Mit Blick auf den S&P 500 sind Analysten in Bezug auf die Energiebranche am bullishsten: Laut FactSet erhält der Sektor rund 60 Prozent der Kaufempfehlungen. Die Gründe!

Energieaktien sind in diesem Jahr bisher um 5,7 Prozent gefallen, während der gesamte S&P 500 um über 16 Prozent zugelegt hat. Damit ist der Energie-Sektor der Sektor mit der zweitschlechtesten Wertentwicklung. So sind beispielsweise die Aktien von Chevron im bisherigen Jahresverlauf um etwa 13,5 Prozent gefallen, Halliburton-Titel fielen um 18,4 Prozent, Marathon Oil-Papiere sind um rund 18 Prozent und Pioneer Natural Resource-Aktien um elf Prozent gefallen.

Im vergangenen Jahr gehörten Öl-Aktien dagegen zu den absoluten Top-Performern. Der Energiesektor ist um 59 Prozent gestiegen, nachdem Russlands Einmarsch in der Ukraine die Rohstoffpreise in die Höhe schnellen ließ. Die Rezession in Europa, die Besorgnis über eine mögliche Rezession in den USA und die enormen Herausforderungen für die chinesische Wirtschaft im Jahr 2023 haben jedoch die zuvor gefeierten Energieaktien unter Druck gesetzt. Anleger fürchten eine schwache Nachfrage nach Öl. Die Internationale Energieagentur prognostizierte Anfang des Monats, dass die Energienachfrage in diesem Jahrzehnt kaum wachsen werde, bevor sie 2028 ihren Höhepunkt erreicht.

"Es hat den Anschein, als befände sich alles in einer Warteschleife, bis die Frage nach der Rezession mit Ja oder Nein beantwortet ist", zitiert CNN Business Jay Rhame, Geschäftsführer von Reaves Asset Management.

Viele Energietitel sind zudem Dividendenwerte, die in diesem Jahr schlecht abgeschnitten haben. Anleger haben sich eher auf Wachstumswerte wie Nvidia und Tesla gestürzt, weil sie auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank Fed gewettet haben. Der S&P 500 High Dividend Index ist in diesem Jahr um 6,4 Prozent gefallen.


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Langsam wendet sich das Blatt aber wieder: Die Kurse der Energietitel sind attraktiv und die Unternehmen verdienen Geld. Laut FactSet werde der Energiesektor des S&P 500 derzeit mit dem 10,5-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt und liegt damit unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von etwa 18,9.

Den Energieunternehmen ist es zudem gelungen, selbst bei sinkenden Öl- und Gaspreisen rentabel zu bleiben. So meldete ExxonMobil, der größte Ölkonzern der USA, für das erste Quartal einen Gewinn von 11,6 Milliarden US-Dollar ohne Sonderposten – das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. "Wenn man an die Devise "Buy low, sell high" glaubt, sind die Fundamentaldaten immer noch ziemlich stark und die Aktien sehr günstig", so Eric Diton, Managing Director der Wealth Alliance.

Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Zentralredaktion


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