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Berlusconi-Übernahme in der Kritik 27.07.2025, 18:05 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Minister warnt vor Machtverschiebung in deutscher Medienlandschaft

Die geplante Aufstockung der Anteile von MediaForEurope (MFE) an ProSiebenSat.1 sorgt für Unruhe in Berlin. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer äußerte sich im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" besorgt: "Es hat eine Übernahmeschlacht begonnen, über deren Ausgang ich mir Sorgen mache." Seine zentrale Frage: Wird die journalistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Senders nach einem Eigentümerwechsel gewahrt bleiben?

MFE, das vom italienischen Berlusconi-Clan kontrolliert wird, plant, seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 auf über 30 Prozent auszubauen. Der Konzern ist bereits Großaktionär, geführt wird er von Pier Silvio Berlusconi, Sohn des verstorbenen ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Politische Dimension und geplanter Dialog

Weimer kündigte ein direktes Gespräch mit Pier Silvio Berlusconi an. "Wenn ein ausländischer Investor eine so wichtige Institution der Meinungsbildung in Deutschland übernimmt und kontrollieren könnte, dann sollten wir genau hinschauen, wer dahintersteht und welche Verbindungen Einfluss haben", erklärte der Staatsminister. Das Treffen soll laut Medienberichten im September stattfinden.

Neben politischen Bedenken fordert Weimer klare Offenlegung aller Pläne: "Wir prüfen und betreiben eine offene Folgenabschätzung. Wir müssen wissen, wie die politische Einflussnahme von neuen, ausländischen Eigentümern beschaffen sein wird."

Börse reagiert auf Unsicherheit

Die Diskussion um die mögliche Übernahme hinterlässt bereits Spuren an der Börse. Seit Mitte der letzten Woche befindet sich die Aktie von ProSiebenSat.1 unter Druck. Am heutigen Sonntag notiert das Papier bei 7,05 Euro und setzt damit den leichten Abwärtstrend fort. Anleger und Marktbeobachter verfolgen die Entwicklung aufmerksam, da der geplante Kontrollwechsel nicht nur wirtschaftliche, sondern auch medienpolitische Konsequenzen haben könnte.

Bn-Redaktion/aw
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