Tech-Aktien stehen gemeinhin für Wachstum und Dividenden spielen dabei meist nur eine Nebenrolle. Viele Technologieunternehmen reinvestieren ihre Gewinne eben lieber, statt sie regelmäßig auszuschütten. Entsprechend gering ist daher das Interesse dividendenorientierter Anleger am Tech-Sektor.
Doch dieses Bild ist nicht ganz vollständig. Es gibt nämlich durchaus auch Technologieunternehmen, die Wachstum mit langfristig steigenden Dividenden verbinden. Getragen von stabilen Cashflows und klarer Kapitaldisziplin haben sie sich so über Jahre eine echte Dividenden-DNA erarbeitet.
Genau wie bei den folgenden beiden Technologiekonzernen, die beweisen, dass sich Wachstum und verlässliche Dividendenzahlungen auch im Hightech-Segment nicht unbedingt ausschließen müssen.
Texas Instruments: Starke Dividende aus dem Halbleiter-Bereich
Der US-Konzern Texas Instruments (WKN: 852654) gehört wohl eher zu den unspektakulären, aber hochprofitablen Unternehmen im Technologiesektor. Er steht dabei nicht für kurzfristige Trends oder große Zukunftsversprechen. Vielmehr für verlässliche Halbleiterlösungen, die in Industrieanlagen, Autos, Medizintechnik oder auch Haushaltsgeräten eingesetzt werden. Und genau diese breite Aufstellung mit zu erwartender langfristiger Nachfrage kann für stabile Cashflows sorgen.
Langfristige Dividendenpolitik durch stabile Cashflows
Warum könnte nun gerade Texas Instruments für Dividendeninvestoren interessant sein? Die Antwort liegt meiner Ansicht nach in der soliden Ausschüttungspolitik begründet. Denn bereits seit 2004 wird die Dividende vom Unternehmen nun schon regelmäßig angehoben. Die letzte Erhöhung erfolgte im November 2025 und seitdem erhalten die Aktionäre mit 1,42 US-Dollar je Aktie eine Quartalsausschüttung, die um stolze 274 % höher liegt als noch vor zehn Jahren.
Schaut man sich allerdings den in 2025 erwirtschafteten Gewinn je Aktie (EPS) von 5,45 US-Dollar an, dann wäre dieser eigentlich komplett von den Dividendenzahlungen in Höhe von 5,50 US-Dollar je Aktie aufgefressen worden. Doch verfügte Texas Instruments gleichzeitig über einen hohen Free Cashflow von 2,6 Mrd. US-Dollar. Womit die Gewinnbeteiligung also insgesamt auf ein starkes Fundament aufgebaut war.
Die Prognosen bleiben positiv
Laut den Experten von MarketScreener sollen sich in den nächsten Jahren sowohl das EPS als auch der Free Cashflow weiter nach oben bewegen und sich 2028 schließlich auf einem Niveau von 8,99 US-Dollar bzw. 7,9 Mrd. US-Dollar bewegen. Damit können wir die Dividende also mittelfristig sicherlich weiter als solide abgesichert ansehen.
Rückblickend ist erkennbar, dass Texas Instruments seine Ausschüttung deutlich stärker steigern konnte als so mancher klassischer Dividendenwert. Möglich wird das durch hohe Margen, ein gut planbares Geschäft und eine vergleichsweise geringe Abhängigkeit von kurzfristigen Technologietrends.
Wer jetzt auf den Halbleiter-Spezialisten aufmerksam geworden ist, kann sich bei einem Kurs der Aktie von Texas Instruments von derzeit 221,44 US-Dollar (06.02.2026) über einen Tech-Dividendentitel freuen, der mit einem KGV von 34,5 bewertet wird und momentan eine anfängliche Ausschüttungsrendite von 2,6 % zu bieten hat.
Qualcomm: Dividendenwachstum mit Lizenz-Modell
Auch wenn die US-amerikanische Firma Qualcomm (WKN: 883121) im selben Bereich zu Hause ist, unterscheidet sich das Unternehmen doch relativ deutlich von vielen anderen Halbleiterherstellern. Qualcomm ist nämlich vor allem für seine Technologie im Mobilfunk bekannt und verdient einen großen Teil seines Geldes nicht nur mit Chips, sondern aus Lizenzeinnahmen und Patenten.
Verlässliches Dividendenwachstum durch Geschäftsmodell mit planbaren Einnahmen
Dadurch, dass also die weltweiten Smartphone-Hersteller für den Zugang zur Qualcomm-Technologie zahlen müssen, fußt das Geschäftsmodell auf vergleichsweise hohe und gut planbare Cashflows. Schauen wir uns also auch hier einmal an, ob sich dieser Aspekt positiv auf die Dividendenpolitik des Konzerns auswirken konnte.
Die Feststellung lautet ganz klar: Ja, das tut er. Auch Qualcomm hat es nämlich geschafft, seine Dividende seit 2004 in jedem weiteren Jahr in Folge zu erhöhen. Derzeit fließen so alle drei Monate 0,89 US-Dollar je Aktie in die Taschen der Investoren. Was gegenüber dem Wert von vor zehn Jahren einen Anstieg von insgesamt 85 % bedeutet. Wir können hier also eine wesentlich moderatere Steigerungsrate erkennen als bei unserem ersten Kandidaten.
Aber auch wenn sich die jährlichen Erhöhungen der Dividende meist nur im mittleren einstelligen Prozentbereich bewegen, sprechen sie für eine gewisse Verlässlichkeit. Und dies hat dazu beigetragen, dass Qualcomm genug finanzieller Spielraum bleibt, um in neue Technologien zu investieren.
Im letzten Geschäftsjahr standen einem EPS von 5,01 US-Dollar Dividendenausschüttungen von 3,48 US-Dollar je Aktie gegenüber. Was uns bei dieser Betrachtung eine Ausschüttungsquote von knapp 70 % signalisiert. Zusätzlich konnte Qualcomm 2025 einen Free Cashflow von sagenhaften 12,8 Mrd. (!) US-Dollar generieren. Finanziell zeigt sich das Unternehmen also sehr solide aufgestellt.
Der Ausblick kann überzeugen
Geht es nach den Analysten von MarketScreener, dann soll sich mittelfristig daran auch kaum etwas ändern. Wobei der Free Cashflow auf seinem hohen Niveau verharren und das EPS im Jahr 2028 schließlich auf einem Betrag von 10,47 US-Dollar anwachsen soll. Schauen wir auch hier noch auf das KGV und die Dividendenrendite, wo wir beim aktuellen Kurs der Qualcomm-Aktie von 137,34 US-Dollar (06.02.2026) hier die Werte 16,1 und 2,6 % ermitteln können.
Qualcomm steht damit meines Erachtens für eine zweite Form von Dividenden-DNA im Tech-Sektor: Weniger spektakulär, dafür konstant und nachhaltig, getragen von einem robusten Lizenz-Modell und langfristigen Technologiestandards.
Der Artikel Wenn Wachstum auszahlt: 2 Tech-Aktien mit echter Dividenden-DNA! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.
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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Texas Instruments und Qualcomm.
Aktienwelt360 2026