Original-Research

q.beyond AG (von Montega AG): Kaufen 10.08.2026, 17:51 Uhr von EQS Research Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
q.beyond 3,36 EUR -6,67 % L&S Exchange

Original-Research: q.beyond AG - von Montega AG

10.08.2026 / 17:51 CET/CEST
Veröffentlichung einer Research, übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group.
Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw. Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.


Einstufung von Montega AG zu q.beyond AG

Unternehmen: q.beyond AG
ISIN: DE000A41YDG0
 
Anlass der Studie: Update
Empfehlung: Kaufen
seit: 10.08.2026
Kursziel: 5,50 EUR (zuvor: 6,00 EUR)
Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten
Letzte Ratingänderung: -
Analyst: Kai Kindermann

H1: q.beyond kündigt Transformationsprogramm zum Heben von KI-Effizienzen an - Einmalkosten belasten Jahresziele

q.beyond hat den Halbjahresbericht veröffentlicht und die Jahresprognose infolge einmaliger Transformationskosten sowie eines anspruchsvollen Wirtschaftsumfelds deutlich gesenkt.

[Tabelle]

Leichter Rückgang im zweiten Quartal: Der Konzernumsatz sank in Q2 um 3,1% yoy auf 43,0 Mio. EUR, während das Bruttoergebnis mit 8,4 Mio. EUR 3,5% unter dem Vorjahreswert lag. Damit zeigte sich ein insgesamt ähnliches Bild wie im ersten Quartal, bei dem einer verhaltenen Entwicklung im Managed-Services-Geschäft ein dynamischeres Consulting-Geschäft gegenübersteht. Das EBITDA lag aufgrund eines Einmaleffekts i.H.v. 0,9 Mio. EUR mit 1,6 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert.

Consulting mit starkem Ergebnisbeitrag: Der Umsatz im Consulting stieg um 5,3% yoy auf 16,0 Mio. EUR. Treiber waren insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage nach S/4HANA-Migrationen sowie Beratung und Implementierung von KI-Lösungen. Das Bruttoergebnis sprang auf 4,2 Mio. EUR (+85,0% yoy), was einer außergewöhnlich hohen Bruttomarge von 26,2% (Vj.: 15,0%) entspricht. Neben einer guten Auslastung und einem höheren Automatisierungsgrad profitierte das Segment auch von hochmargigen SAP-Provisionen. Dieses Lizenzgeschäft dürfte sich bis zum Support-Ende von ECC im Jahr 2030 noch wiederholen. Auch bereinigt um den Provisionsbeitrag lag die Bruttomarge laut Vorstand bei über 20%.

Managed Services unter Druck: Im Segment Managed Services sanken die Erlöse auf 27,0 Mio. EUR (-7,7% yoy). Neben der Investitionszurückhaltung im Mittelstand belastet der intensive Wettbewerb sowohl das Neugeschäft als auch die Preise im Bestandskundengeschäft. Zusätzlich wurde das Ergebnis durch Rückstellungen von 0,9 Mio. EUR für den Abbau von Kapazitäten in Deutschland belastet. Die entsprechenden Leistungen sollen künftig verstärkt durch Personal sowie KI-gestützte Tools im neu aufgebauten Servicecenter in Rumänien erbracht werden.

KI ermöglicht interne Effizienz und neue Geschäftsfelder: q.beyond hat nach eigenen Angaben bereits rund 300 interne Prozesse automatisiert, was einem Äquivalent von ca. 40 FTE entspricht. Zur Steigerung der Effizienz plant q.beyond rund 10% der Belegschaft in Deutschland abzubauen, wobei neben Kündigungen auch die normale Fluktuation und Renteneintritte berücksichtigt werden. Für die interne Prozessautomatisierung setzt q.beyond dabei auf Open-Source-Modelle, wodurch sich die laufenden Nutzungskosten begrenzen lassen und im Wesentlichen Rechenkapazität benötigt wird. Inklusive der bereits gebuchten Rückstellungen erwartet das Unternehmen 2026 nun Einmalkosten von 5,0 bis 6,0 Mio. EUR. Die daraus resultierenden Einsparungen sollen sich 2027 auf rund 7,0 Mio. EUR belaufen. U.E. stärkt der forcierte Einsatz von KI die Wettbewerbsfähigkeit in einem von zunehmendem Preis- und Effizienzdruck geprägten Markt. Gleichzeitig können die intern aufgebauten Kompetenzen perspektivisch als Beratungsleistung vermarktet werden. So soll bereits in Q3 die Vermarktung automatisierter Workflows auf Basis der n8n-Plattform starten.

Neue Guidance impliziert Rückgang auf Top- und Bottom-LIne: Laut der erfolgten Guidance-Anpassung erwartet q.beyond nun Umsätze von 176,0 - 180,0 Mio. EUR (zuvor: 182,0 - 190,0 Mio. EUR) sowie ein EBITDA von 3,0 - 7,0 Mio. EUR (zuvor: 10,0 - 16,0 Mio. EUR). Entsprechend prognostiziert der Vorstand auch ein negatives EBIT und einen negativen Free Cashflow für 2026. Ab 2025 seien wieder positive Werte für die beiden Kennzahlen zu erwarten.

Einstieg in den Gesundheitssektor über GITG-Mehrheitsübernahme: Ende Juli erwarb q.beyond 51% der Aktien am SAP-Healthcare-Spezialisten GITG AG mit knapp 40 Mitarbeitern und Standorten in Hamburg, Düren, Dresden und Zürich. Finanzkennzahlen wurden nicht kommuniziert. Wir prognostizieren einen Umsatz von 5,0 bis 10,0 Mio. EUR bei einer EBITDA-Marge gemäß q.beyonds M&A-Stragie von 10-15%. Im gestrigen Earnings Call nannte der Vorstand ein branchenübliches EBITDA-Multiple für ein Consulting-Geschäft mit eigener IP von 8-12x, was nach unseren Schätzungen einen Kaufpreis i.H.v. 4,0 - 6,0 Mio. EUR für den Mehrheitsanteil impliziert.  Strategisch relevant ist die Akquisition insbesondere vor dem Hintergrund, dass SAP mit dem Wartungsende von ECC bis spätestens 2030 auch den Support für die zugehörige Branchenlösung IS-H einstellen wird. Die Lösung für das Patienten- und Abrechnungsmanagement wird aktuell von mehr als 20% der Krankenhäuser in der DACH-Region genutzt. Mit GS-H verfügt GITG über eine proprietäre, auf S/4HANA basierende Nachfolgelösung, die das Datenmodell von IS-H übernimmt und Kunden damit eine deutlich einfachere Migration als bei einem Wechsel auf ein neues Krankenhausinformationssystem ermöglicht. Wir werten die Akquisition vor dem Hintergrund des strategischen Einstiegs in den Gesundheitssektor gemäß der Strategie 2028 positiv, da q.beyond mit seinen Kapazitäten die breite Einführung von GS-H unterstützen und gleichzeitig Cross-Selling-Potenziale bei den GITG-Kunden erschließen kann, auch wenn das Transaktionsmultiple signifikant über dem historischen Durchschnitt der QBY liegen dürfte.

Fazit: Die operative Entwicklung blieb etwas hinter unseren Erwartungen zurück und führte zu einer Guidance-Senkung, die über die Belastungen aus dem laufenden Transformationsprogramm hinausgeht. Gleichzeitig sehen wir weiterhin attraktives Marktpotenzial durch die zunehmende Orchestrierung von KI-Agenten und Workflows sowie die anhaltend hohe Nachfrage im SAP-Umfeld. Zudem dürfte die Aktie durch das in Kürze erwartete Rückkaufangebot gestützt werden. Wir bestätigen die Kaufempfehlung mit einem reduzierten Kursziel von 5,50 EUR (zuvor: 6,00 EUR). 



+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS / HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++
 
Über Montega:
 
Die Montega AG ist eine innovative Investment-Banking-Boutique mit klarem Fokus auf den Mittelstand und agiert als Plattformanbieter für den Austausch zwischen börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren. Montega erstellt hochwertiges Equity Research, veranstaltet vielfältige Kapitalmarktevents im In- und Ausland und bietet eine umfassende Unterstützung bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die Mission: Emittenten und Investoren zusammenbringen und für Transparenz im Börsenumfeld sorgen. Dabei konzentriert sich Montega auf jene Marktteilnehmer, deren Sprache die Mittelstandsexperten am besten beherrschen: Small- und MidCaps auf der einen sowie Vermögensverwalter, Family Offices und Investment-Boutiquen mit einem Anlagefokus im Nebenwertebereich auf der anderen Seite.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: Factsheet

Kontakt für Rückfragen:
Montega AG - Equity Research
Tel.: +49 (0)40 41111 37-80
Web: www.montega.de
E-Mail: info@montega.de
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