Was Menschen im Iran über die Waffenruhe denken 08.04.2026, 10:49 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach mehr als fünf Wochen Krieg haben die Nachrichten über eine vorläufige Waffenruhe im Iran gemischte Gefühle ausgelöst. Das Ende der Angriffe sorgt etwa für Freude, Erleichterung, Wut und neue Zukunftssorgen. Stimmen aus der Hauptstadt Teheran:

Hadi (33) ist Lehrer in der Hauptstadt Teheran. Er glaubt, Trump habe in den vergangenen Tagen nach einem Ausweg aus dem Krieg gesucht. Auch die iranische Führung sei seiner Meinung nach nicht mehr in der Lage gewesen, den Krieg weiterzuführen. "Meiner Meinung nach hat sich nichts geändert. Politisch ist das System geblieben", sagt er. Große Verlierer seien die arme und die Mittelschicht im Iran. "Die Menschen im Iran müssen die Kosten dieses Krieges bezahlen", fürchtet er. "Die Regierung wird nun, mit der Illusion einer Niederlage der USA, härter mit den Menschen umgehen."

Mehrdad (28) ist erleichtert. "Beide Seiten sind wohl kriegsmüde geworden", sagt er. Er hofft, dass in den kommenden Verhandlungen zwischen Teheran und Washington die harten internationalen Sanktionen aufgehoben werden. "Damit wäre ich zufrieden", sagt der Mann, der als Buchhalter arbeitet. "Das wäre besser für die Gesellschaft als ein Machtwechsel."

Fariba (22) sieht die Waffenruhe mit gemischten Gefühlen. "Einerseits bin ich glücklich", sagt die Studentin. Sie sei froh, dass die umfassende, von US-Präsident Donald Trump angedrohte Zerstörung von Infrastruktur ausgeblieben sei. "Aber jetzt müssen wir auf die wiederholten und erfolglosen Verhandlungen zwischen Iran und den USA in den letzten Jahren schauen", warnt sie. "Wenn das System seine politische Haltung nicht ändert, könnten wir vielleicht schon in zwei Wochen stärkere Angriffe erleben."

Auch Mohammed (38) sieht sich in einem Zwiespalt. "Ehrlich gesagt wollte ich, dass der Krieg schnell endet", sagt er. Gleichzeitig fürchtet Mohammed neue Repressionen durch den Staat, "sogar schlimmer und härter als zuvor". Die Waffenruhe ist seiner Meinung nach fragil. "Die Stärke Irans in diesem Krieg lag im Schließen der Straße von Hormus", sagt der Mann, der im Medienbereich arbeitet. "Man muss sehen, wie die Verhandlungen weiter verlaufen." Wirtschaftlich sei das Land in einer schlechten Lage.

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