Studie

Ostdeutsche Hochschulen führen bei Patentanmeldungen 28.04.2026, 13:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Hochschulen in Ostdeutschland melden einer Studie zufolge deutlich mehr Patente an als ihre Pendants im Westen. Wie aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, kommen ostdeutsche Hochschulen auf 3,9 Patentanmeldungen je 1.000 Studierende - mehr als doppelt so viele wie westdeutsche Einrichtungen mit 1,8.

Sachsen und Thüringen führen Bundesländer-Ranking an

Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Sachsen mit 5,4 Patenten pro 1.000 Studierende, gefolgt von Thüringen mit 4,7. Auf Platz drei liegt Baden-Württemberg mit 3,3 Patenten - als einziges westdeutsches Bundesland unter den Top vier. Dahinter folgt Sachsen-Anhalt mit 2,7. Schlusslichter sind Berlin und Nordrhein-Westfalen mit jeweils gut einem Patent pro 1.000 Studierende. Der Bundesdurchschnitt liegt bei zwei.

Freiberg und Ilmenau bei Pro-Kopf-Werten vorn

Auch im Vergleich einzelner Hochschulen liegen ostdeutsche Einrichtungen vorn: Die Technische Universität Bergakademie Freiberg erreicht rund 24 Patente je 1.000 Studierende, gefolgt von der Technischen Universität Ilmenau mit etwa 18.

TU Dresden führt bei Gesamtzahl der Patente

In absoluten Zahlen bleibt jedoch die Technische Universität Dresden führend. Sie kommt im untersuchten Zeitraum auf rund 300 Patentanmeldungen und liegt damit vor der Technischen Universität München und der RWTH Aachen.

Kooperationen spielen große Rolle

"Wer heute ein Patent anmeldet, bringt häufig morgen ein neues Produkt auf den Markt", sagte IW-Experte Oliver Koppel. Für Unternehmen seien Hochschulen damit wichtige Ideenschmieden. Fast jedes dritte Hochschulpatent entsteht demnach in Kooperation.

Die Untersuchung basiert auf Patentanmeldungen der Jahre 2018 bis 2022 mit Deutschland-Bezug. Die Autoren weisen darauf hin, dass Patente nur einen Teil der Innovationsleistung abbilden und technisch ausgerichtete sowie kleinere Hochschulen dabei im Vorteil sind. Die Ergebnisse erlaubten daher nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die Innovationskraft ganzer Regionen.

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