SOFTBANK WKN: 891624 ISIN: JP3436100006 Kürzel: SFT Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
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Lang & Schwarz
Kommentare 1.353
ArmerMarius!,
15.12.2019 9:50 Uhr
0
https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/softbank-bb-biotech-welche-beteiligungsgesellschaft-083442666.html
Morris.Keller,
11.12.2019 19:00 Uhr
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Das Vertrauen kann mMn wiedergewonnen werden, sollte softbank es wirklich schaffen, aus wework ein profitables Unternehmen zu machen. Dies wäre ein Zeichen dafür, dass softbank als beteiligungsgesellschaft auch aktivistisch Unternehmen in die richtige Richtung lenken kann
Olli2111,
11.12.2019 10:36 Uhr
0
Softbank: Deutlich mehr als WeWork
Eine zweite Aktie, die gegenwärtig vergleichsweise preiswert gehandelt wird, ist die der japanischen Beteiligungsgesellschaft Softbank. Zugegeben, hier lief in den vergangenen Wochen und Monaten gewiss nicht alles rund, insbesondere die WeWork-Beteiligung sorgte sogar für einen Milliardenverlust. Auch deshalb könnte sich hier jedoch derzeit eine attraktive langfristige Chance verbergen, die womöglich im kommenden Jahr wieder zum Turnaround ansetzt.
Die Softbank ist schließlich mehr als bloß die derzeit medial dominierende WeWork-Beteiligung. Bis zu 1.000 verschiedene Namen werden zum Kreis der Beteiligungsgesellschaft gezählt, wobei zugegebenermaßen nicht alle das Ausmaß von WeWork haben. Mit Alibaba (WKN: A117ME) existiert hier jedoch sogar ein bedeutenderes milliardenschweres Aktienpaket, das möglicherweise alleine ein gewaltiges Gegengewicht zu WeWork bilden kann. Und hier läuft es zudem in Anbetracht des Wachstumsmarktes E-Commerce weiterhin.
Derzeit kommt die Aktie der Softbank außerdem auf einen Shareholder Value in Höhe von 11.356 Yen, dem lediglich ein Aktienkursniveau von 4.308 Yen gegenübersteht, wodurch sich ein Quotient von gerade einmal 0,38 ergibt. Eine spannende Ausgangslage, um von vielen internet- und technikaffinen Chancen zu profitieren. Vor allem, sobald der WeWork-Fokus in den kommenden Monaten oder auch Quartalen wieder von der Aktie weichen sollte.
Olli2111,
11.12.2019 10:20 Uhr
0
Bernstein-Analyst: Softbank wird noch von massiven Investitionen in WeWork profitieren
11.12.2019 08:24:00
In Sachen WeWork wird Softbank "zuletzt lachen" - das zumindest glaubt Bernstein-Analyst Chris Lane. Ihm zufolge dürften sich die massiven Investitionen nach einer Restrukturierung in jedem Fall auszahlen.
• Bernstein-Analysten zuversichtlich bezüglich WeWork-Geschäftsmodell
• Softbank-Investitionen in WeWork werden sich als "wertschöpfend" erweisen
• Softbank wird "zuletzt lachen"
WeWork hat einen dramatischen Absturz hinter sich. Tiefrote Zahlen, hohe Verluste, der geplatzte Börsengang - der Büroraum-Anbieter ist deutlich ins Straucheln geraten. Bereits im September waren die Pläne für einen Gang aufs Börsenparkett verschoben worden, anschließend scheiterten sie vollständig aufgrund der Skepsis der Anleger. Ihnen zufolge sei WeWork deutlich zu hoch bewertet angesichts der hohen Verluste. Dann folgte auch noch eine enorm hohe Abfindung für den ehemaligen Chef und Mitgründer Adam Neumann, der als Hauptverantwortlicher für das Fiasko gilt.
WeWork beschert Softbank massive Verluste
Inmitten dieser turbulenten Zeiten wurde Ende Oktober bekannt, dass der Großinvestor Softbank weiteres Geld in das Startup gepumpt hat und somit die Kontrolle über WeWork übernommen hat. Die Japaner wollten ihre Investition in das maßlos überbewertete junge Unternehmen mit einer weiteren Finanzspritze retten. So flossen weitere 9,5 Milliarden US-Dollar über neue Kredite und den Kauf von weiteren Anteilen, sodass Softbank im Anschluss daran 80 Prozent an WeWork hielt, berichtete die Deutsche Presse-Agentur dpa. Anfang November legte Softbank dann die Halbjahres-Bilanz vor. Das Ergebnis war ernüchternd - WeWork erwies sich als massive Belastung, war das Startup doch der Grund für Abschreibungen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar. Der Gewinn brach daraufhin um etwa die Hälfte ein. Softbank-Gründer und -CEO Masayoshi Son zweifelte selbst an seiner Entscheidung, in WeWork zu investieren, und entschuldigte sich sogar für diesen Schritt, wie Bloomberg berichtet.
Bernstein: Softbank wird "zuletzt lachen"
Bernstein-Analyst Chris Lane zeigte sich trotz dieser katastrophalen Zahlen zuletzt zuversichtlich. Er ist der Ansicht, dass sich die massiven Investitionen in WeWork für Softbank noch auszahlen werden und der Deal schlussendlich funktionieren wird, heißt es bei CNBC. "Trotz der enormen Peinlichkeit, die WeWork in diesem Jahr für Softbank darstellte, vermuten wir, dass Softbank zuletzt lachen wird, wenn sie das Unternehmen in ein paar Jahren wieder auf den Markt bringen - größer und profitabler", schrieb der Senior Research Analyst kürzlich in einer Notiz.
Weitreichende Veränderungen bei WeWork nötig
Um WeWork erfolgreich zu machen, müsse Softbank nun den Businessplan des Startups überarbeiten und neu strukturieren sowie sich sorgfältig mit der Entwicklung des Büromarktes auseinandersetzen, schätzt Lane. Zu diesem Zweck ernannte Softbank Marcelo Claure im Oktober zum Executive Chairman und übertrug ihm die Verantwortung für den anstehenden Turnaround des Startups. Unter seiner Führung werde WeWork nun in der Lage sein, sich auf die Rentabilität zu konzentrieren, so Lane. Dazu müsse er die schrittweise Expansion zunächst stoppen, die vorhandenen Räumlichkeiten vermieten und die Kosten senken, indem man sich nur noch auf das Kerngeschäft konzentriere.
Lane vergleicht das Geschäftsmodell dabei außerdem mit dem der Kaffeehauskette Starbucks. Denn auch hier würden "Branding, Beständigkeit und Globalität" Wettbewerbsvorteile schaffen, heißt es bei Bloomberg. "Wir denken, dass Investoren an das grundlegende Geschäft denken sollten, das ähnlich ist wie das von Starbucks. Obwohl profitabel, ist die Größenordnung der Gewinne, die aus einem einzigen Standort erzielt werden können, gering. Starbucks als Unternehmen macht nur Sinn, wenn man plant, Tausende von Filialen zu eröffnen", zitiert CNBC den Bernstein-Analysten. Lane und seine Kollegen sehen daher eine Chance für WeWork, über den Nischenmarkt für Entrepreneure hinauszugehen und flexible Immobilien für ein breiteres Spektrum von Unternehmen anzubieten, erklärt Bloomberg die Einschätzung der Experten. Dabei sprachen sie von "Managed Space as a Service" und verglichen das Konzept mit "Software as a Service". "Wir glauben daran, dass die Bewertung von WeWork gerechtfertigt ist, wenn Sie langfristig daran glauben, dass ‘Büroflächen’ ein Managed Service sind, der an Fachleute ausgelagert wird - und dass WeWork der führende Global Play sein wird", so die Bernstein-Analysten.
Nach den nötigen Änderungen des Businessplans dürfte es mit WeWork wieder bergauf gehen: "Wir glauben, dass sich die Investition letztendlich als wertschöpfend erweisen wird. Nach der Restrukturierung wird Softbank mit 80 Prozent des Eigenkapitals an einem unserer Meinung nach weiterhin sehr vielversprechenden Geschäft beteiligt sein", zeigten sich die Experten von Bernstein optimistisch.
Redaktion finanzen.net
Paddy90,
06.12.2019 17:27 Uhr
0
Ok sehr gut :)
Paddy90,
06.12.2019 8:27 Uhr
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Ist softbank in tik tok investiert? Tik tok boomt ja zur zeit bei jungendlichen. Habe gestern im tv gesehen, dass die download zahlen großer sind als bei intsagram.
Rosebud2019,
04.12.2019 23:48 Uhr
0
Geht wieder etwas aufwärts hier, auf lange Sicht zurücklehnen
Bobby_Axelrod,
29.11.2019 5:50 Uhr
0
Asien sieht wieder schlimm aus gerade
Rosebud2019,
29.11.2019 0:24 Uhr
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@MsB, danke 👍. Hoffe, Softbank verzockt sich nicht weiter. In den Vison Funds sollten doch auch ein paar Perlen sein.
Olli2111,
28.11.2019 11:03 Uhr
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Kommt immer drauf an wo man eingestiegen ist und wie viel Zeit man mitbringt.
Bobby_Axelrod,
28.11.2019 10:29 Uhr
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Richtige Schrottaktie. Nur am fallen.
Morris.Keller,
28.11.2019 9:22 Uhr
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Das ist die Zeit des Einstiegs oder des Wartens. Alibaba Buchgewinne schießen enorm in die Höhe und man kann davon ausgehen dass Werte aus dem vision fund / delta fund Erfolge bringen werden. Das Prinzip von venture capital ist eben mit einer im Vergleich zum Aktienmarkt geringen Erfolgsquote überrenditen erzielen zu können.
BioRadler,
17.11.2019 8:17 Uhr
0
Ob Link oder Text hier ist doch egal... Wen's interessiert, der muss so oder so alles lesen, egal wo... daher 👍 MsB.
MsB.,
17.11.2019 5:55 Uhr
0
Das ist hinter der Paywall.
ArmerMarius!,
16.11.2019 23:10 Uhr
0
+1
MsB.,
16.11.2019 10:06 Uhr
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Aus dem aktuellen Spiegel zur Info:
Globale ***
Finanzwelt Der japanische Softbank-Konzern lenkt den weltgrößten Risikokapitalfonds. Doch nicht nur beim Bürovermieter WeWork hat sich die Firma um Milliarden Dollar verzockt. Schuld daran ist auch eine Truppe von Fondsmanagern, die schon bei der Deutschen Bank viel Geld verspielt hat.
Softbank-Gründer Son: »Ein Monster geschaffen«
Wie entspannt kann man sein, wenn man gerade 6,5 Milliarden Dollar Verlust melden musste, in nur einem Quartal?
Sehr entspannt offenbar.
Mittwoch voriger Woche, Munish Varma, Manager der Investmentfirma Softbank, sitzt auf der Bühne einer Konferenz in Lissabon. Kurz zuvor hat sein Unternehmen in Tokio die katastrophalen Zahlen kommuniziert. Und Varma, weißes Hemd, offener Kragen, lässig in einen Sessel gelehnt, sagt: »Wir sind bullish.«
Bullenhaft, das Börsen-Codewort für zuversichtlich, auf steigende Kurse setzend. Kein Zeichen der Unsicherheit bei ihm, keinerlei Irritation. Als wäre nichts gewesen, als liefe alles prima.
Varma ist bei Softbank etwa für das Geschäft in Indien zuständig. Sein Auftritt ist ganz so, wie seine Firma sich die Gründer wünscht, deren Projekte sie mit Geld bewirft: selbstbewusst, entschlossen. Alles, nur nicht zögerlich.
Softbank galt bis vor Kurzem als unangefochtener Leitbulle der Wagniskapitalszene. Die japanische Firma hat über ihren Hochrisikofonds Vision Fund, der in London sitzt, Milliarden in alle Ecken der globalen Digitalwirtschaft gepumpt.
Gestützt mit Geld aus ***di-Arabien, hat sich der Vision Fund in etliche der höchstbewerteten Tech-Firmen der Welt eingekauft: Uber, Slack, WeWork, TikTok. »Go Big or Go Home«, alles oder nichts – nach dieser Losung verfuhr Softbank-Gründer und -Chef Masayoshi Son bei seinen großen Wetten auf schnelles Wachstum. Wo immer der Vision Fund einstieg, schnellten die Bewertungen in den vergangenen Jahren in astronomische Höhen.
Doch der Bulle hat ein Schlachtfeld hinterlassen. Mit dem spektakulär gescheiterten Börsengang des Büroraumvermieters WeWork ging die gewagteste von Sons Wetten verloren. Diverse weitere Unternehmen im Softbank-Portfolio haben massiv an Wert verloren, allein der Fahrdienstvermittler Uber hat seit dem Börsengang 40 Prozent eingebüßt. Spätestens seit dem WeWork-Debakel fragen sich nervöse Investoren, wie wertvoll der Rest der gut 80 Firmen wohl ist, auf die der Vision Fund sein Kapital verteilt hat. Eine Implosion des Superfonds könnte den Tech-Aktien rund um den Globus schwer zusetzen.
Der bevorstehende Börsengang von Bytedance, der Firma hinter der beliebten Video-App TikTok, könnte dafür zum Test werden. Das Start-up ist derzeit mit sagenhaften 75 Milliarden Dollar bewertet.
Platzt hier die nächste große Investitionsblase?
Zu viel, zu schnell: Softbank hat das »blitzscaling« – Silicon-Valley-Sprech für blitzartiges Wachstum – besonders aggressiv betrieben. Allein war die Firma damit nicht. Über 200 Milliarden Dollar haben Wagniskapitalgeber im vergangenen Jahr in Start-ups gesteckt, mehr als auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. Der mit rund 100 Milliarden Dollar gefüllte Vision Fund war allerdings mit weitem Abstand der größte Topf, und er wurde in Rekordzeit geleert.
An den offenen Schleusen des Geldspeichers stand dabei ausgerechnet ein Team von Ex-Deutsche-Bank-Managern um Rajeev Misra, den schillernden Chef des Vision Fund. Mindestens sieben ehemalige Wertpapierhändler der Bank haben in den vergangenen Jahren beim Vision Fund angeheuert.
Es sind Namen, die man sich nicht merken muss, aber ihre Zahl und ihr herdenartiger Karriereverlauf sind vielsagend. Da ist Colin Fan, Ex-Chef des Kredithandels; da ist Akshay Nikita, Ex-Chef des Eigenhandels; Saleh Romeih, ehemals Deutsche Bank Singapur; Ioannis Pipilis, Ex-Chef des Anleihehandels; Faisal Rahman, Co- Chef für ***di-Arabien. Und eben Munish Varma, jener Mann mit dem Auftritt in Lissabon, der schon für die Deutsche Bank Milliarden in Indien bewegte.
Sie eint, dass sie zu »Anshu's Army« gehörten, jener legendären Händlertruppe, die ab Mitte der Neunzigerjahre unter Anshu Jain die Deutsche Bank dominierte – und das Institut später fast ruinierte. Masayoshi Son hat das Schicksal von Softbank damit in die Hände von Leuten gelegt, die im Ruf stehen, zu den größten Kapitalmarktzockern der vergangenen Jahre zu gehören.
Rajeev Misra, Kopf der Truppe, war als Chef des Deutsche-Bank-Kredithandels mit gewaltigen Wetten auf riskante Wertpapiere aufgefallen. Er verließ das Geldhaus im Sommer 2008, wenige Wochen vor dem Lehman-Crash. Misra habe, so erinnert sich ein früherer Vorgesetzter, konzernintern eine Art eigenen Hedgefonds aufgebaut, der in der Spitze bis zu 23 Milliarden Euro in gefährliche Wertpapiere investiert habe. »Hätten wir uns nicht von ihm getrennt, das Portfolio schnell drastisch abgebaut und Gegenpositionen zu seinen Wetten aufgebaut, wäre uns die Bank in der Krise um die Ohren geflogen«, erinnert sich der frühere Spitzenmann der Deutschen Bank. Eine Anfrage des SPIEGEL an den Vision Fund blieb ohne Antwort.
Misra setzte seine Karriere als Risiko-Trader beim Vision Fund fort, unterstützt von ehemaligen Deutsche-Bank-Kollegen und von der Londoner Investmentboutique Centricus. Ihr Büro liegt zehn Minuten Fußweg vom Softbank-Büro im Londoner Stadtteil Mayfair entfernt. Auch hier hat sich eine Garde früherer Deutsch-Banker zusammengefunden. Sie stellte für Softbank unter anderem den Kontakt zum ***dischen Königshaus her.
»Misra ist ein Trader durch und durch«, sagt Klaus Hommels, dessen Wagniskapitalfonds Lakestar von Zürich aus investiert. Bei einem Treffen in London habe er Misra einmal gesagt, dass er mit dem Vision Fund und seinen Beziehungen zum ***dischen Königshaus ein »geopolitisches Werkzeug« in den Händen halte. Misra – Füße auf dem Tisch, in der einen Hand eine E-Zigarette, in der anderen eine richtige – habe kurz innegehalten, gelacht und schließlich freudig festgestellt: »Stimmt!« So erinnert sich Hommels.
WeWork-Chef Neumann 2018: »Total *** disaster«
Auch die letzte, absurd hohe Finanzierungsrunde für WeWork, die den Wert des Start-ups auf dem Papier auf 47 Milliarden Dollar wuchtete, wird Misra angelastet. Zögerliche Unternehmer aus dem Portfolio des Vision Fund soll er schon mal mit dem Spruch abgekanzelt haben: »Du verbrennst nicht genug Geld.«
Bei WeWork war diese Art von Ermahnung nicht nötig. Das Debakel um den Bürovermieter, dessen Wert nach dem gescheiterten Börsengang jäh um 40 Milliarden Dollar abstürzte, hält der New Yorker Marketingprofessor Scott Galloway für »eine unternehmerische Katastrophe«. WeWork werde Studenten an den Wirtschaftsuniversitäten »noch in Jahrzehnten als Fallbeispiel dienen«. Galloway ist einflussreicher Kommentator der Tech-Industrie. Das WeWork-Drama nennt er am Telefon ein »total *** disaster«.
WeWorks exzentrischer Chef, Adam Neumann, der Einhornreiter mit dem wallenden Haar, ist abgesetzt, 4000 Angestellte sollen entlassen werden, der Börsengang ist geplatzt. Softbank musste einen 9,5 Milliarden Dollar teuren Rettungsschirm spannen. Gegenüber Vertrauten gestand Masayoshi Son, Softbank habe mit WeWork »ein Monster geschaffen«. Man wolle künftig nur noch in Firmen mit einem »klareren Weg in die Profitabilität« investieren.
Das Drama lenke ab vom eigentlich Problem, findet Len Sherman von der Columbia Business School: »Okay, Neumann hat Marihuana in seinem Privatjet geraucht, aber wen kümmert das? Er ist nur ein Symptom. Es hätte keinen Adam Neumann geben können ohne Softbank und Masayoshi Son. Es hätte auch kein Uber gegeben, kein Slack.«
Son, in Japan geboren, studierte Wirtschaft und Computerwissenschaften an der University of California in Berkeley, trotz anfänglich lausiger Englischkenntnisse. Noch auf der Uni erfand er, kaum 20 Jahre alt, ein elektronisches Wörterbuch, das er für 1,7 Millionen Dollar an den Elektronikkonzern Sharp verkaufte – sein erster großer Deal.
Einige Jahre später gründete er eine Vertriebsfirma für Computerprogramme: Softbank. 1994 brachte er das Unternehmen an die Börse und machte bald das Investment seines Lebens: Mit 20 Millionen Dollar kaufte er sich im Jahr 2000 in ein Unternehmen ein, das im Westen damals niemand kannte: Alibaba. Heute ist sein Anteil an der chinesischen Handelsplattform mehr als 100 Milliarden Dollar wert.
Son galt fortan als Investmentgenie. Zukäufe finanzierte er schon damals bevorzugt mit Schulden. Den ***dischen Kronprinzen Mohammed bin Salman lud Son vor Jahren zum Speeddating in das Gästehaus der japanischen Regierung in Tokio ein, um ihn zu einer Kapitalspritze zu überreden – »45 Milliarden in 45 Minuten«, rühmte sich Son später.
Wie Sons Alles-oder-nichts-Strategie funktioniert, zeigt das Beispiel Wag. Die Plattform für Hundespaziergänge gehört zu den kuriosesten Investments des Vision Fund, über den Tech-Insider in San Francisco inzwischen sagen, er sei die »dümmste Geldquelle des Silicon Valley«.
Wag ist eine App, über die man jemanden bestellen kann, der den *** ausführt. Kurze Zeit später steht Priscilla vor der Tür. Sie ist Profi. Für den ***, den sie an diesem Tag in einem kalifornischen Vorort zum Gassigehen abholt, hat die Amerikanerin schon ein Leckerli in der Hand, als sich die Haustür öffnet.
Für Priscilla ist Wag-Walking einer von mehreren Teilzeitjobs. Über die Plattform zahlen Hundehalter, die keine Zeit haben, ihr Tier selbst auszuführen, 20 Dollar pro halbe Stunde. Priscilla verdient in ihren besten Wochen 400 Dollar.
Ein Uber für Hundespaziergänge: eine nette, kleine Idee.
Der Vision Fund stieg im Januar 2018 wie ein Überfallkommando bei der Dog-Walking-App ein – mit 300 Millionen Dollar. Dabei hatte das Start-up auf der Suche nach Geldgebern nicht mehr als 75 Millionen aufgerufen. Die Leute von Wag hätten das Geld »mehr aus Angst denn aus Begeisterung« genommen, sagt ein US-Wagniskapitalgeber, der den Fall kennt.
Sie hätten nicht riskieren wollen, dass Softbank sein Geld beim Rivalen Rover investiert, der ebenfalls eine App für Hundedienstleistungen betreibt. Wissenschaftler Sherman: »Jede Firma wusste: Wenn wir das Geld nicht nehmen und auf den Softbank-Dampfer aufspringen, wird eben der Konkurrent eingeladen.« Die Softbank-Millionen sollten Wag zum Alleinherrscher auf dem Hundemarkt machen.
Duncan Davidson gehörte zu den ersten Kapitalgebern von Wag, lange vor Softbank. Er sah große Wachstumsmöglichkeiten für die junge Firma. Mit Hundesitting, Hundepflege, Hundezucht, Hunde***ter und tierärztlichen Diensten hätte die Plattform die ganze Palette an Service rund um den *** bieten können, sagt Davidson.
Softbank aber lieferte mit seinen Millionen auch gleich ein neues Management. Die Gründer verließen die Firma, Wag geriet rasch aus dem Tritt und soll nun zum Verkauf stehen, offenbar für einen Preis weit unterhalb seiner Bewertung aus der Zeit der Vision-Fund-Investition.
Len Sherman zieht aus solchen Beispielen einen harten Schluss: »Es gibt niemanden, der dem Unternehmertum, dem Innovationsgeist und der Start-up-Welt mehr Schaden zugefügt hat als Son und sein Vision Fund.«
Die großen Schecks von Softbank »verderben manchmal die Disziplin in den Unternehmen«, glaubt auch Kurt Müller, Co-Gründer der Venture-Capital-Firma Target Partners in München.
In Deutschland hat sich Softbank unter anderem in die Gebrauchtwagenplattform Auto1 eingekauft, in den Dax-Konzern Wirecard sowie die Digitale-Stadtführungs-Firma Get Your Guide aus Berlin.
Der Vision Fund steckt gern mal 100 Millionen Euro in seine Firmen. Doch wer zu leicht an zu viel Geld komme, der rechne nicht mehr so gründlich, sagt Müller. Erst Wachstum um jeden Preis – um Profit kümmern wir uns später.
Das Phänomen ist nicht auf Softbank beschränkt. Die niedrigen Zinsen und hohen Ersparnisse in vielen reichen Volkswirtschaften haben dazu geführt, dass zu viel Geld da ist für zu wenig werthaltige Anlagen. Große Private-Equity-Fonds zahlen Rekordsummen, um Konzerne von der Börse zu holen. Pensionsfonds kaufen Staatsanleihen von hoch verschuldeten Staaten für Minizinsen. Selbst Pleitefirmen werden mit Krediten zu sensationell günstigen Konditionen über Wasser gehalten. Softbank ist nur ein besonders krasses Symbol für die riskante Jagd nach Rendite.
Für Start-ups hieß das jahrelang, dass sie nicht mehr an die Börse gehen mussten, um an das große Geld zu kommen. Damit blieben sie unreguliert und mussten auch nicht alle drei Monate über Gewinn und Verlust Rechenschaft ablegen. Auch das begünstigte das irre Tech-Dorado.
Große Geldgeber des Vision Fund aber, vor allem aus dem arabischen Raum, werden nervös. Bei der Future Investment Initiative, einer Art Weltwirtschaftsforum im ***dischen Riad, treffen sich jeden Herbst Vertreter der großen Staatsfonds aus der Region, aber auch Wall-Street-Banker, Politiker und Vorstände deutscher Konzerne. Im vergangenen Jahr war der Mord an dem ***di-arabischen Journalisten Dschamal Kaschoggi das große Thema vor Ort. Beim Treffen vor zwei Wochen redeten alle über Softbank und die Probleme des Vision Fund.
Zu den größten Geldgebern der ersten Stunde gehört der Staatsfonds von Abu Dhabi, der 15 Milliarden Dollar in den ersten Vision Fund investiert hat. Dort ist man verärgert, dass sich Misra und seine Gefährten bei WeWork und anderen Beteiligungen verspekuliert haben. Man fürchtet, dass der Reputationsschaden auch auf Abu Dhabi durchschlagen könnte. Im Umfeld des Staatsfonds gilt es als unwahrscheinlich, dass er in den geplanten zweiten Vision Fund noch investiert.
In ***di-Arabien sieht man die Sache dem Vernehmen nach etwas entspannter. Kein Wunder, das Königreich erwartet aus dem Börsengang von ***di Aramco einen wahren Geldregen. Ein wenig davon dürfte in den neuen Vision Fund fließen.
Die nächste Softbank-Geldlawine, der Vision Fund 2, soll noch mal 100 Milliarden Dollar stark werden. Len Sherman allerdings hält das Vorhaben für bereits »tot und vorbei«: »Einen zweiten Vision Fund wird es nicht geben. Zumindest für die nächsten paar Jahre nicht«, sagt Sherman.
Den größten Schaden dürften fürs Erste jene Firmen haben, die in Kürze an die Börse wollen, ob aus dem Softbank-Reich oder darüber hinaus. Dazu zählen neben Bytedance/TikTok etwa Doordash, eine Plattform für Essenslieferungen, oder Postmates, ein Start-up für Kurierdienste. »Die sind verloren. Keine Chance, dass sie an die Börse kommen«, glaubt Sherman. Der Appetit der Wall Street auf Wachstum ohne Profit sei vorbei.
Tim Bartz, Martin Hesse, Guido Mingels, Marcel Rosenbach
KONTAKT
Mail: GUIDO.MINGELS@SPIEGEL.DE
DER SPIEGEL 47/2019
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