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Dax nach US-Angriff auf den Iran unter Druck 23.06.2025, 14:51 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem US-Angriff auf iranische Atomanlagen sind die geopolitischen Sorgen der Anleger am Montag wieder größer geworden. Nach schwachem Auftakt konnte der Dax seine Verluste zwar zeitweise ausgleichen. Doch im Verlauf wurde die Verunsicherung wieder spürbar, auch wenn eine Eskalation der Lage nicht unmittelbar bevorsteht. US-Präsident Donald Trump warb unterdessen für einen politischen Führungswechsel im Iran.

Für den Dax kam als Belastung ein Kursrutsch bei Rheinmetall hinzu, weil bei Rüstungswerten angesichts des anstehenden Nato-Gipfels Skepsis über die weitere Kursentwicklung aufkam. Der Dax lag am Nachmittag mit 0,50 Prozent im Minus bei 23.233 Zählern. Bei 23.172 Punkten würde dem deutschen Leitindex ein erneuter Test seiner 50-Tage-Durchschnittslinie drohen, die bei Anlegern als mittelfristiger Indikator beliebt ist.

Der MDax rutschte noch etwas stärker mit 0,68 Prozent ins Minus auf 29.166 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx dagegen bewegte sich etwas weniger deutlich mit 0,4 Prozent im Minus. An den US-Börsen ließen Indikationen auf einen wenig bewegten Handelsstart mit verschiedenen Vorzeichen schließen.

Die USA hatten sich in der Nacht zum Sonntag dem Krieg Israels gegen den Iran angeschlossen und unterirdische iranische Atomanlagen bombardiert. Das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump weckte international Befürchtungen über eine Ausweitung des Krieges im Nahen Osten. In der Folge hat Israels Armee nach eigenen Angaben noch Zugangswege zur iranischen Atomanlage Fordo angegriffen.

Laut den Experten der ING ist es die große Frage, wie der Iran auf die Attacke reagiert und wie sich dies auf die Energiemärkte auswirkt. Ein großes Risiko bestehe darin, dass der Iran versuchen könnte, den für den Öltransport wichtigen Seeweg durch die Straße von Hormus zu blockieren. Laut dem Rohstoffstrategen Warren Patterson glaubt der Markt aber noch nicht daran, weil die Meerenge vor allem für Transporte nach Asien relevant sei. Damit würde der Iran mit China ein ihm noch näherstehendes Land treffen.

Am Ölmarkt war ein Preisanstieg zu beobachten. Ökonomen der Deutschen Bank haben im Fall einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten davor gewarnt, dass der Ölpreis für die Nordseesorte Brent binnen kurzer Zeit von aktuell 77,50 auf 120 US-Dollar pro Barrel steigen könnte. Aktien der Lufthansa gaben wegen der Empfindlichkeit für Treibstoffkosten um 0,7 Prozent nach. Die Aktien von Tui verloren sogar 2,3 Prozent wegen befürchteter Einschränkungen der Reiseaktivität.

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Den Haag wurden die Papiere von Rheinmetall mit einem 3,6 Prozent großen Abschlag zum Dax-Schlusslicht. Hier stützte es also nicht, dass sich die Bündnisstaaten in einem schriftlichen Entscheidungsverfahren einigten, die jährlichen verteidigungsrelevanten Ausgaben auf mindestens fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. Die Rekordrally der Rüstungswerte war seit Wochen schon ins Stocken geraten und weicht nun ein Stück weit der Skepsis.

Auch die MDax-Rüstungswerte Renk und Hensoldt sackten jeweils mit etwa fünf Prozent ins Minus. Mit Blick auf den Gipfel und die Zeit danach sieht Citigroup-Fachmann Charles Armitage eher Risiken als Chancen, denn Aktien wie Renk und Hensoldt preisten mehr Wachstum ein, als es das Investitionsziel für klassische Rüstung hergebe. Er rechnet außerdem bald mit der Diskussion darüber, ob die Länder das Ziel überhaupt erreichen können.

Um 2,3 Prozent nach unten ging es für den Rückversicherer Munich Re , dessen Aktien von der US-Bank Morgan Stanley auf "Underweight" abgestuft wurden. Experte Hadley Cohen sieht die "Goldene Ära" der Rückversicherer am Ende, denn der Trend günstiger Preisentwicklung und steigender Erträge sei gekippt. Anleger sollten nun besser differenzieren. Neben Munich Re rechnet er fortan auch beim Schweizer Konkurrenten Swiss Re mit unterdurchschnittlicher Kursentwicklung.

Angepasst wurde auch wieder die Zusammensetzung der deutschen Indizes. Der Internetdienstleister Ionos hat im MDax den Technologiekonzern Jenoptik ersetzt, der dafür in den SDax abgestiegen ist. Dort sind die Beteiligungsgesellschaft Mutares und der IT-Dienstleister Nagarro zurückgekehrt anstelle des Biokraftstoff-Herstellers Verbio und des Spezialpharma-Unternehmens Medios ./tih/stk

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