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100 Dollar Öl

Trump-Dementi stoppt den DAX-Rutsch vorerst 09.10.2026, 09:05 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ein einziger Satz von Donald Trump reicht, um den Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt vorerst zu bremsen. Der US-Präsident hat Berichte über baldige neue Militärschläge gegen den Iran zurückgewiesen und erklärt, vor den Zwischenwahlen am 3. November werde es keinen Angriff geben. Der DAX notiert kurz nach Handelsstart bei rund 24.970 Punkten und damit gut 0,6 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag; vorbörslich war er zeitweise sogar wieder über die Marke von 25.000 Punkten gestiegen. Unter Anlegern überwiegt trotzdem die Vorsicht.

Trump-Dementi nimmt etwas Druck vom Ölpreis

Die Aussage zielt auf den Kern der jüngsten Marktsorgen: den Konflikt mit dem Iran und die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus. Am Ölmarkt ließ der Preisdruck daraufhin etwas nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit rund 103,50 Dollar, umgerechnet etwa 92 Euro, und damit 0,4 Prozent weniger als am Vortag. Am frühen Morgen hatte das Minus noch bei rund anderthalb Dollar gelegen. Die Schwelle von 100 Dollar bleibt damit klar überschritten.

Aus Anlegersicht ist das kaum mehr als eine Atempause. Der Rückgang beim Öl sei zu gering, um von einer echten Entlastung zu sprechen, lautet ein Einwand – nach einem kurzen Rücksetzer sei der Preis rasch wieder gestiegen. Ohne die Äußerungen aus Washington, so wird argumentiert, wäre der Leitindex wohl noch tiefer gefallen; die Erholung gilt deshalb als rein nachrichtengetrieben. Der Ton bleibt skeptisch.

Teure Energie drückt den Leitindex auf Juli-Tief

Wie schwer der Ölpreis wiegt, hatte der Donnerstag gezeigt. Der DAX war gleich zum Auftakt unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen und schloss 1,18 Prozent tiefer bei 24.807 Zählern – der tiefste Stand seit Juli. Der MDAX büßte sogar 2 Prozent ein. Teures Öl, hohe Anleiherenditen und ein Ausverkauf bei Chipwerten kamen zusammen.

Unter Aktionären wird der Zusammenhang zwischen Ölpreis und Leitindex derzeit besonders genau verfolgt. Am Vortag habe sich der DAX erholt, sobald Öl nachgab – und sei wieder abgerutscht, als der Preis anzog.

Aktuell sind einfach diese hohen Energiekosten massives Gift für viele DAX-Werte. […] Der Dax hat halt gleichzeitig an vielen Baustellen eine eingeschenkt bekommen.

Aus dieser Sicht träfe es nicht nur energieintensive Branchen: Industriewerte mit KI-Geschäft litten doppelt, wenn zugleich die Stimmung rund um künstliche Intelligenz kippe, und Finanzwerte spürten die hohen Renditen. Das Bild ist das einer Belastung auf breiter Front, nicht eines Einzelproblems.

Renditen von 5,2 Prozent und KI-Zweifel bremsen die Erholung

Etwas Rückenwind kommt vom US-Anleihemarkt, wo die Renditen nachgegeben haben. Mit 5,2 Prozent liegen zehnjährige US-Staatsanleihen allerdings weiter auf hohem Niveau. Hinzu kommt die Schwäche der Techwerte: Ein Medienbericht, wonach der Umsatz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI geringer ausfalle als zuvor signalisiert, hatte den Nasdaq 100 am Donnerstag um 1,39 Prozent gedrückt. Inzwischen signalisiert die Indikation für den Technologieindex ein Plus von rund 0,8 Prozent.

Von der Nachrichtenlage her, heißt es auf Anlegerseite, dürften die Bären noch nicht durch sein. Zusätzlich wird auf neue US-Daten um 16 Uhr verwiesen, die für weitere Bewegung sorgen könnten. Für die Börsenwoche zeichnet sich für den DAX ein Minus von rund einem Prozent ab – die Stimmung schwankt zwischen Erleichterung über die Atempause und der Sorge, dass Öl und Zinsen den Markt bald wieder fest im Griff haben könnten.

Bn-Redaktion/sb
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