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70 Milliarden Pfund für Energieinfrastruktur

Warum National Grid, E.ON und EVN ihre Netze ausbauen 19.10.2026, 06:00 Uhr von SmallMicrocap Jetzt kommentieren: 0

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Stromnetze werden zu einem zentralen Investitionsfeld der Energiewende. National Grid (ISIN: GB00BDR05C01) plant innerhalb von fünf Jahren mindestens 70 Mrd. Pfund Investitionen in seine regulierten Energienetze und angrenzenden Geschäftsbereiche in Großbritannien und den USA. E.ON (ISIN: DE000ENAG999) will bis 2030 rund 40 Mrd. Euro in seine Energienetze investieren. Und auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) baut ihre Netzinfrastruktur im Rahmen ihres Investitionsprogramms weiter aus. 

Hinter den Milliardenprogrammen stehen zwei Entwicklungen: Einerseits verändert sich der Strombedarf durch Elektrifizierung und neue Verbraucher. Andererseits müssen die Netze zunehmend dezentrale und wetterabhängige Stromerzeugung aufnehmen. Netze müssen deshalb sowohl neue Verbraucher als auch zusätzliche Erzeugungsanlagen anbinden und Strom zwischen Erzeugern und Verbrauchern transportieren. 

National Grid erhöht Investitionsprogramm auf mindestens 70 Milliarden Pfund 

Welche Dimension der Infrastrukturausbau inzwischen erreicht, zeigt National Grid. Der britische Infrastrukturkonzern hat sein Investitionsprogramm um 10 Mrd. Pfund auf mindestens 70 Mrd. Pfund für die fünf Jahre bis 2031 erhöht. Das Programm umfasst regulierte Energienetze und angrenzende Geschäftsbereiche in Großbritannien und den USA und liegt nach Unternehmensangaben rund 70 Prozent über dem Niveau der vorherigen Fünfjahresperiode. 

Wie konkret der Ausbau wird, zeigt eine aktuelle Meldung aus Wales. Am 22. September stellte National Grid Pläne für neue Umspannanlagen bei Aberthaw vor. Das Vorhaben ist Teil von Investitionen in Höhe von 3,2 Mrd. Pfund in das walisische Stromübertragungsnetz während der kommenden fünf Jahre. Die neue Infrastruktur soll unter anderem erneuerbare Erzeugung, Batteriespeicher und ein Rechenzentrum anbinden. 

Dabei handelt es sich um die Übertragungsnetzebene. Der Vergleich mit E.ON und der EVN liegt deshalb nicht in identischen Netzebenen, sondern im gemeinsamen Investitionsbedarf für eine leistungsfähigere Strominfrastruktur. 

E.ON plant rund 40 Milliarden Euro für Energienetze 

Auf der Verteilnetzebene zeigt E.ON, wie kapitalintensiv der Umbau ebenfalls wird. Bis 2030 plant der Konzern insgesamt rund 48 Mrd. Euro Investitionen in die Energiewende. Rund 40 Mrd. Euro davon sollen in das Segment Energy Networks fließen. Gleichzeitig will E.ON die Investitionen in seine Stromverteilnetze bis 2030 um rund eine Milliarde Euro pro Jahr erhöhen. Die Dimension der Aufgabe lässt sich auch an den angeschlossenen Erzeugungsanlagen erkennen: Im März 2026 schloss E.ON nach eigenen Angaben die zweimillionste Erneuerbare-Energien-Anlage an sein deutsches Verteilnetz an. Gerade dort treffen unterschiedliche Anforderungen zusammen. Photovoltaik- und Windkraftanlagen speisen Strom ein, während gleichzeitig beispielsweise Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen oder industrielle Verbraucher angeschlossen werden. Zusätzliche Erzeugungskapazität und zusätzlicher Strombedarf sind dabei unterschiedliche Größen – für Netzbetreiber sind jedoch beide Entwicklungen relevant. 

EVN investiert jährlich rund eine Milliarde Euro 

Auch bei der EVN ist die Netzinfrastruktur ein zentraler Bestandteil des Investitionsprogramms. Bis 2030 will der Konzern jährlich rund eine Milliarde Euro investieren. Etwa vier Fünftel davon sollen nach Niederösterreich fließen. Neben der Netzinfrastruktur zählen erneuerbare Erzeugung, Großbatteriespeicher, E-Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung zu den Schwerpunkten. Für das laufende Geschäftsjahr plant allein die Netz Niederösterreich rund 520 Mio. Euro für den Ausbau ihrer Infrastruktur. Bis 2034 sollen rund 55 Umspannwerke neu errichtet oder ersetzt werden. Hinzu kommen jährlich etwa 700 Trafostationen sowie rund 1.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungskabel. 

Ein wichtiger Treiber ist die dezentrale Stromerzeugung. In Niederösterreich befindet sich ein großer Teil der österreichischen Wind- und Photovoltaikanlagen. Dadurch muss das Netz hohe Einspeiseleistungen aufnehmen und den erzeugten Strom transportieren können. 

1.800 MW Windleistung – zehn Stunden später null 

Wie anspruchsvoll diese Aufgabe werden kann, zeigt ein Beispiel der Netz Niederösterreich. Im Jänner 2026 gab es Stunden, in denen die Windstromerzeugungsleistung im Netzgebiet bei 1.800 MW lag. Zehn Stunden später lag die Windstromerzeugung zeitweise bei null. Davon klar zu unterscheiden ist die Verbrauchsseite: Die Höchstlast beim Stromverbrauch liegt laut EVN bei rund 1.600 MW. Die 1.800 MW beschreiben eine momentane Windstromerzeugungsleistung, die 1.600 MW eine Verbrauchslast. Stromerzeugung und Verbrauch können sich unabhängig voneinander verändern und müssen im Stromsystem jederzeit ausgeglichen werden. 

Für die Netzplanung geht es deshalb nicht nur darum, mehr Strom transportieren zu können. Die Infrastruktur muss auch auf stark schwankende Einspeisungen und veränderte Lasten vorbereitet werden. 

Netze werden zum Bindeglied der Energiewende 

National Grid, E.ON und EVN stehen weder für identische Geschäftsmodelle noch für dieselben Netzebenen. Auch ihre Investitionssummen sind aufgrund unterschiedlicher Unternehmensgrößen, Zeiträume und Investitionsdefinitionen nicht direkt vergleichbar. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Herausforderung, ihre Infrastruktur an ein sich veränderndes Stromsystem anzupassen. Der Ausbau erneuerbarer Erzeugung allein garantiert noch keine leistungsfähige Stromversorgung. Wind- und Photovoltaikanlagen müssen angeschlossen, ihre Einspeisung aufgenommen und der Strom zu den Verbrauchern transportiert werden. Gleichzeitig können E-Mobilität, Wärmepumpen, industrielle Anwendungen und andere neue Verbraucher zusätzliche Netzkapazität benötigen. 

Damit werden Stromnetze zum Bindeglied zwischen einer sich wandelnden Stromnachfrage und einer zunehmend dezentralen sowie wetterabhängigen Stromerzeugung. 

Fazit: Ohne Netzausbau stößt die Transformation an Grenzen 

Die Energiewende verändert nicht nur die Art, wie Strom erzeugt wird. Sie verändert auch, wo Strom erzeugt, eingespeist und verbraucht wird. 

National Grid plant mindestens 70 Mrd. Pfund Investitionen in seine regulierten Energienetze und angrenzenden Geschäftsbereiche in Großbritannien und den USA bis März 2031. E.ON will bis 2030 rund 40 Mrd. Euro in Energienetze investieren. Bei der EVN fließen im laufenden Geschäftsjahr allein rund 520 Mio. Euro in die Infrastruktur der Netz Niederösterreich. 

Für die EVN AG (ISIN: AT0000741053) ist der Netzausbau damit ein zentraler Bestandteil ihres Investitionsprogramms: Er schafft die Infrastruktur, um zusätzliche erneuerbare Erzeugungsanlagen zu integrieren und gleichzeitig eine sichere Versorgung von Haushalten, Wirtschaft und Industrie zu unterstützen.       


Lassen Sie sich in den Verteiler für EVN oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler EVN“ und/oder „Nebenwerte“.  

Quellen:

National Grid 

  • National Grid – Investing for Growth / aktualisiertes Fünfjahresprogramm – mindestens 70 Mrd. Pfund Investitionen in regulierte Energienetze und angrenzende Geschäftsbereiche in Großbritannien und den USA bis März 2031 
    https://www.nationalgrid.com/gridforgrowth 

E.ON 

EVN 

EVN – Zwischen Windspitzen und Dunkelflauten, 1. Februar 2026 – Investitionen der Netz Niederösterreich, Netzausbau sowie Windstromerzeugungsleistung und Verbrauchslast 
https://www.evn.at/home/presse/zwischen-windspitzen-und-dunkelflauten 

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