Was du bei deinem ersten ETF-Kauf unbedingt nicht falsch machen solltest 26.03.2023, 07:40 Uhr von Aktienwelt360

Der erste ETF-Kauf: ein aufregender Moment. Es beginnt die eigene Börsenreise, nur eben passiv. Trotzdem ist eine Menge Action gegeben. Man hat schließlich ein Asset erworben, das einem langfristig helfen soll, mehr Vermögen aufzubauen. Aber das kurzfristig auch eine ganze Menge im Wert schwanken kann.

Generell gibt es eine positive Nachricht: Wer in einen marktbreiten Indexfonds, einen vom Fondsvolumen großen Vertreter der eigenen Gattung und mit dem Ziel investiert, über viele Jahre und Jahrzehnte den ETF eine Rendite generieren zu lassen, der hat ein gutes Fundament gelegt. Trotzdem: Es gibt gewisse Fallstricke, über die man besser nicht stolpert.

Der erste ETF-Kauf: Überlege dir vorher deinen Ansatz!

1.000 Euro in einen ETF oder vielleicht direkt 10.000 Euro einfach mal in den breiten Markt schmeißen? Ist ja nicht so verschieden oder schlimm, wenn man einen langfristigen Buy-and-Hold-Ansatz verfolgt. Die Aussage ist nicht ganz falsch, kann aber trotzdem leicht problematisch sein.

Der erste ETF-Kauf sollte deinen Ansatz definieren und mitbestimmen. Gerade bei kostengünstigen Indexfonds sind viele Pfade gangbar. Eine hohe Einmalinvestition kann dazugehören, wobei gerade neue Investoren überlegen sollten, ob sie mit den kurzfristigen Börsenschwankungen klarkommen. Oder ob vielleicht ein Sparplan das Mittel der Wahl ist, der über viele Jahre dafür sorgt, dass man sukzessive ein Vermögen aufbaut.

Entscheidend: Wer zu Beginn ein hohes Vermögen von beispielsweise 10.000 Euro investiert und fortan mit einem Sparplan von 50 Euro pro Monat agiert, der sollte bedenken: Den wesentlichen Einfluss nehmen zunächst die 10.000 Euro. Die lediglich 50 Euro pro Monat sind gerade einmal ein Zuwachs von 0,5 % auf Sicht eines jeden Monats. So schnell gibt es entsprechend keine Verwässerung, die den Löwenanteil der Einmalinvestition aufweichen kann. Was und wann man investieren möchte und welchem Ansatz man nachgeht, sollte man sich beim ersten ETF-Kauf gut überlegen.

Die Auswahl des Index

Wir wollen diesen Gliederungspunkt zunächst positiv ausdrücken: Wer sich bei der Auswahl des Index beim ersten ETF-Kauf auf große, bekannte Namen wie den MSCI World oder auch den S&P 500 verlässt, der macht wenig falsch. Wie gesagt: Zumindest, wenn auch der Anbieter stimmt und ein hohes Fondsvolumen gegeben ist. Leider gibt es auf der Welt viele andere Indizes, die teilweise ihre Tücken besitzen.

Fangen wir mit dem DAX an: Unser heimischer Leitindex hat gerade einmal 40 verschiedene Unternehmen. Das reicht kaum aus, um einen guten, breiten Markt zu definieren. Selbst der europäische Euro Stoxx 50 bildet lediglich die 50 größten Unternehmen aus Europa ab. Wenig ist das mit Sicherheit auch nicht. Aber es führt dazu, dass es eben eine Konzentration auf vereinzelte Branchen und Wirtschaftsbereiche gibt. Zumal auch nicht jedes Unternehmen innerhalb eines Index gleich groß gewichtet ist.

Bei einem ersten ETF-Kauf müssen wir uns daher sehr gut überlegen, worauf wir setzen möchten. Im Zweifel noch einmal der Hinweis: Der MSCI World oder der S&P 500 sind definitiv keine unvorteilhafte Wahl.

Der erste ETF-Kauf: Nicht nach dem richtigen Timing suchen

Zu guter Letzt gibt es noch einen psychologischen Fehler, den so mancher Anleger beim ersten ETF-Kauf macht. Und zwar das Suchen nach dem idealen Zeitpunkt. Heute ist es womöglich die Bankenkrise, die verunsichert. Oder aber die hohe Inflation. Gestern war es die Coronakrise. Einen Grund, warum gerade jetzt nicht der ideale Zeitpunkt zum Investieren ist, den wird es immer geben.

Nach dem richtigen Timing zu suchen, ist daher ein großer Fehler. Wer ein maximal schlechtes Timing ausschließen möchte, der sollte lieber auf den Durchschnittskosteneffekt mit vielen kleinen Investitionen setzen. Der allgemein größere Fehler ist es jedoch in aller Regel, nicht mit dem Investieren anzufangen und Zeit zu vergeuden. Egal, wie hoch die Unsicherheiten heute sein mögen: Fang lieber an … wenn auch mit moderaten, kleinen Schritten.

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Aktienwelt360 2023

Autor: Vincent Uhr, Investmentanalyst


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