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Evotec stürzt nach Gewinnwarnung auf Kurstief seit zehn Jahren 14.07.2026, 11:44 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Evotec 3,66 EUR -12,23 % Gettex

(neu: Kursentwicklung, weitere Analystenstimme, mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Evotec DE0005664809 haben am Dienstag ein Kursdesaster erlebt. Eine harsche Gewinnwarnung des Forschungsunternehmens für die Pharma- und Biotech-Branche ließ den Kurs im frühen Handel um fast 36 Prozent auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2016 einbrechen. Am späten Vormittag stand als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 noch ein Minus von 29 Prozent auf 3,508 Euro zu Buche.

Evotec senkte wegen nun erwarteter Umsatzverschiebungen und geringerer Erlöserwartungen seine Jahresziele deutlich, wie der Wirkstoff-Entwickler am späten Montagabend mitteilte. So dürfte nun ein bereinigter operativer Verlust (Ebitda) zwischen minus 70 und minus 105 Millionen Euro anfallen. Zuletzt hatte der Konzern noch auf einen Gewinn zwischen 0 bis plus 40 Millionen Euro gehofft. Der neue Ausblick liegt deutlich unter den durchschnittlichen Marktschätzungen.

"Eine weitere erhebliche Gewinnwarnung", betitelte Jefferies-Analyst Charles Weston seine erste Einschätzung. Zwar gebe es Silberstreifen am Horizont, dem Unternehmen dürfte es allerdings schwerfallen, den Markt davon zu überzeugen. Um Vertrauen zurückzugewinnen, müsse Evotec die Verbesserung der finanziellen Transparenz beschleunigen. Es müsse mehr Kennziffern mit Konstanz veröffentlichen und Prognosen mit mehr Details untermauern.

Auch Fynn Scherzler von Deutsche Bank Research sprach von einer großen Gewinnwarnung. Evotec habe dies mit Umsatzverschiebungen begründet, die unter anderem auf eine veränderte zeitliche Staffelung sowie angepasste Zeitpläne für Meilensteinzahlungen zurückzuführen seien. Obendrein würden die Beiträge aus potenziellen neuen strategischen Partnerschaften geringer ausfallen und auch die erwartete Realisierung der Umsätze sei kleiner als gedacht.

Scherzler bemängelte, dass die Gewinnwarnung nur vier Monate nach der Veröffentlichung der Prognose erfolge und ihr Ausmaß überraschend sei. Evotec sei zu abhängig von einer begrenzten Anzahl großer Verträge. Dieser herbe Rückschlag schüre Zweifel am Weg zur lang ersehnten Erholung der operativen Entwicklung von Evotec.

Die Evotec-Aktien sind im laufenden Jahr bereits um gut ein Drittel abgesackt, in den vergangenen zwölf Monaten haben sie sogar rund die Hälfte an Wert verloren. Im Jahr 2000 erreichten die Aktien vor dem Platzen der Dotcom-Blase noch ein Rekordhoch bei 101,95 Euro, danach ging es schrittweise bergab bis zu einem Allzeittief während der Finanzkrise im Jahr 2009 bei 0,54 Euro. Ende 2016 wuchs das Interesse an Evotec wieder spürbar und trieb die Aktien bis auf 45,83 Euro im Jahr 2021 nach oben. Mit dem Sturz auf ein Zehnjahrestief sind die Aktien jetzt aber zurück auf dem niedrigen Niveau, auf dem sie sich zwischen 2002 und 2016 überwiegend seitwärts bewegten.

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