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SPD-Frauen fordern Familienstartzeit 15.09.2026, 12:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Als Reaktion auf Pläne von Familienministerin Karin Prien (CDU) zum Elterngeld fordern die SPD-Frauen eine Familienstartzeit. Partnerinnen oder Partner sollten demnach nach der Geburt eines Kindes vier Wochen lang bei vollem Lohnausgleich von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden. Das geht aus einem Antrag der SPD Frauen hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den der "Spiegel" zuerst berichtet hatte. Finanziert werden soll die Familienstartzeit von den Arbeitgebern.

"Diese Familienstartzeit würde für Entlastungen im Elterngeld sorgen und Kürzungen im Elterngeld verhindern", so die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in ihrem Antrag an den SPD-Vorstand. "Die vorgeschlagenen Kürzungen von Ministerin Prien sind ein gleichstellungspolitischer Rückschritt."

Geplante Elterngeld-Änderungen

Nach einem Gesetzentwurf von Familienministerin Prien soll das Elterngeld nur noch zwölf statt 14 Monate gezahlt werden - und auch nur dann, wenn beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate zu Hause bleiben. Sechs weitere Monate können die Eltern flexibel untereinander aufteilen. Mindest- und Höchstbetrag sollen steigen.

Die Regelungen sollen für Kinder gelten, die nach dem 1. November 2027 geboren werden, hieß es damals. Bisher wird Elterngeld bis zu 14 Monate gezahlt, wenn jeder Elternteil mindestens zwei Monate Betreuungszeit übernimmt.

Vorschlag mit Vorgeschichte

Bereits in ihrem Wahlprogramm zur jüngsten Bundestagswahl hatte die SPD eine Familienstartzeit gefordert. Zuvor war die Ampelregierung mit einem solchen Projekt wegen ihres vorzeitigen Bruchs gescheitert. Den Partnerinnen und Partnern von Müttern sollte ermöglicht werden, sich direkt nach der Geburt eines Kindes zehn Tage bei vollem Lohnausgleich von der Arbeit freistellen zu lassen.

Carmen Wegge, eine der Vorsitzenden der SPD Frauen und Bundestagsabgeordnete, sagte: "Für eine solche Familienstartzeit setzen wir uns schon lange ein. Jetzt würde die Einführung einer Familienstartzeit zudem verhindern, dass es zu Änderungen und Kürzungen im Elterngeld kommen würde." Einsparungen auf dem Rücken der Frauen lehnten die SPD-Frauen ab.

Arbeitgeber sollen Umlage zahlen

Nach Vorstellung der SPD Frauen soll die Leistung - wie die heutigen Mutterschaftsleistungen - über "das arbeitgebersolidarisch finanzierte U2-Verfahren" finanziert werden. Dabei werden dem Arbeitgeber seine Aufwendungen ersetzt. Finanziert wird die Umlage durch Beiträge aller Arbeitgeber.

Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müsste dafür im Schnitt gut 400 Euro pro Monat in die Umlage einzahlen, sagte der SPD-Haushalts- und Familienpolitiker Felix Döring. "Zeigen Sie mir ein Unternehmen in der Größenordnung, das davon überfordert wäre."

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