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Luft für deutsche Aktien könnte dünner werden 06.06.2025, 15:07 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der überlegenen Kursentwicklung in diesem Jahr werden viele Experten etwas vorsichtiger für den Dax . Es mehren sich die Stimmen, dass die Luft knapper für den deutschen Leitindex wird. Dieser hat im laufenden Jahr schon um 22 Prozent zugelegt hat und damit andere wichtige Indizes weltweit klar in den Schatten gestellt. Während der Dax sein Rekordhoch am Donnerstag auf fast 24.500 Punkte hochgeschraubt hat, kann der US-Leitindex Dow Jones Industrial in diesem Jahr noch nicht einmal Gewinne aufweisen.

"Der Dax ist seit einigen Monaten außer Rand und Band", schrieb am Freitag der DZ-Bank-Analyst Sören Hettler in einem Strategiepapier. Der Index bewege sich mittlerweile im "teuren" Bereich und berge daher zunehmende Rückschlagrisiken. Stolpersteine gebe es reichlich, allen voran ausgehend von der Politik des US-Präsidenten Donald Trump. Einen "bedeutenden Schönheitsmakel" sieht er auch in aktuellen Bewertungskennziffern.

Bank of America erneuerte am Freitag ihre Skepsis, ob sich die Stärke des Dax fortsetzen könne. Investmentstratege Sebastian Raedler wies darauf hin, dass die zyklische deutsche Wirtschaft besonders anfällig sei für ein sich abschwächendes globales Wachstum. Er bleibt gegenüber europäischen Aktien negativ eingestellt und rät bei deutschen Papieren zum Untergewichten. Die derzeit gezahlten Preise seien zu optimistisch.

Die neue Woche beginnt mit Pfingstmontag, an dem an der Frankfurter Börse gehandelt wird. Wie es weitergeht, darüber dürften die fortschreitenden Gespräche mit der US-Regierung über die Beseitigung von Zollschranken mitentscheiden. Die Hoffnung auf mögliche Einigungen galt zuletzt als Kurstreiber und generell schien es, als ob Anleger im Handeln von Trump eine Taktik ausmachten. Marktbeobachter benutzten zuletzt verstärkt die Abkürzung "TACO", die für "Trump Always Chickens Out" steht. Übersetzt drückt dies die Erwartung aus, dass der US-Präsident letztlich stets Rückzieher macht.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Donnerstag seinen Antrittsbesuch beim US-Präsidenten "unfallfrei" absolviert, hieß es von Helaba. Trump hatte ihn bei dessen Antrittsbesuch im Weißen Haus überraschend freundschaftlich empfangen. Merz sieht nach dem Besuch in Washington eine gute Basis für anstehende internationale Gipfeltreffen. In Handelsfragen sei eine engere Kooperation vereinbart worden.

Final erreicht ist damit aber noch nichts, genauso wie in den Gesprächen zwischen den USA und China. "Die Zuckungen von Donald Trump werden auch in Zukunft die Finanzmärkte bewegen", lautet daher die Befürchtung des Marktexperten Christian Apelt von der Helaba. "Nach Chaos und Panik im April hat sich zuletzt so etwas wie Wohlgefälligkeit breit gemacht", ergänzte sein Kollege Patrick Franke. Damit steige aber das Risiko von negativen Überraschungen und Rückschlägen.

Geldpolitisch dauert es wohl noch, bis Anleger neue Erkenntnisse bekommen. Seit Donnerstag ist bekannt, dass die EZB den Zinssenkungszyklus nach der achten Senkung seit Juni 2024 am Ende sieht. Das nächste Mal richtig spannend wird es am 18. Juni, wenn die Kollegen aus den USA am Zug sind. Indikationen für den Fed-Entscheid könnten am Mittwoch die aktuellen Zahlen zu den US-Verbraucherpreisen liefern. Ansonsten ist der Datenkalender in den kommenden Tagen dünn.

Robert Greil von Merck Finck sieht in der Inflation derzeit aber auch "nicht den springenden Punkt" für die Geldpolitik der Fed. Er rechnet mit einer weiterhin abwartenden Haltung der US-Währungshüter, da die geldpolitische Zukunft wohl mehr von der offenen Zollsituation abhänge. Greil verwies darauf, dass erst mehr Klarheit herrschen werde, wenn im Sommer die Übergangsfristen von US-Donald Trump ausgelaufen seien./tih/ag/he

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