Die Verstaatlichung von Uniper beginnt! Die Bundesregierung hat die Dringlichkeit der geplanten Verstaatlichung von Uniper betont. Die Kapitalerfordernisse des Konzerns hätten sich durch den Gasstopp aus Russland und die stark gestiegenen Gaspreise signifikant erhöht, heißt es. Unterdessen wird die Gasumlage wie geplant am 1. Oktober eingeführt. Im Zuge dessen fällt die Aktie um mehr als 30 Prozent.

Uniper verstaatlicht!

Der Bund kauft Unipers finnischem Großaktionär Fortum seine Beteiligung an dem Düsseldorfer Energieversorger für einen Bruchteil seines ursprünglich getätigten Investments ab. Der Staat zahle für Fortums Anteile 480 Millionen Euro, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Mittwochmorgen bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Damit verliert der finnische Konzern einen Großteil seines Investments. Dieses hat sich laut Habeck auf acht Milliarden Euro belaufen. Die Bundesregierung, Uniper und Fortum hatten sich zuvor auf eine weitgehende Verstaatlichung von Uniper verständigt. Dabei ist außerdem eine Kapitalerhöhung in Höhe von 8 Milliarden Euro vorgesehen. Anschließend wird der Bund etwa 98,5 Prozent der Anteile an Uniper besitzen. Derzeit hält Fortum knapp 78 Prozent an Uniper. Fortum selbst gehört zu knapp 51 Prozent dem finnischen Staat.

Weiterhin will der Bund die Kreditlinie von Fortum ablösen. Diese besteht aus einem Gesellschafterdarlehen in Höhe von vier Milliarden Euro sowie einer sogenannten Garantielinie in Höhe von ebenfalls vier Milliarden Euro. Die für die Verstaatlichung benötigten Gelder sollen von der staatlichen KfW-Bank kommen, sagte Habeck.

Schon im Juli hatten sich die Bundesregierung, Uniper und Fortum auf ein milliardenschweres Rettungspaket geeinigt. Es hatte bereits eine Minderheitsbeteiligung des Bundes vorgesehen. Ende August hatte der Konzern die beschlossenen Kreditlinien der KfW bereits auf 13 Milliarden Euro erweitert. Davon seien bislang 11 Milliarden Euro in Anspruch genommen, sagte Habeck am Mittwoch. Am 14. September hatte Uniper mitgeteilt, dass bei den Gesprächen über das Stabilisierungspaket auch eine Kapitalerhöhung geprüft werde, die zu einer „signifikanten Mehrheitsbeteiligung“ des Bundes an Uniper führen würde.

Gasumlage

Unterdessen kommt die Gasumlage wie geplant am 1. Oktober. Sie sei als Brücke notwendig, um die Finanzsolidität von Uniper sicherzustellen, sagte Habeck. Die Umsetzung der geplanten Verstaatlichung von Uniper dauere mindestens drei Monate. Ob die Umlage dann, wenn Uniper ein Staatsunternehmen sei, noch verfassungskonform erhoben werden könne, sei eine berechtigte Frage. Finanzverfassungsrechtliche Prüfungen dazu liefen auf Hochtouren.

Die Uniper Aktie

Die Papiere des schwer angeschlagenen Energiekonzerns Uniper verlieren am Mittwoch weitere 31,32 Prozent und geht damit auf 2,87 Euro runter. Der Kursverlust der Anteile des 2016 von E.ON abgespaltenen Unternehmens beläuft sich in diesem Jahr aktuell auf 92 Prozent.

Uniper Aktie

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Quelle: BörsenNEWS.de