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Wadephul an Lawrow

Weg der Eskalation verlassen 27.09.2026, 11:54 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Außenminister Johann Wadephul hat Russland beim Treffen mit seinem Kollegen Sergej Lawrow aufgefordert, "den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen". Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen machte der CDU-Politiker zugleich deutlich, dass jederzeit die Möglichkeit einer Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis beider Regierungen bestehe.

Dies setze jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung voraus, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken, sagte Wadephul demnach. Wadephul und Lawrow hatten sich überraschend am Rande der UN-Vollversammlung in New York zu einem gut 20-minütigen Gespräch getroffen.

Nachdem die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, laut Nachrichtenagentur Tass erklärt hatte, die deutsche Seite habe um das Treffen gebeten, war am Rande des UN-Treffens eine andere Version zu hören. Lawrow habe der deutschen Seite - übermittelt durch dritte Staaten - Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die deutsche Seite sei darauf zurückgekommen und Wadephul habe erstmals in ein Treffen eingewilligt.

Vorfall mit Sprengstoffdrohne in Leipzig Thema

Wadephul machte nach Angaben aus Delegationskreisen auch klar, dass Vorfälle "wie der kürzliche Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe" Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der vor mehr als viereinhalb Jahren von Russland angegriffenen Ukraine nicht erschüttern würden. Sie würden jedoch das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Deutschland weiter beeinträchtigen.

Die Bundesregierung macht Russland für den Vorfall mit einer nicht explodierten Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Moskau weist im Gegenzug jede Verantwortung in diesem Zusammenhang zurück.

Wadephul fordert Lösung für Getreideexport über Schwarzes Meer

Wadephul verurteilte nach diesen Angaben auch die "anhaltende, immer zielgerichtetere russische Aggression" gegen die ukrainische Zivilbevölkerung. Er forderte einen Rückzug russischer Truppen und einen dauerhaften Waffenstillstand. Die Ukraine habe ihre Bereitschaft zu Verhandlungen unzählige Male erklärt, Deutschland stehe bereit, diesen Weg auch weiterhin zu unterstützen.

Der Bundesaußenminister forderte Russland auch auf, alle Möglichkeiten zu ergreifen, zu einer Vereinbarung über Getreideexporte durch das Schwarze Meer zu gelangen. Angesichts der Nahrungsmittelknappheit in vielen Ländern, besonders im Globalen Süden, müssten alle Seiten bereit sein, sich konstruktiv einzubringen. Die Möglichkeiten der Ukraine, große Teile der Getreideernte wie in Friedenszeiten üblich über das Schwarze Meer zu exportieren, werden durch die russische Bedrohung nahezu unmöglich gemacht.

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