Anzeige
+++Hot Stock!: Zwei Ozeane, zwei Tiefsee-Projekte und die Offshore-Expertise, die Tiefseebergbau erfordert+++
Voigt

Gespräch über Simson-Sonderstatus mit der EU 12.07.2026, 03:01 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Thüringen startet nach Angaben von Ministerpräsident Mario Voigt einen neuen Anlauf, damit auch Reimporte von Simson-Mopeds mit Tempo 60 in Deutschland unterwegs sein können. «Wir sind da weiter dran», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Dabei gehe es um europarechtliche Fragen, die geklärt werden müssten. 

Ein Alleingang Deutschlands sei nicht möglich, um beispielsweise aus Ungarn oder anderen Ländern in Osteuropa reimportierten Simson-Mopeds einen Sonderstatus beim zugelassenen Tempo zu verschaffen. Thüringen werde das Thema bei einer geplanten Kabinett-Sitzung bei der EU in Brüssel Anfang September ansprechen, sagte Voigt. Er hoffe auf Verständnis bei Europapolitikern: «Die Situation ist allerdings schwierig.» 

Regelung im Einigungsvertrag nicht für Reimporte 

Bisher können die in der DDR-Zeit gebauten Gefährte mit Namen wie Schwalbe, Star, Sperber oder S50/51 mit Tempo 60 fahren, weil eine Sonderregelung im deutschen Einigungsvertrag das ermöglicht. Das gilt für Zweitakter, die bereits in der DDR zugelassen waren. 

Bei Simson-Reimporten ist das anders. Sie können wie andere Mopeds nur 45 Kilometer pro Stunde fahren. Hintergrund ist der rechtliche Rahmen, den die EU setzt. Danach sind 45 Kilometer pro Stunde europaweit für Kleinkrafträder festgesetzt. Das bedeutet, dass in der DDR in Suhl für den Export gebaute Mopeds bei der Wiedereinfuhr eigentlich nicht besser gestellt werden können als andere europäische Kleinkrafträder aus dieser Zeit. 

Mehr Angebot an Simson-Mopeds?

Voigt verwies außerdem auf Pläne von Investoren, in Thüringen eine Elektro-Variante zu bauen. Von einer E-Schwalbe sei die Rede. Derzeit gehe es unter anderem um Namens- und Lizenzrechte. Die Investoren hätten bei seinem Besuch in Indien in diesem Jahr zur Wirtschaftsdelegation gehört. Ihr Projekt sei auch dort auf Interesse gestoßen. 

Zehntausende Simson-Mopeds knattern noch über die Straßen, vor allem in Ostdeutschland. Ihre Ersatzteilversorgung ist nach Angaben verschiedener Anbieter auf Jahre gesichert. Viele Jugendliche vor allem in ländlichen Regionen fahren die Zweitakter - nicht nur wegen ihrer Vergangenheit in der DDR und ihres Designs, sondern weil sie Mobilität ermöglichen.

Reimporte auch von AfD thematisiert 

Die Landtage in Thüringen und Brandenburg haben sich mit Simson-Reimporten und ihrem Status bereits beschäftigt. Auch die AfD thematisiert das immer wieder. Der AfD wird vorgeworfen, den Simson-Kult vor allem bei jungen Leuten in Ostdeutschland für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Ein Nachfahre der jüdischen Familie Simson, auf die das Werk in Suhl zurückgeht, hatte sich kürzlich bei einem Besuch in Thüringen geschockt über die politische Vereinnahmung des Namens gezeigt. 

Durch Reimporte würde sich das Angebot erhöhen, Schwarzmarktpreise würden eingedämmt, meinen die Befürworter einer Sonderregelung. Die Produktion der Mopeds in Suhl ist seit langem eingestellt - das endgültige Aus für eine kleine Nachfolgeproduktion kam 2002.

© dpa-infocom, dpa:260712-930-371553/1

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer