Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mit Qualität auf der Schiene unzufrieden 19.03.2026, 06:33 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die marode Infrastruktur der Deutschen Bahn sorgt auch in Berlin und Brandenburg zunehmend für Verspätungen - und Frust nicht nur bei den Fahrgästen. "Wir sind grundsätzlich mit der vorhandenen Qualität gegenwärtig nicht zufrieden", sagt Patrick Schardien aus der Abteilung Qualitätsmanagement des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). "Wir versuchen Dinge, die in unserer Hand liegen, zu verbessern. Aber alles, was die große Planung betrifft und wo wir auf die Infrastruktur angewiesen sind, da haben wir große Probleme und da sind wir nicht zufrieden."

Ein zentrales Problem seien aktuell die Anschlüsse. "Bei uns fahren zu oft Anschlüsse knapp davon - so, dass die Menschen den Anschlusszug noch abfahren sehen. Das darf einfach nicht sein", sagte Schardien der dpa. Die Züge könnten durchaus mal einige Minuten aufeinander warten. Man sei dazu mit den drei Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio, Odeg und NEB in intensivem Austausch.

Mischverkehr laut VBB ein großes Problem

Im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeit im Zugverkehr in Berlin und Brandenburg dem VBB zufolge bei lediglich 84,4 Prozent - und damit noch mal etwas unter dem Wert von 2024 (85,0 Prozent). Besonders bemerkenswert sind dabei die Werte der wichtigen Linien RE4 (Stendal-Falkenberg, 73,0 Prozent), RE7 (Dessau-Senftenberg, 73,3 Prozent), RE2 (Nauen-Cottbus, 76,9 Prozent) und RE1 (Frankfurt (Oder)-Magdeburg, 81,9 Prozent).

Als Hauptursache für unpünktliche Züge hat der VBB den Mischverkehr ausgemacht - also dass der Fernverkehr dieselben Strecken nutzt wie der Regionalverkehr. "Da rollt ein verspäteter Fernverkehrszug Richtung Berlin, für den müssen dann Regionalzüge an den Rand fahren und sich überholen lassen - und dann haben die auch Verspätung", erklärt VBB-Experte Schardien.

Besonders kritisch ist die Lage derzeit auf der Anhalter Bahn, auf der Züge von München kommend Richtung Berlin fahren. "Hier bringen die Fernverkehrszüge viel Verspätung aus der langen Fahrt mit, treffen auf die dicht belegte Strecke, haben aber Vorrang vor dem langsameren Verkehr", sagt Schardien. Ähnlich läuft es demnach auf der Lehrter Bahn, die von Berlin Richtung Hannover führt.

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