Aktien Europa/Waffenruhe im Iran-Krieg wohl vorbei

Märkte geraten unter Druck 08.07.2026, 12:02 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FTSE 100 10.522,31 PKT -1,32 % Ariva Indikation
E-Stoxx 50 6.201,66 PKT -1,91 % Ariva Indikation
CAC 40 8.264,22 PKT -1,77 % Ariva Indikation
SMI 14.184,89 PKT -1,11 % Ariva Indikation

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Mittwoch nachgegeben. Erneute militärische Schläge im Iran-Konflikt und der damit gestiegene Ölpreis belasteten.

US-Präsident Donald Trump sagte, dass die Waffenruhe aus seiner Sicht beendet sei. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara. Trump war dort zunächst gefragt worden, ob die Waffenruhe beendet sei - und beim zweiten Nachhaken der Reporterin, ob die Waffenruhe und das Rahmenabkommen mit dem Iran nun Geschichte seien.

"Der Nahostkonflikt droht, wieder von der Neben- auf die Hauptbühne der Finanzmärkte zu wechseln", warnte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. "Damit könnte ein Risiko zurückkehren, das viele Anleger zuletzt ausgeblendet hatten."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gab gegen Mittag um knapp zwei Prozent auf 6.195,05 Punkte nach. Außerhalb des Euroraums verlor der Schweizer SMI CH0009980894 1,54 Prozent auf 14.138,63 Punkte. Der britische FTSE 100 GB0001383545 sank um 1,56 Prozent auf 10.499,44 Punkte. Spanische Aktien litten zudem unter Drohungen des US-Präsidenten, jeglichen Handel mit Spanien einzustellen.

Die Entwicklung der Einzelsektoren erinnerte an den Höhepunkt des Iran-Konflikts im ersten Börsenhalbjahr. Zyklische und von der Energiepreisentwicklung abhängige Sektoren standen unter Druck, defensive Branchen und die Ölwerte präsentierten sich dagegen stabil oder lagen sogar im Plus.

Am Ende des Feldes rangierten die Bau- und die Autowerte und damit sowohl von den Ölpreisen als auch von funktionierenden Lieferketten abhängige Branchen. So verloren Renault FR0000131906 knapp vier und Holcim CH0012214059 über drei Prozent.

Technologiewerte hielten sich dagegen trotz schwacher Vorgaben der US-Halbleiterwerte und wachsender Zweifel am Boom der Künstlichen Intelligenz einigermaßen. Grund dafür war die vergleichsweise solide Entwicklung des Halbleiterschwergewichts ASML NL0010273215. Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets sprach bei Halbleiterwerten von Käufen auf dem ermäßigten Niveau nach dem jüngsten Rücksetzer.

Stärkster Sektor waren unterdessen die Ölwerte. Der Ölpreis hatte durch die Aussagen des US-Präsidenten zum Iran nochmals einen Schub erhalten. Aktien von Shell GB00BP6MXD84 bauten das Vortagesplus aus und stiegen um zwei Prozent. Der Ölkonzern habe ein starkes Quartal hinter sich, stellte Analyst Mark Wilson von Jefferies fest und bestätigte seine Kaufempfehlung.

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