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Wieder dreistellig

Huthi-Angriffe und Sturm treiben Brent 07.10.2026, 11:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Öl (Brent) 101,83 USD +0,69 % Lang & Schwarz
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Die Nordseesorte Brent kostet wieder mehr als 100 Dollar je Barrel. Am Mittwochmorgen kletterte der Preis um rund 0,9 Prozent auf gut 101,50 Dollar, bis zum Mittag legte er weiter zu: Umgerechnet notiert Brent bei rund 91 Euro, ein Plus von gut 1,5 Prozent und nahe dem Tageshoch. Gleich zwei Krisenherde schüren die Sorge um das Angebot – Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien und ein Sturm, der auf die US-Förderregion im Golf von Mexiko zusteuert.

Huthis nehmen saudische Flughäfen ins Visier

Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde wurden die Flughäfen in Jazan und Najran im Süden des Königreichs angegriffen. Die vom Iran unterstützte Miliz reklamiert darüber hinaus weitere Ziele für sich, darunter eine Raffinerie des Ölkonzerns Aramco in Rabigh – eine Bestätigung aus Riad gibt es dafür nicht. Damit rückt neben der Straße von Hormus erneut die saudische Infrastruktur in den Fokus, über die zuletzt ein wachsender Teil der Exporte am Golf vorbei gelenkt wurde.

Aus Anlegersicht fügt sich der Angriff in eine längere Serie: Verwiesen wird auf mehrere Tanker, die in den vergangenen Tagen in der Straße von Hormus von Geschossen getroffen worden sein sollen, sowie auf Schiffe, die von den iranischen Revolutionsgarden zur Umkehr gezwungen worden seien. Die Stimmung zu diesem Punkt bleibt entsprechend angespannt.

Sturm bedroht 15 Prozent der US-Förderung

Die zweite Front liegt auf der anderen Seite des Atlantiks. Im Golf von Mexiko zieht ein Sturm auf, der sich binnen zwei Tagen zum ersten atlantischen Hurrikan des Jahres entwickeln könnte. Die Offshore-Gebiete in seinem Pfad stehen für rund 15 Prozent der US-Rohölförderung und etwa 5 Prozent der Erdgasproduktion; auch sechs Raffinerien könnten betroffen sein. Zugleich sind die US-Rohölbestände in der Woche bis zum 2. Oktober um gut 2 Millionen Barrel gesunken.

Auffällig: Die US-Sorte WTI profitiert vom Sturmrisiko kaum. Am Morgen lag sie noch knapp 0,9 Prozent im Plus bei gut 90 Dollar, inzwischen ist der Aufschlag auf rund 0,1 Prozent geschrumpft. Der Abstand zu Brent ist damit auf mehr als 11 Dollar angewachsen. Die Reaktionen auf die Kursbewegung fallen abwartend aus, eine klare Richtung zeichnet sich darin nicht ab.

Mehr Öl auf dem Markt und trotzdem teurer

Bemerkenswert ist der Anstieg, weil sich die Versorgung aus dem Nahen Osten zuletzt spürbar erholt hatte. Die saudische Ost-West-Pipeline, die den Persischen Golf umgeht, transportiert inzwischen rund 5,8 Millionen Barrel pro Tag. Binnen sieben bis zehn Tagen haben etwa 12 Millionen Barrel Rohöl täglich sowie 2 Millionen Barrel an Ölprodukten die Region per Tanker verlassen. Rohstoffstrategen der ING erwarten dennoch, dass der Markt auf jede mögliche Lieferstörung nervös reagieren dürfte – dies stellt keine redaktionelle Einschätzung dar.

Wie tief das Krisenniveau inzwischen verankert ist, zeigt der Blick auf die Jahresbilanz: In Euro gerechnet hat sich Brent binnen zwölf Monaten um rund 60 Prozent verteuert. Auf Anlegerseite wird bereits die Frage aufgeworfen, ob eine Rückkehr zu deutlich niedrigeren Preisen in diesem Jahr überhaupt noch realistisch sei:

Die Chancen dieses Jahr hier wieder 70$ zu sehen stehen eher schlecht, oder wie seht ihr das?

Solange Angriffe am Golf und Sturmwarnungen vor der US-Küste zusammenfallen, könnte der Ölpreis empfindlich auf jede neue Meldung reagieren. Auch der DAX spürt den Gegenwind und notiert rund 0,75 Prozent im Minus bei gut 25.150 Punkten.

Bn-Redaktion/sb
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