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Türkische Justiz weitet Untersuchungen nach Manipulationsskandal aus 30.09.2026, 16:20 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die türkische Justiz weitet Ermittlungen gegen zahlreiche Personen aus, nachdem ein Manipulationsskandal an der Börse Mitte September das Land erschüttert hatte. Justizminister Akin Gürlek teilte auf der Plattform X mit, insgesamt seien gegen 217 Verdächtige Durchsuchungs-, Beschlagnahme- und Fahndungsbefehle erlassen worden. Zuvor waren bereits Führungskräfte von Investmentfirmen verhaftet worden.

Gürlek erklärte, der Umfang der neusten Ermittlungen beschränke sich nicht nur auf die aktuellen Fonds und Verdächtigen, auch Kursbewegungen bei 26 verdächtigen Aktien würden eingehend untersucht.

Geschädigte in Sorge

Von der Krise sind der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mehr als 455.000 Investoren betroffen, darunter viele Kleinanleger. Wegen der massiven Inflation in der Türkei investieren viele Menschen ihr Erspartes in Aktiengeschäften, in der Hoffnung, es so gegen den Werteverlust zu schützen. Die Betroffenen berichten lokalen Medien zufolge von großer Verunsicherung ob ihrer Ersparnisse. Die Opposition lud einige der Geschädigten ins Parlament ein und fordert staatliche Entschädigungen.

Stellvertretende AKP-Parteivorsitzende zurückgetreten

Nachdem die stellvertretende AKP-Parteivorsitzende und ehemalige Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya bereits von ihrem Posten zurückgetreten war, ordnete laut Anadolu die Generalstaatsanwaltschaft an, das Vermögen der Politikerin und ihres Mannes einzufrieren.

Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am Dienstag nach einer Versammlung von AKP-Provinzvorsitzenden, mit jenen, die nach dem Eigentum des Staates und des Volkes greifen, wolle und könne die Partei nichts zu tun haben. Zuvor hatte die Opposition Kaya kritisiert, in den Finanzskandal verwickelt gewesen zu sein und Gewinne in Milliardenhöhe erzielt zu haben.

Gremium mit koordinierter Fond-Auflösung beauftragt

Erdogan erklärte zudem, ein vom Vizepräsident geleiteter Ausschuss sei mit umfassenden Befugnissen ausgestattet worden, der die Auflösung der Fonds koordinieren werde. Er kündigte an, Mängel würden behoben und das System effizienter gestaltet werden.

Die Krise um Investmentfonds erschüttert die Türkei seit Mitte September. Die türkische Kapitalmarkbehörde SPK liquidierte Anadolu zufolge 131 Investmentfonds, in denen laut Medienberichten Vermögenswerte in Milliardenhöhe gebunden waren. Die türkischen Behörden ermitteln, ob die Fondsbewertungen künstlich aufgebläht wurden.

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