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Kredite umschulden: Wann lohnt sich eine Umschuldung wirklich? Ab wann die Zinsersparnis zählt 30.10.2026, 10:47 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Spezialthema: Kredite umschulden: Wann lohnt sich eine Umschuldung wirklich? Ab wann die Zinsersparnis zählt
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Ob sich der Wechsel finanziell auszahlt, lässt sich allerdings nicht allein am Unterschied zwischen zwei Zinssätzen erkennen. Wichtiger ist die Frage, wie hoch die tatsächliche Ersparnis bis zum Ende der Finanzierung ausfällt.

Wie hoch muss die Zinsersparnis sein, damit sich eine Umschuldung aktuell lohnt?

Eine feste Mindestdifferenz beim Zinssatz gibt es nicht. Genauer: Eine Umschuldung lohnt sich aus Kostensicht dann, wenn die verbleibenden Kosten der bisherigen Finanzierung höher sind als die Gesamtkosten des neuen Kredits einschließlich möglicher Ablösekosten.

Das bedeutet auch:

Ein Zinsunterschied von lediglich einem Prozentpunkt kann bei einer hohen Restschuld und mehreren Jahren Restlaufzeit bereits interessant sein. Bei einer kleinen Restschuld kurz vor dem Kreditende hingegen kann selbst ein deutlich größerer Unterschied nur eine geringe Ersparnis bringen.
 
Das Online-Kreditvergleichsportal smava erläutert in seinem Ratgeber zur Umschuldung:


„Für die Entscheidung sollten deshalb nicht nur alter und neuer Zinssatz verglichen werden. Wichtig sind vor allem Restschuld, Restlaufzeit, Vorfälligkeitsentschädigung und die Gesamtkosten des neuen Kredits. Erst wenn die daraus resultierende Ersparnis positiv ist, lohnt sich die Umschuldung finanziell."


Welche Zahlen braucht man für einen sinnvollen Vergleich?

Ausgangspunkt ist immer die heute noch offene Restschuld. Ebenso wichtig ist die verbleibende Laufzeit. Für einen aussagekräftigen Vergleich benötigt man insbesondere:

  • Die aktuelle Restschuld des bisherigen Kredits,
  • dessen verbleibende Laufzeit,
  • die noch ausstehenden Zinskosten sowie
  • mögliche Kosten für die vorzeitige Ablösung.

Die genauen Werte liefert eine Ablösebescheinigung der bisherigen Bank. Sie nennt sämtliche Daten und den Betrag, der zu einem bestimmten Stichtag für die vollständige Ablösung des Kredits fällig wird – ist allerdings daher auch nur für kurze Zeiträume gültig.

Dem stellt man den Gesamtbetrag des neuen Kredits gegenüber. Werden mehrere Darlehen zusammengefasst, muss die Rechnung entsprechend sämtliche Kredite berücksichtigen.


Welche Rolle spielen Ablösekosten bei einem Ratenkredit?

Bei Allgemein-Verbraucherdarlehen kann eine Bank unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn ein Kredit vorzeitig zurückgezahlt wird. Deren Höhe ist gesetzlich begrenzt, bezogen auf die Restlaufzeit:


Restlaufzeit mehr als ein Jahr

1,0 % der Restschuld

Restlaufzeit weniger als ein Jahr

0,5 % der Restschuld
 
Bei einem abzulösenden Kredit über 20.000 Euro wären damit – je nach Restlaufzeit – Kosten von 200 bzw. 100 Euro verbunden.

Wichtig: Anders sieht es bei Immobilienkrediten aus. Hier gelten andere Regeln und es gibt keine solchen Freigrenzen.

Beispielrechnung

Folgendes Beispiel verdeutlicht, wie das in der Praxis aussehen kann.

Alter Kredit

Angenommen, bei einem Ratenkredit stehen noch 20.000 Euro aus. Die Restlaufzeit beträgt 36 Monate. Der bestehende Kredit kostet effektiv 9 % pro Jahr.

Alte Kosten

Bei unveränderten Bedingungen wären über die verbleibenden drei Jahre insgesamt rund 22.780 Euro zu zahlen. Davon entfallen ungefähr 2.780 Euro auf Zinskosten.

Umschuldungskredit

Nun gibt es ein Umschuldungsangebot über ebenfalls 20.000 Euro und 36 Monate, allerdings zu 6 % Effektivzins.

Neue Kosten

Der Gesamtbetrag liegt in diesem Beispiel bei nur noch rund 21.850 Euro., also 1.850 Euro Zinskosten - macht etwa 930 Euro weniger, eine deutliche Ersparnis.

Verlangt die bisherige Bank allerdings für die vorzeitige Ablösung beispielsweise 200 Euro, reduziert sich die tatsächliche Ersparnis auf ungefähr 730 Euro; immer noch ein guter Wert, aber eben weniger.

Der Unterschied zwischen neun und sechs Prozent sieht auf den ersten Blick zwar nach einer Ersparnis von drei Prozentpunkten aus. Für die Entscheidung zählt aber die konkrete Summe: In diesem Fall bringt die Umschuldung unter den angenommenen Bedingungen tatsächlich rund 730 Euro Vorteil.

Wann kann eine Umschuldung auch ohne große Zinsersparnis sinnvoll sein?

Nicht jede Umschuldung verfolgt ausschließlich das Ziel, die niedrigsten Gesamtkosten zu erreichen. Für manche Kreditnehmer kann es beispielsweise auch wichtig sein, durch den Ablösekredit mehrere laufende Darlehen zu einer einzelnen Finanzierung zusammenzufassen.

Andere möchten stattdessen vielleicht die Ratenhöhe und Laufzeit völlig neu justieren. Und nicht zuletzt sind Ablösekredite beliebte Finanzprodukte, um weniger „kontrollierbare" Kredite wie insbesondere den Dispokredit abzulösen – weil bei diesem jeder Kontoeingang unkontrolliert den Dispo abzahlt, während bei einem Ratenkredit feste Raten zu zahlen sind.

Das heißt, es kommt stark auf den individuellen Einzelfall an. Zwar möchte niemand für einen Ablösekredit deutlich schlechtere Zinsen akzeptieren. Wenn der Fokus jedoch von vornherein auf anderen Attributen der Umschuldung liegt, ist der Zinssatz deutlich weniger relevant als bei Personen, die bloß auf die minimal möglichen Kreditkosten schauen.

 



 

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