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100 Dollar Brent

Teures Öl bremst DAX nach drei Gewinntagen 07.10.2026, 09:19 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Die Nordseesorte Brent kostet wieder mehr als 100 Dollar je Barrel – und das bremst den DAX zur Wochenmitte. Nach drei Gewinntagen in Folge rutschte der Leitindex im frühen Handel auf rund 25.235 Punkte ab und liegt damit gut 200 Punkte oder 0,8 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Dienstag. Vorbörslich war noch ein kleineres Minus von knapp 0,7 Prozent signalisiert worden. Unter Anlegern ist der Ton spürbar vorsichtiger geworden.

Huthi-Angriffe und ein Sturm treiben den Ölpreis

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben Saudi-Arabien erneut angegriffen, die Feindseligkeiten zwischen Riad und der Gruppe haben sich zuletzt verschärft. Zugleich zieht im Golf von Mexiko ein Sturm auf, der sich nach Einschätzung von US-Meteorologen in den kommenden Tagen zum Hurrikan entwickeln könnte – mitten in einem wichtigen US-Fördergebiet. Brent hatte am Morgen fast ein Prozent auf mehr als 101,50 Dollar zugelegt, inzwischen ist der Aufschlag auf rund 0,3 Prozent bei 101,41 Dollar geschrumpft. Auf Wochensicht hat sich die Sorte von gut 96 Dollar aus um mehr als 5 Prozent verteuert. In Tokio gab der Nikkei 225 rund 0,8 Prozent nach.

Aus Anlegersicht rückt neben der Geopolitik auch die Natur in den Fokus: Naturgewalten dürfe man bei der Ölversorgung nicht unterschätzen. Auffällig sei zudem die wachsende Lücke zur US-Sorte WTI, die mit knapp 89,80 Dollar inzwischen fast 12 Dollar günstiger ist als Brent – vor einer Woche betrug der Abstand noch rund 6,60 Dollar. Die Stimmung zu diesem Punkt ist angespannt.

Französische Staatsanleihen bleiben ein Belastungsfaktor

Die Renditen an den Anleihemärkten liegen trotz einer jüngsten Entspannung weiterhin hoch, vor allem bei französischen Staatspapieren. Paris ringt um seinen Sparhaushalt für 2027, der Risikoaufschlag gegenüber Bundesanleihen ist deutlich gestiegen – an den Märkten macht bereits das Schlagwort einer „Eurokrise 2.0“ die Runde.

Auf Aktionärsseite stößt die Entwicklung auf Unverständnis: Wie die Renditen wieder so hoch stehen könnten, obwohl inzwischen weniger Zinserhöhungen eingepreist seien, erschließe sich nicht. Teures Öl und hohe Renditen werden zusammen als doppelte Last für den Index gesehen.

Eine Gegenbewegung könnte er machen, doch kann er aufgrund von Öl/Renditen auch noch härter abverkaufen.

Anders an der Wall Street: Der S&P 500 markierte am Dienstag ein Rekordhoch bei fast 7.845 Punkten, getragen von der Zuversicht, dass US-Konzerne hohe Energiekosten und Zinsen verkraften. Am deutschen Markt ist davon bislang wenig zu spüren – der Ton bleibt abwartend.

25.500 Punkte erweisen sich als Hürde

Am Dienstag hatte der DAX zeitweise die Marke von 25.500 Punkten überschritten, die sich jedoch als Widerstand erwies. Das bisherige Tagestief liegt bei rund 25.226 Punkten. Mehrere charttechnisch orientierte Anleger sehen den Index nun an einem Scheideweg. Eine zum Wochenstart entstandene Kurslücke bei gut 25.254 Punkten wurde kurz nach Handelsbeginn geschlossen, als wichtigster Bereich darunter wird die Zone zwischen 25.161 und 25.189 Punkten genannt. Bräche der Index nach unten aus, könnte es nach dieser Lesart rasch in Richtung 24.000 Punkte gehen.

Hinzu kommt Misstrauen gegenüber den eigenen Werkzeugen: Der DAX sei an den vergangenen Tagen deutlich anders gelaufen, als es gängige Indikatoren erwarten ließen. Unter Chartbeobachtern überwiegt damit Vorsicht.

Fed-Protokoll könnte den Abend prägen

In den USA beginnt in Kürze die Berichtssaison zum dritten Quartal, Analysten erwarten für die Unternehmen im S&P 500 im Schnitt einen Gewinnanstieg von rund 25 Prozent zum Vorjahr. Um 20 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht die US-Notenbank zudem das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung.

Aus Anlegersicht dürfte vor allem dieser Termin über die Richtung am Abend entscheiden. Ob es bis dahin zu einer Gegenbewegung kommt oder sich der Abverkauf verschärft, bleibt offen – die Stimmung ist abwartend bis nervös.

Bn-Redaktion/sb
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