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Bis zu 1,5 Milliarden Dollar

AstraZeneca greift bei Herzkrankheiten an – Mesoblast verfolgt einen anderen Ansatz 21.10.2026, 07:50 Uhr von SmallMicrocap Jetzt kommentieren: 0

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Bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar stellt AstraZeneca (ISIN: GB0009895292) für eine neue Forschungsallianz mit dem amerikanischen KI-Biotechnologieunternehmen insitro in Aussicht. Die am 15. Oktober angekündigte Zusammenarbeit soll neue Behandlungsmöglichkeiten für schwer therapierbare Herz- und Lebererkrankungen erschließen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die biologischen Ursachen komplexer Erkrankungen genauer identifizieren und gezielt behandeln lassen. Während AstraZeneca dafür auf künstliche Intelligenz in der frühen Wirkstoffforschung setzt, verfolgt Mesoblast (ISIN: AU000000MSB8) bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz einen anderen Ansatz: Das australische Biotechnologieunternehmen entwickelt mit Revascor eine allogene Zelltherapie, die entzündliche Prozesse im geschädigten Herzen beeinflussen soll. 

40 Millionen Dollar sofort – weitere 1,46 Milliarden an Meilensteine geknüpft 

Die Vereinbarung sieht zunächst eine Zahlung von 40 Millionen US-Dollar an insitro vor. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu rund 1,46 Milliarden Dollar sowie umsatzabhängige Lizenzgebühren. Das maximale Vertragsvolumen ist damit kein bereits investierter Betrag, sondern hängt vom weiteren Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungserfolg ab. AstraZeneca erhält weltweite Exklusivrechte an ausgewählten Programmen aus der Kooperation und übernimmt deren anschließende klinische und regulatorische Entwicklung. Neben der entzündlichen Stoffwechselerkrankung MASH stehen Kardiomyopathien im Fokus. Dabei handelt es sich um Erkrankungen des Herzmuskels, die unter anderem zu einer eingeschränkten Pumpfunktion und schließlich zu Herzinsuffizienz führen können. 

Künstliche Intelligenz soll die Ursachen von Herzkrankheiten entschlüsseln 

Die Zusammenarbeit basiert auf der sogenannten Virtual-Human-Plattform von insitro. Sie kombiniert umfangreiche menschliche und zellbasierte Datensätze mit KI-Verfahren, um krankheitsrelevante biologische Zusammenhänge zu erkennen und neue Angriffspunkte für Medikamente zu identifizieren. Gerade bei komplexen Herzmuskelerkrankungen besteht eine zentrale Schwierigkeit darin, dass ähnliche klinische Beschwerden auf unterschiedliche biologische Ursachen zurückgehen können. AstraZeneca will mithilfe der Technologie geeignete Wirkstoffziele früher erkennen und daraus neue Entwicklungsprogramme ableiten. Noch handelt es sich allerdings um eine Forschungskooperation. Ob daraus wirksame und zugelassene Medikamente entstehen, müssen erst die weiteren Entwicklungsschritte zeigen. 

Warum auch Mesoblast an schweren Herzerkrankungen arbeitet 

Die neue Milliardenvereinbarung unterstreicht die strategische Bedeutung eines Forschungsgebiets, in dem auch Mesoblast aktiv ist. Eine direkte geschäftliche Verbindung zwischen den Unternehmen besteht nicht. Ebenso unterscheiden sich die konkreten Patientengruppen und Technologien. Während AstraZeneca und insitro unter anderem nach neuen therapeutischen Angriffspunkten bei Kardiomyopathien suchen, untersucht Mesoblast mit Revascor den Einsatz von allogenen mesenchymalen Vorläuferzellen bei Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion. Ziel ist es, durch die Beeinflussung entzündlicher Prozesse schwerwiegende Komplikationen zu verringern. Der gemeinsame Ausgangspunkt ist damit der erhebliche medizinische Bedarf bei komplexen Herzerkrankungen, nicht ein identischer Wirkmechanismus. 

Revascor richtet sich zunächst an besonders schwer erkrankte Patienten 

Ein Schwerpunkt des Herzprogramms von Mesoblast liegt auf Patienten mit terminaler ischämischer Herzinsuffizienz, die zur Unterstützung der Pumpfunktion ein linksventrikuläres Herzunterstützungssystem, kurz LVAD, benötigen. In diesem weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium können trotz mechanischer Kreislaufunterstützung erhebliche Komplikationen auftreten. Mesoblast untersucht deshalb, ob eine einmalige Verabreichung von Revascor während des chirurgischen Eingriffs bestimmte schwerwiegende Folgeereignisse verringern kann. Das Unternehmen konzentriert sich bei seinem aktuellen regulatorischen Vorhaben insbesondere auf die Prävention lebensbedrohlicher gastrointestinaler Blutungen im Zusammenhang mit einer rechtsventrikulären Funktionsstörung. Revascor besitzt für die betreffende Patientengruppe den RMAT-Status der US-Arzneimittelbehörde FDA, ist für diese Anwendung aber bislang nicht zugelassen. 

Mesoblast bereitet den nächsten regulatorischen Schritt vor 

Bereits im Juli 2026 teilte Mesoblast mit, von der FDA eine Antragsnummer für den geplanten Zulassungsantrag zu Revascor erhalten und eine modulare Prüfung beantragt zu haben. Damit soll die Einreichung der erforderlichen Unterlagen strukturiert vorbereitet werden. Eine solche Antragsnummer ist jedoch nicht mit einer abgeschlossenen Zulassungsprüfung oder einer Genehmigung des Medikaments gleichzusetzen. Für den weiteren regulatorischen Weg sind insbesondere die klinischen Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten sowie die Anforderungen an Herstellung und Qualitätskontrolle entscheidend. Auch bei den bisherigen Studienergebnissen ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich: In einer größeren Phase-III-Studie zur chronischen Herzinsuffizienz wurde der primäre Endpunkt wiederkehrender nicht tödlicher Dekompensationsereignisse nicht erreicht. In anderen, vorab definierten kardiovaskulären Auswertungen berichtete Mesoblast dagegen positive Signale. Diese ersetzen keine behördliche Entscheidung über die angestrebte Zulassung. 

44 Prozent mehr Ryoncil-Umsatz stärken die kommerzielle Basis 

Parallel zur Entwicklung weiterer Zelltherapien hat Mesoblast am 16. Oktober neue vorläufige Geschäftszahlen veröffentlicht. Demnach stiegen die Nettoumsätze des bereits zugelassenen Zelltherapeutikums Ryoncil im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 44 Prozent auf rund 28 Millionen US-Dollar. Der operative Netto-Cashverbrauch sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 85 Prozent auf 2,3 Millionen Dollar. Zum 30. September verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von rund 99 Millionen Dollar. Die Zahlen stehen noch unter dem Vorbehalt der regulären Abschlussprozesse. Sie zeigen jedoch, dass Mesoblast inzwischen über ein kommerzielles Produkt verfügt, während Revascor und weitere Entwicklungsprogramme zusätzliche Investitionen erfordern. Ein reduzierter Mittelabfluss bedeutet dabei noch nicht, dass das Unternehmen bereits profitabel arbeitet. 

Fazit 

Die neue Partnerschaft von AstraZeneca und insitro zeigt, welche finanziellen Größenordnungen große Pharmakonzerne für die Erforschung schwer behandelbarer Herzkrankheiten in Aussicht stellen. Mesoblast verfolgt mit Revascor einen anderen technologischen Weg und konzentriert sich zunächst auf eine besonders schwer erkrankte Patientengruppe. Die Milliardenvereinbarung ist deshalb weder eine Bestätigung der klinischen Daten von Mesoblast noch ein Hinweis auf eine mögliche Zusammenarbeit. Sie verdeutlicht vielmehr, dass die Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten bei komplexen Herzerkrankungen auf unterschiedlichen wissenschaftlichen Wegen vorangetrieben wird. Für Mesoblast (ISIN: AU000000MSB8) werden nun vor allem die weitere regulatorische Entwicklung von Revascor und die operative Stärke des bereits vermarkteten Produkts Ryoncil entscheidend sein.  


Quellen:  

AstraZeneca – AstraZeneca announces new strategic collaboration with insitro to use advanced AI systems to develop transformative therapeutics for difficult to treat cardiometabolic diseases, 15.10.2026 
https://www.astrazeneca.com/media-centre/press-releases/2026/astrazeneca-announces-new-strategic-collaboration-with-insitro-for-difficult-to-treat-cardiometabolic-diseases.html 

insitro – insitro Announces a Strategic Collaboration with AstraZeneca for AI-enabled Discovery of Novel Therapeutics for MASH and Cardiomyopathies, 15.10.2026 
https://www.insitro.com/news/insitro-announces-a-strategic-collaboration-with-astrazeneca-for-ai-enabled-discovery-of-novel-therapeutics-for-mash-and-cardiomyopathies/ 

Reuters – AstraZeneca strikes $40 million AI drug discovery deal with insitro, 15.10.2026 
https://www.reuters.com/legal/litigation/astrazeneca-strikes-40-million-ai-drug-discovery-deal-with-insitro-2026-10-15/ 

Mesoblast – 2026 Annual Report, 12.10.2026 
https://investorsmedia.mesoblast.com/static-files/fe9babfe-d376-49e7-a3cf-25987c6503d5 

Mesoblast – Mesoblast Reports 44% Increase in Ryoncil Net Revenue and 85% Improvement in Net Operating Cash Spend in First Fiscal Quarter Over Prior Year Period, 16.10.2026 
https://www.stocktitan.net/sec-filings/MEOBF/6-k-mesoblast-ltd-current-report-foreign-issuer-9e9e8edb04fa.html 

Mesoblast – MSB Annual Financial Results and Operational Update, 27.08.2026 
https://investorsmedia.mesoblast.com/news-releases/news-release-details/msb-annual-financial-results-and-operational-update-2 

Mesoblast – Receives FDA BLA Filing Number and Requests Modular Review, 01.07.2026 
https://investorsmedia.mesoblast.com/asx-announcements 

Lassen Sie sich in den Verteiler für Mesoblast oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler Mesoblast“ oder “Nebenwerte”.  

Mesoblast Limited

Land: Australien / ISIN: AU000000MSB8

https://investorsmedia.mesoblast.com

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