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Nach US-Zinsentscheid Blicke auf EZB gerichtet 30.04.2026, 05:23 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) richtet sich der Blick heute auf die Europäische Zentralbank. Steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges könnten die Inflation weiter anheizen und damit die EZB zum Handeln zwingen. 

Der EZB-Rat wird in der heutigen Sitzung nach überwiegender Einschätzung von Analysten noch keine Zinserhöhung beschließen. Stattdessen dürfte die Notenbank abwarten, bis mehr Daten zu den Kriegsfolgen vorliegen. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins dürfte bei 2,0 Prozent bleiben. Die Entscheidungen werden am Nachmittag (14.15 Uhr) bekanntgegeben.

An den Finanzmärkten war zuletzt die Erwartung gewachsen, dass die EZB im Jahresverlauf die Leitzinsen für den Euroraum erhöhen wird. Steigende Inflationsraten schmälern die Kaufkraft der Menschen. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Zugleich besteht aber die Gefahr, dass Zinserhöhungen die Wirtschaft im Euroraum belasten, die wegen des Iran-Krieges ohnehin unter Druck steht.

Fed hält derweil Leitzins stabil

Die Fed hatte sich am Mittwoch für die dritte Zinspause im laufenden Jahr entschieden. Elf der zwölf Mitglieder des Zentralbankrates stimmten für die Beibehaltung des Zinses bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Lediglich der Berater von US-Präsident Donald Trump, Stephen Miran, votierte wie bei den vorherigen Sitzungen für eine Senkung. Außergewöhnlich war, dass zudem drei Mitglieder sich gegen eine künftige Zinslockerung sträuben. Dies dürfte auch als demonstratives Zeichen gegen Trump gewertet werden, der seit Monaten auf Zinssenkungen pocht.

Die dritte Zinspause in diesem Jahr rückte angesichts einer Überraschung von Noch-Fed-Chef Jerome Powell in den Hintergrund: Dieser will auch nach dem planmäßigen Ende seiner Amtszeit Mitte Mai im Vorstand der US-Notenbank Federal Reserve bleiben. 

Die Fed soll unabhängig von der Politik über den Leitzins entscheiden und damit einen Kompromiss zwischen Teuerungsrate und möglichst starker Vollbeschäftigung finden. Das Problem derzeit: Lockert die Fed das Zinsniveau, dürfte das die Inflation zusätzlich anheizen – das will sie vermeiden. Zuletzt erhöhte die Notenbank ihre Erwartungen an die Teuerungsrate von 2,4 auf nun 2,7 Prozent im laufenden Jahr. Sie liegt damit deutlich über ihrem eigenen Zwei-Prozent-Ziel.

2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei ihren ersten beiden Sitzungen dieses Jahres legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage bei zeitgleich hoher Inflation rücken Zinssenkungen in weite Ferne.

© dpa-infocom, dpa:260430-930-13388/1

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