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Dax steht mit Nahost-Eskalation vor neuen Herausforderungen 13.06.2025, 14:17 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Eskalation der Krise im Nahen Osten sowie die anhaltenden Unsicherheiten über die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump könnten dem Dax in der neuen Woche weiter zusetzen. Zudem steht der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed auf der Agenda.

Die Lage im Nahen Osten nach den jüngsten israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen sei alarmierend und "dürfte viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt haben", schreibt Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Wer auf der Suche nach einem Vorwand zum Verkauf von Aktien gewesen sei, werde nun aktiv.

Für Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets ist "die alles entscheidende Frage", wann und wie der Iran zurückschlägt und ob aus dem israelischen Präventivschlag ein neuer Krieg und damit endgültig ein Flächenbrand in der Region resultiert. Irans Außenminister jedenfalls wertete den israelischen Großangriff auf sein Land bereits als Kriegserklärung. Israel habe damit alle roten Linien überschritten, sagte Abbas Araghtschi laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Mark Dowding, Anlagestratege bei RBC BlueBay Asset Management, glaubt, dass die Risiken durch die Lage im Nahen Osten sowie die generelle geopolitische Situation unterschätzt werden. Er ist zudem pessimistisch, was eine Einigung im Zollkonflikt zwischen den USA und der EU angeht. Am 9. Juli läuft eine von Trump gesetzte Frist für Verhandlungen ab. Zudem sind immer noch wenig Details über die jüngste teilweise Einigung im US-chinesischen Zollkonflikt bekannt. Der Markt habe auf mehr als die beschlossenen Erleichterungen bei Ausfuhren von sogenannten seltenen Erden aus China sowie Halbleitern und Flugzeugteilen aus den USA gehofft, erläuterte DZ-Bank-Analyst Sören Hettler.

Neue Höchststände sind für den deutschen Leitindex laut Stanzl wohl erst einmal nicht in Sicht. Anfang Juni erst hatte der Dax mit 24.479 Punkten eine weitere Bestmarke aufgestellt. Molnar zufolge hat das Börsenbarometer auf dem Weg nach unten schon einige charttechnische Unterstützungen durchbrochen. So notiert es inzwischen unterhalb der 21-Tage-Linie, die als kurzfristiger Trendindikator gilt. Die 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend sollte nun halten, um weitere Verluste zu verhindern.

Am Mittwoch nach Handelsschluss in Europa informiert die US-Notenbank über ihre weitere Geldpolitik. "Die Fed wird Donald Trumps Drängeln in Richtung der ersten Leitzinssenkung in diesem Jahr erneut nicht nachgeben", glaubt Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck. Denn obwohl die US-Inflation im Mai abermals unter den Markterwartungen gelegen habe, sei die zukünftige Inflationsentwicklung ungewiss. Im Rahmen ihrer jüngsten Zinssenkung hatte auch die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, nun wohl erst einmal eine Pause im geldpolitischen Lockerungszyklus einzulegen. Der Anstieg der Ölpreise im Zuge des Nahost-Konfliktes bringt nun zusätzliche Unsicherheit hinsichtlich der Verbraucherpreisentwicklung mit sich.

"Bis auf den nicht gerade detaillierten Handels-Deal mit Großbritannien lassen weitere echte Deals trotz aller Ankündigungen der US-Administration auf sich warten", betont Greil. "Damit fehlt der Fed weiterhin ein wesentlicher Mosaikstein, um den künftigen Inflationstrend wirklich einschätzen zu können." Greil hält auch eine Zinssenkung bei der Sitzung Ende Juli für unwahrscheinlich - "wahrscheinlich kommt sie erst bei der nächsten Sitzung im September". Das "Fed-Watch Tool" der Terminbörse CME spricht ebenfalls dafür, dass die US-Währungshüter den Leitzins an diesem Mittwoch noch nicht antasten werden.

Die chinesischen Einzelhandels- und Industrieproduktionsdaten am Montag dürften Aufschluss über die Verfassung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geben. Am Dienstag stehen entsprechende Daten aus den USA sowie der Zinsentscheid der Bank of Japan im Fokus. Nach dem Fed-Entscheid am Mittwoch folgen am Donnerstag Zinsentscheidungen in der Schweiz, Norwegen und Großbritannien. Der Freitag steht dann im Zeichen des Großen Verfallstags an den Terminbörsen.

Die Unternehmensagenda ist übersichtlich. Im Blick steht die Luftfahrtmesse "Paris Air Show", und für Dienstag sind Kapitalmarktveranstaltungen des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC ) sowie des US-Triebwerksbauers GE Aerospace angekündigt. Letzterer stand jüngst im Zusammenhang mit dem Absturz einer Boeing vom Typ 787 in Indien mit im Fokus. Die Unglücksursache ist aber noch unklar./gl/ajx/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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