Es gibt leider immer wieder Aktien, bei denen man sich im Nachhinein ärgert, ein Engagement eingegangen zu sein. Zu diesen Titeln gehörten in den letzten Jahren für mich zweifelsohne auch die Anteilsscheine des weltweit umsatzstärksten Chemiekonzerns BASF (WKN: BASF11).

Denn die Aktie der Ludwigshafener lieferte ihren Investoren außer mit ihrer soliden Dividende schon seit geraumer Zeit keinen wirklichen Mehrwert. Mancher Anleger steht so jetzt womöglich gar vor der Frage, ob er an seinen BASF-Papieren überhaupt weiter festhalten soll? Schauen wir bei BASF also einmal auf die aktuelle Situation und den weiteren Ausblick.

Deutscher Chemiegipfel als Chance?

Eine der größten Herausforderungen sind für BASF sicherlich die hohen Energiepreise. Doch in dieser Angelegenheit gibt es vielleicht ein positives Signal vonseiten der Politik. Es ist nämlich bekannt geworden, dass es in Deutschland bis Ende des Jahres einen sogenannten „Chemiepakt“ geben soll.

Dafür fanden am 27.09.2023 bei einem Chemiegipfel in Berlin unter anderem Gespräche zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz, der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer und Vertretern der Branche statt. Ganz konkret ging es dabei um einen Brückenstrompreis für den relativ energieintensiven Chemiesektor.

Allerdings gab es innerhalb der Bundesregierung dazu aber noch keine Verständigung. Hier muss also zunächst erst einmal abgewartet werden. Malu Dreyer betonte indes, dass sie sich als Unterstützung für die Branche weiterhin für einen Brückenstrompreis einsetze.

Ausblick ist wenig überzeugend

Was die Geschäftsentwicklung für das aktuelle Jahr angeht, rechnet BASF hier mit Umsatzerlösen, die zwischen 73 und 76 Mrd. Euro liegen sollen. Und somit weit unter dem Rekordumsatz von 87,3 Mrd. Euro, den das Chemieunternehmen im Jahr 2022 erzielen konnte.

Auch das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) vor Sondereinflüssen soll laut BASF-Management selbst am oberen Ende der Schätzung mit 4,4 Mrd. Euro um 36 % niedriger ausfallen als im vergangenen Geschäftsjahr. Und glaubt man den Prognosen von MarketScreener, dann soll selbst 2025 das EBIT noch unter dem Ergebnis von 2022 liegen.

Immerhin rechnet BASF damit, dass sich im laufenden zweiten Halbjahr 2023 die Nachfrage nicht weiter abschwächen wird. Auch hat der Chemieriese weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eingeleitet. Bereits bis Ende 2023 erwartet BASF-CFO Dr. Dirk Elvermann eine aus dem aktuellen Kosteneinsparprogramm resultierende jährliche Ersparnis von mehr als 300 Mio. Euro.

Aktie weiter schwach

Bei den oben angesprochenen Aussichten wundert es nicht, dass die BASF-Aktie mit 42,95 Euro (29.09.2023) immer noch nahe an ihrem Jahrestiefststand notiert. Offensichtlich trauen die Investoren den Papieren keinen so schnellen Turnaround zu.

Bei dem gedrückten Kurs können sich Neueinsteiger aber bezogen auf die letzte Ausschüttung mittlerweile eine hohe Dividendenrendite von 7,92 % sichern. Dies wäre meines Erachtens aber im Moment auch die einzige Investitionsthese, welche ich für mich herleiten könnte. Doch eine sehr hohe Ausschüttungsrendite allein sollte besser nicht den Ausschlag für ein Engagement in eine Aktie darstellen.

Legt man den erwarteten Gewinn je Aktie (EPS) für 2023 zugrunde, dann werden die BASF-Papiere derzeit mit einem KGV von 13,5 relativ moderat bewertet. Auch das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Investoren dem Chemiekonzern aktuell nicht ganz so viel Optimismus entgegenbringen.

In meinen Augen scheiden sich bei der BASF-Aktie momentan die Geister. Die einen mögen sie derzeit als Dividenden-Schnäppchen mit etwas Aufholpotenzial sehen. Für die anderen ist sie aber vielleicht eher ein Auslaufmodell mit weiterer Abwärtstendenz. Ich persönlich denke, dass die Wahrheit wohl wie immer irgendwo dazwischen liegt.

Der Artikel BASF-Aktie: Aktuelles Dividenden-Schnäppchen oder das Auslaufmodell 2023? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von BASF. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

Aktienwelt360 2023

Autor: Andre Kulpa, Investmentanalyst


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