegt. Sie dienen den Angaben zufolge der Zuarbeit zur Emdener NMK am 29. und 30. April.

"Ich gebe gerne zu, nach der letzten NMK in Bremen war ich ziemlich frustriert", sagte Friedrich. Bestenfalls Feinschmecker hätten da bei den Ergebnissen Unterschiede zu Positionspapieren aus den vergangenen 20 Jahren erkannt. Dabei habe es gerade im Bereich Marine schon die Erwartung gegeben, "dass die Politik noch mal sehr deutlich ein Signal setzt, was man gemeinsam machen will". Doch da habe der Schulterschluss gefehlt. "Das ist das, was in Emden geschehen muss", sagte Friedrich.

Lüken: Die Konferenz in Emden wird anders sein

VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken sagte, am Ende der Konferenz in Emden müsse klar sein, wohin die Reise gehe. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch: "Die NMK in Emden wird anders als die letzte, da werden wir nicht mit leeren Händen dastehen." Schließlich gebe es bereits jetzt Bewegung. Er verwies etwa auf die noch vor der NMK anstehende Debatte im Deutschen Bundestag. "Da erhoffen wir uns natürlich, dass auch die Damen und Herren Abgeordneten dort noch mal als Taktgeber funktionieren."

Die aktuelle Lage der Werften bezeichnete Lüken als hervorragend. Konkrete Zahlen lägen zwar noch nicht vor, "aber die Auslastung ist wirklich überall hoch und die Standorte, die in den vergangenen Jahren auch im Rahmen der Corona-Zeit zu Sorgenkindern wurden, (...) die haben jetzt eigentlich allesamt wieder eine sehr starke Perspektive mit einer guten Führung in Flensburg, in Stralsund, in Wismar, in Rostock". Und auch die über ganz Deutschland verteilten rund 3.000 Unternehmen der Schiffbauindustrie erlebten eine hohe Nachfrage. "Die Konjunkturlage ist sehr gut", sagte Lüken.

Europäische Maritime Industriestrategie mit Luft nach oben

Die zuletzt von der EU-Kommission vorgelegte Europäische Maritime Industriestrategie hat nach Lükens Ansicht noch Luft nach oben. Es sei anerkennenswert, dass Brüssel sich überhaupt geäußert habe und die strategische Dimension der Branche anerkenne. "Das letzte Mal war 2013 und auch das war eigentlich nur eine wieder aufgewärmte Geschichte aus 2003." Letztlich sei die Strategie aber doch mit großer Zurückhaltung diskutiert und auch runtergedimmt worden. "Insgesamt (...) enthält die Strategie viele, viele Detailelemente. Vieles davon war bekannt, einiges war auch schon längst aufgesetzt", sagte Lüken.

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