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Fed-Zinsschock

Nasdaq stürzt auf 29.000 – dann dreht der Markt! 17.09.2026, 09:37 Uhr von WH Selfinvest

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
DAX 25.749,00 PKT +0,99 % Lang & Schwarz
US Tech 100 29.419,97 PKT +1,70 % TTMzero RT (USD)
XETRA Gold 122,08 EUR +2,01 % Lang & Schwarz

Als Sonderformat haben wir uns auch diesmal wieder auf die Zinssitzung der US-Notenbank fokussiert. Diesmal war dabei eine "echte Bewegung" am Zinsmarkt zu sehen, die als geldpolitische Kehrtwende gilt. Denn der US-Leitzins wurde erstmals seit 2023 wieder angehoben und zwar einstimmig! Der neue Zielkorridor für die Federal Funds Rate stieg um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent und soll die weiter hohe Inflation eindämmen. Wir arbeiteten dies zum Start in das Webinar noch einmal auf und resümierten die aktuellen Daten der Vorwoche zu Verbraucherpreisen und Erzeugerpreisen im Zeitablauf.

Gleichzeitig präsentiert sich die amerikanische Wirtschaft nach Einschätzung der Fed aber überraschend robust. Auch dies belegten wir anhand der Arbeitsmarktstatistik. Der Fed-Präsident Kevin Warsh sagte bereits auf dem Jackson Hole Symposium, dass es ein solides US-Wachstum gibt und ergänzte, weiterhin hohe Investitionen ohne Schwäche zu sehen. Auch die neuen Projektionen der Notenbank unterstreichen den restriktiveren Kurs. Für 2026 erwartet die Fed nun ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent und eine Arbeitslosenquote von lediglich 4,1 Prozent. Gleichzeitig wurde die Prognose für die PCE-Inflation auf 3,7 Prozent angehoben. Der sogenannte Dot Plot signalisiert zudem einen Leitzins von rund 4,1 Prozent zum Jahresende. Damit rechnen die Währungshüter im Median mit einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Ende 2026. Bemerkenswert ist zudem, dass auch für Ende 2027 ein Zinsniveau von rund 4,1 Prozent erwartet wird.

Zunächst stieg der US-Markt dynamisch an und berührte fast die Tageshochs, die es gegen 17.00 Uhr zu sehen gab. Dort visierte ich eine Short-Idee an, doch das Hoch wurde um wenige Punkte verfehlt. Es kam nicht zu diesem Trade, der auf einen Rücklauf bis zum 20.00 Uhr Ausgangslevel geplant war. Ich schaute den Kursen somit hinterher und suchte nach einem weiteren Setup. Direkt zum Start der Rede von Kevin Warsh entstand dann neuer Druck, der durch die Andeutung weiterer Zinsschritte den Markt verunsicherte. Technisch berührte der Nasdaq damit die 29.000 und somit eine psaychologische Marke, die uns in den letzten Tagen mehrfach beschäftigte. Hier legte ich eine Long-Position in den Markt und konnte von der Gegenbewegung profitieren. Sie lief sogar weiter als vorab gedacht und damit bis fast erneut an das Tageshoch heran - was für eine Vola!



Damit nicht genug, im weiteren Verlauf und mit dem Start der Pressekonferenz gab es weitere Abgaben, die dann sogar bis unter 29.000 Punkte und letztlich sogar bis zum Wochentief reichten. Hier sah ich noch ein interessantes Level für einen Kontra-Trade, doch die Webinarzeit näherte sich dem Ende.

Auch der Dow Jones und der Ölpreis waren ein Thema und wurden in der Chartanalyse berücksichtigt. Gerade in der Community fanden hier viele Aktivitäten statt und ein Trade sogar mit 220 Punkten Gewinn konnte aufgezeigt werden.

Kevin Warsh machte in der Pressekonferenz dann noch einmal deutlich, dass die Bekämpfung der Inflation derzeit oberste Priorität besitzt. Die Preissteigerungen seien bereits zu lange zu hoch und die Daten der vergangenen Monate hätten noch keine überzeugende Verbesserung des zugrunde liegenden Inflationstrends gezeigt. Gleichzeitig sieht Warsh den Arbeitsmarkt praktisch auf Vollbeschäftigungsniveau und die Wirtschaft stärker als noch vor wenigen Monaten. Trotzdem vermied er eine konkrete Festlegung auf den nächsten Zinsschritt. Die Fed werde nicht auf einzelne Konjunkturdaten reagieren, sondern die längerfristigen Trends beobachten. Die zuletzt deutlich gestiegenen Renditen amerikanischer Staatsanleihen wertete Warsh zudem nicht als Vertrauensverlust in die Geldpolitik. Vielmehr seien die robuste Konjunktur, hohe Investitionen und insbesondere der enorme Kapitalbedarf für KI, Rechenzentren und andere Technologieprojekte wichtige Gründe für die steigenden Finanzierungskosten.

Die Aussicht auf länger erhöhte Zinsen belastete somit den Aktienmarkt, während der US-Dollar und die Anleiherenditen zulegten. Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu einer lockeren Geldpolitik hat durch die September-Sitzung damit einen deutlichen Dämpfer erhalten. Dennoch kam es in den letzten 20 Minuten Handel an der Wall Street zu einer starken Gegenbewegung, die wieder bis fast 29.000 Punkte im Nasdaq reichte. Es könnte dort somit für den anstehenden Verfallstag am Freitag zum "Showdown" kommen.

Darauf blickt dann Heiko im nächsten Traders Circle und zwar speziell zum DAX-Future-Verfall in der Mittagszeit. Melde dich gern dazu an und sei interaktiv live dabei:

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