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Gratis-Strom für E-Autos? Börse sieht neue Chancen 29.04.2026, 09:23 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Strompreise unter null Euro und zeitweise kostenloses Laden des Elektroautos: Solche Situationen treten in Deutschland inzwischen immer häufiger auf - und könnten nach Einschätzung der Energiebörse EEX künftig zum Alltag gehören. «Das ist kein Marktversagen oder irgend so was, ganz im Gegenteil, es ist ein gutes Preissignal, weil es Anreize für Flexibilität schafft», sagte EEX-Chef Peter Reitz bei der Präsentation der Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 in Leipzig.

Warum Strompreise ins Negative fallen

Hintergrund ist der wachsende Anteil von Wind- und Solarstrom. Wird an sonnigen oder windreichen Tagen mehr Strom produziert als verbraucht, sinken die Preise an der Börse stark - manchmal sogar ins Negative. Für viele Verbraucher macht sich das bisher allerdings nur begrenzt bemerkbar. Profitieren können vor allem Haushalte mit dynamischen Tarifen, bei denen sich der Strompreis direkt am Markt orientiert.

«Als Privatperson habe ich mich am letzten Wochenende wirklich gefreut, dass ich wieder mal mein Auto umsonst geladen habe und tatsächlich dafür noch bezahlt wurde», sagte Reitz.

Langfristig könnten davon mehr Verbraucher profitieren - etwa durch intelligente Tarife oder neue Technologien wie große Batteriespeicher, wie sie derzeit etwa im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt gebaut werden und Strom aus Wind und Sonne zwischenspeichern sollen. 

Wenn mehr Batteriespeicher gebaut werden, wird man laut Reitz «feststellen, dass es weniger negative Stunden geben wird». Gleichzeitig könnten die Preisschwankungen abnehmen und günstiger Strom häufiger genutzt werden. Entscheidend sei dabei das Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien und von Batteriespeichern.

EEX profitiert von mehr Handel

Die in Leipzig ansässige EEX organisiert den Handel mit Strom, Gas und CO2-Zertifikaten und gilt als größte Strombörse weltweit. Die Gruppe steigerte ihre Erlöse im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 737 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 17 Prozent auf 394 Millionen Euro zu. Treiber waren vor allem gestiegene Handelsvolumina - auch wegen größerer Unsicherheiten an den Energiemärkten.

Neue Produkte geplant

Für das laufende Jahr plant die Börse neue Strom-Futures, also Termingeschäfte zur Absicherung von Strompreisen, etwa in Belgien und Japan, sowie zusätzliche Laufzeiten im Gashandel. Zudem soll der Handel mit Emissionszertifikaten ausgeweitet werden.

© dpa-infocom, dpa:260429-930-8451/1

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