Banken-Tumulte: Darum leidet die Credit Suisse viel mehr als die Commerzbank-Aktie 12.03.2023, 08:00 Uhr von Aktienwelt360

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Commerzbank 34,82 EUR -3,06 % Lang & Schwarz

Aus den USA dringen heftige Nachrichten an die Finanzplätze in Zürich und Frankfurt. Nach dem Platzen der Kryptobörse FTX ging einige Wochen später die kryptofreundliche Silvergate Bank in Konkurs. Nun wurde die Silicon Valley Bank unter die Aufsicht eines kalifornischen Insolvenzverwalters gestellt.

Mitbewerber im Finanzbereich reagieren unterschiedlich auf die News. Mehrere amerikanische Finanzdienstleister verloren zweistellig, andere blieben weitgehend stabil. Auch in Europa bewegen sich die Kurse uneinheitlich. Während die Commerzbank (WKN: CBK100) weiterhin im Aufwärtstrend bleibt, erreicht die Credit Suisse (WKN: 876800) neue Tiefststände.


Chart bereitgestellt von aktien.guide. Vergleich der Aktienkurse von Commerzbank (blau) und Credit Suisse (rot) über 5 Jahre. Stand: 10.03.2023

Hier ist, was den Unterschied ausmacht.

Grund 1: Credit Suisse ist stark in den USA engagiert

Auch die Commerzbank hatte einst große Ambitionen im Investmentbanking. Nach der Fusion mit der Dresdner Bank war sie auf dem Sprung zu einem Big Player in diesem US-dominierten Geschäft. Dann kam die Finanzkrise und sie zog sich in der Folge in mehreren Schritten aus dem Bereich zurück.

Nach 2016 schrumpften die Aktivitäten auf ein Minimum. Heute beschränkt sich die Präsenz in den USA vor allem auf Finanzdienstleistungen für Importeure und Exporteure.

Ganz anders die Situation bei der Credit Suisse. Sie mischt noch fleißig mit bei den großen Deals, die manchmal viele Millionen Gewinn in die Kassen spülen, mit denen dicke Boni bezahlt werden können, und ein anderes Mal ins Desaster führen.

Wenn es jetzt in den risikoreicheren Investmentsegmenten Tumulte gibt, dann trifft es die Credit Suisse härter.

Grund 2: Der Umbau der Commerzbank ist weit vorangeschritten

Seit 2009 der Bund bei der Commerzbank eingestiegen ist, musste das Geldhaus konsequent Risiken abbauen. Gleichzeitig war sie gezwungen, sich neu aufstellen, um sich erfolgreich im Markt zu positionieren.

Mit ihrer vor einem Jahr vorgestellten Strategie 2024 kann sie auf einem festen Fundament aufbauen. Das Grobe ist abgeschlossen, jetzt geht es an die Feinarbeit, um die Kostenstrukturen weiter zu verbessern und den Mehrwert für Kunden zu steigern.

Ganz anders die Situation bei der Credit Suisse, die seit vielen Jahren ohne klare Linie agiert. Das neue Management schmiedete letztes Jahr hastig einen neuen Plan. Dabei ging es um harte Kosteneinschnitte, Kapitalerhöhungen und einschneidende Umbaumaßnahmen. Gleichzeitig soll das Vertrauen von Kunden und Partnern zurückgewonnen werden. Ein schwieriges Unterfangen.

Grund 3: Credit Suisse hat noch mehr Probleme

Die Commerzbank hat sich zuletzt wieder beliebt gemacht. Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner fühlt sich mit der staatlichen Beteiligung von über 15 % wohl. Er darf künftig mit steigenden Dividendenausschüttungen rechnen, soweit sich die Regierung nicht doch noch zum Verkauf entscheidet.

Auf der anderen Seite hat sich die Credit Suisse höchst unbeliebt gemacht. Trotz der angespannten Situation gab es keine Schweizer Lösung. Stattdessen wurden arabische Investoren ins Boot geholt.

Das Branchenportal Inside Paradeplatz urteilt, dass die Bank im Strudel stecke und keinen Weg herausfinde. Sie benennt fliehende Kunden, fragwürdige Deals und ein schwaches Management als Faktoren, die den Abwärtstrend treiben.

Angesichts der großen Bedeutung des Finanzkonzerns für die Schweiz müsse Bern dringend das Heft in die Hand nehmen. Denn hinzu kommt noch, dass jetzt die US-Börsenaufsicht – wenige Stunden vor Veröffentlichung der Jahreszahlen – dazwischengegrätscht ist. In der Cashflow-Rechnung früherer Geschäftsjahre seien Unregelmäßigkeiten zu korrigieren.

Das kann noch sehr unangenehm werden, je nachdem, was genau dahintersteckt. Auf alle Fälle wird es nicht leichter, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Der Artikel Banken-Tumulte: Darum leidet die Credit Suisse viel mehr als die Commerzbank-Aktie ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt.

Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der genannten Aktien.

Aktienwelt360 2023

Autor: Ralf Anders, Investmentanalyst


Jetzt den vollständigen Artikel lesen

Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 1,93
Hebel: 18
mit starkem Hebel
Ask: 6,15
Hebel: 5
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Vontobel
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: VY2D1A VH0XEX. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

Gestern 23:08 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:49 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:40 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:39 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:37 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:23 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer