EPH entwickelt Hotel- und Resortprojekte im Luxusbereich, das Portfolio soll weiter ausgebaut werden. Dabei sieht CEO Alexander Lühr im Exklusivinterview spannende Zukunftschancen.
Lühr erläutert in dem Gespräch, wo man Schwerpunkte bei der Projektentwicklung setzt. Er spricht über Marktchancen, Zielgruppen und die internationale Expansion. Noch im laufenden Jahr soll es einen ersten Projektverkauf geben, die Pipeline ist unverändert gut gefüllt. Der CEO geht auf realistische Margen ein, das dreistellige Kursziel von Analysten wird ebenfalls angesprochen. Eine Antwort hat Lühr zudem auf das Thema Ausschüttung: „Auf lange Sicht wollen wir unsere Aktionäre auch über Dividenden am Unternehmenserfolg beteiligen.“
Die EPH Group ist seit Ende 2025 gelistet, am Markt aber noch nicht so sehr bekannt. Was machen Sie?
Lühr: Wir entwickeln renditestarke Hotel- und Resort-Projekte im Premium- und Luxussegment in Österreich, Deutschland und weiteren europäischen Top-Destinationen. Unser Fokus liegt auf der frühen Entwicklungsphase: Wir sichern attraktive Standorte und entwickeln diese bis zur Baureife inklusive Betreiberkonzept, bevor sie anschließend von internationalen Hotelmarken geführt werden.
Sie sind reiner Projektentwickler, gebaut wird von der EPH Group demnach nicht, oder?
Lühr: Der Schwerpunkt liegt derzeit auf der frühen Entwicklungsphase hochwertiger Resortprojekte. Unser Ziel ist es, die Projekte bis zur Baureife zu entwickeln und anschließend flexibel auf das jeweilige Marktumfeld zu reagieren.
Ermöglicht die Marktsituation eine Finanzierung durch die EPH selbst, realisieren wir die Projekte eigenständig. Alternativ veräußern wir die baureifen Projekte an internationale Investoren.
Dieser Ansatz erlaubt es uns, mehrere Projekte parallel zu entwickeln und gleichzeitig flexibel auf Marktchancen sowie Kapitalanforderungen zu reagieren.
Welche Kunden haben Sie, welche Betreiber könnten später ihre Projekte übernehmen?
Lühr: Zu unseren potenziellen Investoren zählen institutionelle Anleger, Immobilienfonds, Versicherungen, Family Offices sowie Investoren mit Fokus auf Hotels und Tourismusimmobilien. Auf Betreiberseite sprechen wir mit bekannten internationalen Marken aus dem Luxus- und Premiumsegment.
Gerade im Luxussegment sehen wir weiterhin eine starke internationale Nachfrage, insbesondere nach hochwertigen Boutique-Resorts, Premium-Wellness-Destinationen und nachhaltigen High-End-Konzepten. Genau in diesem Segment bewegen wir uns.
Bisher sind Sie stark auf Österreich und Bayern fokussiert. Bleibt es bei dieser Ausrichtung oder denken Sie internationaler?
Lühr: Der Alpenraum bleibt unser Kernmarkt. Österreich und Bayern zählen zu den stabilsten Premium-Tourismusregionen Europas. Gleichzeitig prüfen wir aber auch weitere Standorte innerhalb der EU.
Entscheidend für uns sind touristisch herausragende Standorte mit hoher internationaler Erreichbarkeit und ganzjährigem Potential.
Wann werden Sie das erste Projekt übergeben können?
Lühr: Nach aktueller Planung rechnen wir noch im Jahr 2026 mit dem ersten Projektverkauf. Hotelprojektentwicklungen haben allerdings lange Zyklen. Zwischen Grundstückssicherung, Genehmigungen, Betreiberkonzept und Verkauf liegen oft mehrere Jahre.
Wie sieht Ihre Pipeline für neue Projekte aus?
Lühr: Wir haben aktuell neun gesicherte und fortgeschrittene Projekte, unter anderem in den Kitzbüheler Alpen, in Bayern, Kärnten, Vorarlberg und Oberösterreich.
Die Pipeline wächst kontinuierlich. Der Markt bietet derzeit sehr gute Möglichkeiten, weil viele Eigentümer oder kleinere Entwickler aufgrund gestiegener Finanzierungskosten nach Kapitalpartnern suchen oder ihr Projekt gänzlich abgeben möchten.
Ihr Listing bringt den Vorteil, dass Sie Grundstücke auch in Aktien bezahlen können. Wie ist die Reaktion der Verkäufer auf diese „Land-for-Equity“-Strategie?
Lühr: Das Interesse ist derzeit sehr groß, insbesondere bei Eigentümern, die langfristig an der Entwicklung partizipieren möchten. Unser Börsenlisting schafft hier die Grundlage. Das Land-for-Equity-Modell schont unsere Liquidität und verbessert mit jedem Deal unsere Bilanzstruktur sowie unser Eigenkapital. Für Verkäufer entsteht die Möglichkeit, Aktionär eines wachsenden Hotelentwicklungsunternehmens zu werden und am Erfolg aller unserer Projekte zu partizipieren. Gleichzeitig achten wir selbstverständlich auch auf die Interessen bestehender Aktionäre.
Welche Zielgruppe soll später in die Hotels kommen?
Lühr: Unsere Projekte richten sich vor allem an internationale Individualreisende im gehobenen und Luxus-Segment, Premium-Familienreisende sowie anspruchsvolle Wellness- und Geschäftsreisende.
Gefragt sind heute hochwertige und erlebnisorientierte Hotels und Resorts statt standardisierte Hotelanlagen.
Aktuell umfasst Ihr Portfolio neun Projekte. Wie viele werden es bis zum Jahresende sein?
Lühr: Wir prüfen laufend neue Projekte. Unser Fokus liegt aber nicht auf möglichst vielen Projekten, sondern auf hoher Qualität und attraktiven Renditepotenzialen. Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres mindestens 12 Projekte im Portfolio haben werden.
Wie viele Projekte können Sie realistisch jährlich bewältigen?
Lühr: Unser Geschäftsmodell erlaubt es uns, mehrere Projekte parallel zu entwickeln. Entscheidend bleibt für uns aber die Qualität der Projekte. Kurzfristig sehen wir eine niedrige bis mittlere einstellige Zahl neuer Projekte pro Jahr als realistisch.
Wie muss ein Grundstück sein, damit es für Sie interessant ist?
Lühr: Entscheidend sind Lage, internationale Erreichbarkeit, touristische Attraktivität und ganzjähriges Potenzial. Wir suchen keine beliebigen Grundstücke, sondern außergewöhnliche Standorte mit langfristiger Nachfragequalität.
Welche Margen sind bei Ihrem Geschäftsmodell realistisch?
Lühr: Bei erfolgreichen Projekten sind attraktive, deutlich zweistellige Renditen möglich. Gleichzeitig ist Projektentwicklung kapitalintensiv und risikobehaftet. Deshalb sind Erfahrung, strukturierte Prozesse und eine sorgfältige Projektprüfung entscheidend.
Die Analysten von NuWays sehen das Kursziel für die EPH-Aktien bei 102 Euro. Können Sie damit leben?
Lühr: Analystenziele kommentieren wir grundsätzlich nicht, aber es freut uns natürlich, wenn externe Analysten das Potenzial unseres Geschäftsmodells erkennen. Wesentlich ist für uns aber die langfristige Wertschaffung und nicht die kurzfristige Kursbewegung.
Die Analysten sprechen auch von einer künftig aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik. Welche Pläne haben Sie hier?
Lühr: Auf lange Sicht wollen wir unsere Aktionäre auch über Dividenden am Unternehmenserfolg beteiligen. Abhängig von der Geschäftsentwicklung ist geplant, rund 30 Prozent des Jahresüberschusses auszuschütten. Nach aktueller Planung wäre eine erste Dividende frühestens ab 2027 möglich.
Dieses Interview ist eine Kooperation mit der Redaktion von www.4investors.de.