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Stockers Börsencheck

Zu viel Vorsicht? Warum Aktien weiter Chancen bieten könnten 05.10.2026, 06:35 Uhr von onemarkets Blog

Die Schlagzeilen werden von geopolitischen Konflikten, hohen Zinsen und steigenden Energiepreisen dominiert. Doch genau in diesem Umfeld erkennt Aktienstratege Christian Stocker auch Chancen: Die Konjunktur zeigt sich robust, Unternehmen liefern starke Ergebnisse, Bewertungen bleiben attraktiv und viele Anleger agieren bemerkenswert vorsichtig. Weshalb dieses Umfeld durchaus Potenzial für positive Marktüberraschungen birgt, erklärt die aktuelle Ausgabe von Stockers Börsencheck.

Starke Konjunktur und Gewinnwachstum als Unterstützung

Ein zentraler Baustein für den positiven Ausblick ist die Entwicklung der Weltkonjunktur. Besonders die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes haben sich nach einer längeren Schwächephase spürbar verbessert. Nachdem hohe Inflation und steigende Zinsen viele Industriebereiche zeitweise belastet hatten, deuten die aktuellen Daten wieder auf eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität hin.

Unterstützt wird dieses Bild durch robuste Unternehmensgewinne. Sowohl in den USA als auch in Europa rechnen Analysten weiterhin mit solidem Gewinnwachstum. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Gewinnschätzungen für zahlreiche Unternehmen nach wie vor nach oben revidiert werden. Solche positiven Gewinnrevisionen zählen historisch zu den wichtigsten Treibern steigender Aktienkurse.

Die aktuelle Entwicklung ist insofern außergewöhnlich, als die Zahl der positiven Gewinnanpassungen ein Niveau erreicht hat, das zuletzt in der Erholungsphase nach der Corona-Pandemie zu beobachten war. Gleichzeitig spiegeln die Bewertungen an den Aktienmärkten diese Verbesserung bislang nur teilweise wider. Welche weiteren Faktoren für den konstruktiven Marktausblick sprechen und warum die derzeitige Vorsicht vieler Anleger sogar Chancen eröffnen könnte, erläutert Christian Stocker im vollständigen Video.

Spricht die Statistik für eine Jahresendrallye?

Historisch betrachtet zählt der September zu den schwächeren Börsenmonaten. Für das vierte Quartal zeichnet die Statistik hingegen ein deutlich freundlicheres Bild: Insbesondere die Monate Oktober, November und Dezember gehören langfristig zu den stärksten Börsenphasen des Jahres.

Aus Sicht von Christian Stocker kommen derzeit mehrere unterstützende Faktoren zusammen. Die Weltkonjunktur entwickelt sich robuster als vielerorts erwartet, die Investitionen in Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz bleiben auf hohem Niveau, und die Unternehmensgewinne zeigen sich weiterhin widerstandsfähig. Gleichzeitig dürften einige der aktuellen Belastungsfaktoren, etwa geopolitische Spannungen oder erhöhte Energiepreise, zumindest teilweise vorübergehender Natur sein.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine positive Entwicklung im Schlussquartal durchaus möglich. Entscheidend ist dabei, dass sich die fundamentalen Rahmenbedingungen bislang deutlich stabiler darstellen, als es die zurückhaltende Stimmung vieler Marktteilnehmer vermuten lässt. Gerade diese Diskrepanz zwischen soliden Fundamentaldaten und ausgeprägter Vorsicht könnte den Nährboden für weitere Kursgewinne bilden.

Hohe Zinsen, aber keine Euphorie an den Märkten

Gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen zählen derzeit zu den am häufigsten genannten Risikofaktoren für die Aktienmärkte. Renditen von über fünf Prozent erhöhen die Attraktivität festverzinslicher Anlagen und verschärfen damit den Wettbewerb um Anlegerkapital.

Christian Stocker sieht darin jedoch bislang keinen ausreichend starken Gegenwind, um einen breiteren und nachhaltigen Abwärtstrend an den Aktienmärkten auszulösen. Ein wesentlicher Grund sind die Unternehmensgewinne: Diese haben sich in vielen Regionen so positiv entwickelt, dass die Bewertungen trotz gestiegener Aktienkurse zurückgegangen sind. In den USA bewegt sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis mittlerweile wieder näher an seinem langfristigen Durchschnitt. Auch europäische Aktienmärkte erscheinen heute moderater bewertet als noch zu Beginn des Jahres.

Besonders aufschlussreich ist aus seiner Sicht der Blick auf die Anlegerstimmung. Umfragen in den USA zeigen weiterhin eine ausgeprägt vorsichtige Haltung vieler Investoren. Die Zuversicht liegt spürbar unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Historisch entstehen größere Rückschläge an den Aktienmärkten häufig in Phasen übermäßiger Euphorie und nicht in Zeiten ausgeprägter Skepsis. Von einer solchen Sorglosigkeit ist derzeit wenig zu erkennen.

Mit dem Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal dürfte sich deshalb zeigen, ob die Erwartungen vieler Anleger zu pessimistisch sind. Sollten die Unternehmen erneut mit robusten Ergebnissen und positiven Ausblicken überraschen, könnte dies zu einer Aufhellung der Stimmung beitragen und den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind verleihen.

Fazit

Die Stimmung an den Aktienmärkten bleibt von Vorsicht geprägt. Gleichzeitig sprechen aus Sicht von Christian Stocker mehrere fundamentale Faktoren für einen konstruktiven Ausblick: eine robuste Konjunktur, widerstandsfähige Unternehmensgewinne, attraktivere Bewertungen und eine ungewöhnlich zurückhaltende Positionierung vieler Anlegerinnen und Anleger. Ob daraus tatsächlich neuer Rückenwind für die Aktienmärkte entsteht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Voraussetzungen für ein solides Schlussquartal erscheinen jedoch deutlich besser, als es die gegenwärtige Unsicherheit und Skepsis vermuten lassen.

Die vollständige Ausgabe sehen Sie hier:

Stockers Börsencheck: Zu viel Vorsicht. Gute Chancen für Aktien?

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