Der Vermögensverwalter David Dietze warnt im CNBC-Interview vor der bullishen Euphorie. Anstatt sichere Häfen anzulaufen, sollten Anleger bei ausgewählten Titeln die Einstiegskurse nutzen.

Der Aktienmarkt hat bislang ein unerwartet starkes Jahr erlebt und sorgt für gehörige Euphorie unter Anlegern. Doch David Dietze, Börsen-Veteran und Geschäftsleiter beim US-Vermögensverwalter Peapack Private Wealth Management, zeigt sich skeptisch: "Manche definieren den Beginn eines neuen Bullenmarktes technisch als einen Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem jüngsten Tiefstand", sagt er gegenüber dem US-Nachrichtensender CNBC. Nach dieser Definition erfüllt der Nasdaq zwar den technischen Bullen-Test, nicht jedoch der S&P 500, der seit seinem Tief im Oktober nur um etwa 14 Prozent gestiegen ist.

"Andere tun sich schwer damit, eine Marktbewegung als neuen Bullenmarkt zu bezeichnen, solange der Markt nicht zumindest sein vorheriges Allzeithoch erreicht hat", fügt Dietze kritisch hinzu. Nach dieser Auffassung sind wir allerdings noch weit von einem neuen Bullenmarkt entfernt: Der Nasdaq ist fast 30 Prozent von seinem Höchststand entfernt, dem S&P 500 fehlen knapp 15 Prozent.

So positioniert sich der Börsen-Veteran

Was heißt das nun für Anleger? Zunächst einmal stellt Dietze im Interview klar, dass er trotz seiner Skepsis im Aktienmarkt investiert bleibt. Die Attraktivität von Geldmarktfonds mit höheren Renditen sowie kurzlaufende Staatsanleihen könne genauso schnell wieder nachlassen, wie sie gestiegen ist. "Es ist sehr riskant zu versuchen, den Markt zwischen Bargeld, auch wenn es höhere Renditen bringt, und Aktien zu timen", warnt er.

Der Experte rät einerseits zu Small Caps: Der Sektor habe in der Vergangenheit eine überdurchschnittliche Wertentwicklung gezeigt und könnte nun einen erneuten Aufschwung erleben. Die bisher unterdurchschnittliche Performance in diesem Jahr biete dementsprechend gute Einstiegschancen. Etwas konkreter wird der Bullen-Skeptiker bei großkapitalisierten Titeln, darunter der Bankholding Western Alliance Bancorp (niedrige Bewertung und hoher Cashflow), der Kabelnetzbetreiber Comcast (Aktienrückkaufprogramme und hohe Dividendenzahlungen) sowie der Immobilieninvestmenttrust Boston Properties (erstklassiges Immobilienportfolio).

Bei vermeintlich "sicheren Häfen" wie Gold und Kryptowährungen mahnt er derweil zur Vorsicht. Außerdem sieht er Mega-Cap-Technologiewerte wie Microsoft und Alphabet kritisch. Deren Kursanstiege seien laut Dietz "fundamental nicht zu rechtfertigen".

(tl) für die wallstreet:online Zentralredaktion

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