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Thyssenkrupp nach Bericht über Umbaupläne stark erholt 26.05.2025, 11:09 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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ThyssenKrupp 11,03 EUR +3,06 % Lang & Schwarz

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem Pressebericht über Umbaupläne haben sich die Aktien von Thyssenkrupp am Montag deutlich erholt. Am Vormittag kletterten sie um 6 Prozent auf 9,15 Euro in die Höhe. Im MDax der mittelgroßen Börsenwerte, der sich dank vorübergehender Zoll-Erleichterung wieder erstarkt präsentierte, hatten sie damit die Nase vorn. Mitte Mai hatten Quartalszahlen die Thyssenkrupp-Papiere deutlich belastet und zeitweise unter 8 Euro gedrückt. Nun sind sie dabei, die damals entstandene Kurslücke wieder zu schließen.

Die "Bild" hatte am Sonntag unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass die Essener in eine Finanzholding umgebaut werden sollen. Der Vorstand um Konzernchef Miguel Lopez wolle damit die Basis schaffen, um weitere Teile zu verkaufen. Mit dem Umbau einhergehen soll dem Bericht zufolge auch eine Verlängerung des Vorstandsvertrags von Lopez. Auf seiner Sitzung im September werde der Aufsichtsrat den Kontrakt verlängern, heiße es in hochrangigen Konzernkreisen. Die Zentrale soll von aktuell 500 auf 100 Mitarbeiter verkleinert werden, dazu seien weitere Streichungen in der Verwaltung mit rund 1.000 Beschäftigten geplant.

Am Markt kam am Montag der neuerliche Versuch, den Konzernwert zu steigern, gut an. Die geplanten Maßnahmen bestätigten den eingeschlagenen Transformationskurs von Thyssenkrupp und könnten mittelfristig Werte freisetzen, kommentierte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Er erwartet aber keine größeren Auswirkungen auf den Konsens. Kurzfristig überwiege zudem die Unsicherheit bezüglich Umsetzung und sozialer Akzeptanz.

Ein Börsianer erinnerte ferner daran, dass Umbaupläne von Thyssenkrupp schon seit geraumer Zeit auf der Agenda stünden - mit unterschiedlichem Erfolg. Bereits im Jahr 2000 hatte es Pläne gegeben, das Stahlgeschäft an die Börse zu bringen. Im Jahr 2018 stand eine Aufspaltung auf der Agenda des damaligen Managements. Im Jahr 2020 wurde die Aufzugsparte verkauft und im Jahr 2023 die Tochter Thyssenkrupp Nucera an die Börse gebracht.

Dies hat man derzeit auch mit der Sparte Marine Systems vor. Mit ihrem U-Boot- und Fregattenbau hat sie angesichts des Rüstungsbooms und der damit einhergehenden Kursfantasie dazu beigetragen, dass die Thyssenkrupp-Aktien in diesem Jahr mit einem Plus von fast 134 Prozent sehr stark gelaufen sind und zu den MDax-Favoriten zählen.

DZ-Bank-Experte Schlamp sieht den engen Zeitplan für die Umsetzung des geplanten Börsengangs von Marine Systems aber als eine der zentralen Herausforderungen - neben der Komplexität der Abspaltung einzelner Geschäftsbereiche sowie potenziellen Widerständen von Arbeitnehmervertretungen und der Politik./ajx/ag/men

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