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Dax weiter in schwierigem Fahrwasser - Fokus auf EZB und Iran 17.07.2026, 14:42 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Auch in der neuen Woche dürfte sich der Dax DE0008469008 in seiner Konsolidierung schwertun. "Klare Marktbewegungen sind kaum zu erwarten, es bleibt zäh", kommentierte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Während die Lage im Nahen Osten auf der Stimmung der Anleger lastet, könnten die Gewinnmitnahmen im Technologiesektor weitergehen. Ansonsten rollt auch hierzulande die Berichtssaison so richtig los und die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet über die Leitzinsen in der Eurozone.

"Die Märkte navigieren derzeit zwischen Unternehmenszahlen und geopolitischen Schlagzeilen, aber am Steuer sitzt der Nahost-Konflikt", schrieb Marktanalyst Timo Emden. Der Iran-Krieg bleibe das dominierende Risiko für die Finanzmärkte.

Zuletzt gingen gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran weiter. "Ohne einen Kompromiss könnte ein Krieg ohne klares Ende und ohne Ausweg drohen", mahnte Anlagestratege Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management. Derzeit scheine keine der beiden Seiten einen Grund zu sehen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Dowding fürchtet, dass der Konflikt in einem Schwebezustand verbleiben könnte, um dabei immer wieder aufzuflammen und dann abzuklingen. Die Ölpreise dürften daraufhin auf hohem Niveau verharren und die Inflation antreiben. Analyst Frank Sohlleder von Handelshaus ActivTrades verwies in diesem Zusammenhang auf die komplizierte Situation rund um die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus. Die USA scheiterten daran, die Meerenge verlässlich abzusichern. Diese Ohnmacht säe pure Unsicherheit auf dem Börsenparkett.

Auch der Europäische Zentralbank dürfte die Entwicklung in Nahost Kopfzerbrechen bereiten. "Sie bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Inflationsrisiken und Wachstumssorgen", fasste Alexander Raviol vom Vermögensverwalter Lupus Alpha zusammen. Im Juni habe die EZB die Zinsen angehoben, als eine Entspannung im Iran-Krieg greifbar schien. Doch nun sei der Konflikt zurück. "Höhere Energiepreise treiben die Inflation und würgen zugleich die ohnehin schwache Konjunktur weiter ab", ergänzte Raviol.

Bei der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag erwartet der Experte daher eine Zinspause. Spannend werde aber, ob EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Erwartung steigender Zinsen im September bestätigt oder sich bewusst Spielraum offen hält. Aus Sicht von Robert Greil von der Privatbank Merck Finck kommt die Europäische Zentralbank bei weiter steigenden Ölpreisen kaum um eine zweite Zinserhöhung in diesem Jahr herum. Er rechnet allerdings mit einer Stabilisierung der Preise in den kommenden Wochen und daher auch mit stabilen Leitzinsen.

Dabei bleibt neben den Ölpreisen auch die Entwicklung der Konjunktur im Fokus. Am Dienstag dürften also die ZEW-Konjunkturerwartungen Beachtung finden, am Freitag stehen neben dem deutschen Konsumklima auch vorläufige Einkaufsmanagerindizes für Juli auf der Agenda. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) gehen von einer leicht positiven Entwicklung aus. Den Indikator für das Verarbeitende Gewerbe sehen sie im langfristigen Aufwärtstrend oberhalb der Expansionsschwelle.

Zum entscheidenden Prüfstein wird laut Weberbank-Analyst Sören Wiedau aber die Berichtssaison der Unternehmen, besonders mit Blick auf Aktien rund um Künstliche Intelligenz (KI). "Die milliardenschweren KI-Investitionen müssen sich zunehmend in höheren Umsätzen, Margen und Gewinnen niederschlagen", schrieb Wiedau. Die großen Tech-Konzerne müssten ihre hohen Bewertungen nun rechtfertigen. Enttäuschende Quartalszahlen könnten Korrekturen auslösen.

Zuletzt waren KI-Profiteure nach ihrem guten Lauf weltweit erheblich unter Druck. "Gewinnmitnahmen kommen gerade in Mode", kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. Panik sei zwar nicht zu beobachten, aber eine zunehmende Verkaufsbereitschaft.

Consorsbank-Marktanalyst Jochen Stanzl warnte vor Ansteckungseffekten auf andere Aktien: "Je stärker die Kurse fallen, desto größer wird der Zwang, ausufernde Verluste bei Technologie-Aktien durch den Verkauf anderer Werte auszugleichen." Auch gute Unternehmensnachrichten seien jüngst ignoriert worden und hätten sich nicht als Rettungsanker erwiesen.

Zur Wochenmitte erwarten die Anleger Quartalsberichte der Google-Mutter Alphabet US02079K3059 und des Elektroautobauers Tesla US88160R1014 aus dem Technologiesektor. Die Resultate werden jeweils nach Börsenschluss in New York veröffentlicht.

Hierzulande legen mit der Deutschen Börse DE0005810055, dem Softwarekonzern SAP DE0007164600 und Volkswagen (VW) DE0007664039 im Wochenverlauf drei Dax-Konzerne Zahlen vor. Dazu gesellen sich einige Werte aus der zweiten und dritten Reihe wie der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631, der Bahntechnikkonzern Vossloh DE0007667107 und der Laserspezialist LPKF DE0006450000./niw/la/mis

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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