Der Kochboxenversender HelloFresh hat im vierten Quartal 2022 besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz kletterte um fast 20% auf knapp 1,9 Milliarden Euro und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 22,4% auf 160 Millionen Euro. Der durchschnittliche Bestellwert auf Konzernebene stieg ebenfalls um 12%. Dennoch blickt der Konzernvorstand vorsichtig auf das laufende Jahr.

Kurz zusammengefasst:

  • Hellofresh hatte im Abschlussquartal 2022 deutlich besser abgeschnitten als erwartet
  • Umsatz stieg um fast ein Fünftel auf knapp 1,9 Milliarden Euro
  • um Sondereffekte bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 22,4 Prozent auf 160 Millionen Euro
  • jedoch bestellten im vierten Quartal weniger Kunden in den USA, dem wichtigsten Markt des Unternehmens
  • der durchschnittliche Bestellwert auf Konzernebene stieg um zwölf Prozent
  • Hellofresh will weiterhin sogenannte „Add-Ons“ vertreiben
  • für das laufende Jahr hofft das Unternehmen auf ein währungsbereinigtes Plus von zwei bis zehn Prozent beim Umsatz
  • pessimistischere Prognose beim operativen Gewinn
  • Hellofresh gilt als starker Profiteur der Pandemie

Kundenaktivität und Ausblick

Im vierten Quartal 2022 bestellten weniger Kunden in den USA, dem wichtigsten Markt des Unternehmens. In allen anderen Ländern stieg die Zahl aktiver Kunden jedoch leicht an. Der durchschnittliche Bestellwert stieg aufgrund von mehr Mahlzeiten und Zusatzprodukten. Der Konzernvorstand plant, seine Strategie fortzusetzen und sogenannte „Add-Ons“ noch stärker zu vertreiben.

Prognose

Für 2023 hofft HelloFresh auf ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2% bis 10%, wobei der größte Treiber der verzehrfertigen Mahlzeiten in Nordamerika sein soll. Allerdings ist der Vorstand beim operativen Gewinn pessimistischer und erwartet einen Rückgang oder einen deutlichen Sprung nach oben, während Analysten höhere Erwartungen haben.

Begründung der Vorsicht

HelloFresh begründet seine Vorsicht damit, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 noch stark von der Pandemie profitiert hatte und dieser Effekt sich nach der Normalisierung und dem Wegfall von Corona-Maßnahmen nicht wiederholen wird. Zudem dürfte das Konsumumfeld für den größten Teil des Jahres gedämpft bleiben. Als einer der stärksten Profiteure der Pandemie gilt HelloFresh als einer der Unternehmen, bei denen Skeptiker ein weiteres Wachstum infrage stellen, seitdem die Restriktionen weggefallen sind.

So reagiert der Markt auf die Zahlen

HelloFresh Chart

Börsennews-Redaktion intern / CPT