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Dax nach US-Iran-Angriff unter Druck 23.06.2025, 12:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem US-Angriff auf iranische Atomanlagen sind die geopolitischen Sorgen der Anleger am Montag wieder größer geworden. Nach schwachem Auftakt glich der Dax seine Verluste zwar zeitweise aus. Doch die Verunsicherung blieb, auch wenn eine Eskalation der Lage nicht unmittelbar bevorsteht und US-Präsident Donald Trump für einen politischen Führungswechsel im Iran warb.

Für den Dax kam als Belastung ein Kursrutsch bei Rheinmetall hinzu, weil bei Rüstungswerten angesichts des anstehenden Nato-Gipfels Skepsis über die weitere Kursentwicklung aufkam. Der Dax lag gegen Mittag mit 0,44 Prozent im Minus bei 23.248 Zählern. Bei 23.173 Punkten würde dem deutschen Leitindex ein erneuter Test seiner 50-Tage-Durchschnittslinie drohen, die bei Anlegern als mittelfristiger Indikator beliebt ist.

Der MDax rutschte nach durchwachsenem Verlauf am Vormittag noch etwas stärker mit 0,75 Prozent ins Minus auf 29.145 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx dagegen bewegte sich etwas milder mit 0,2 Prozent im Minus.

Die USA hatten sich am Wochenende dem Krieg Israels gegen den Iran angeschlossen und unterirdische iranische Atomanlagen bombardiert. Das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump weckte international Befürchtungen über eine Ausweitung des Krieges im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social US-Unterstützung für einen Führungswechsel im Iran angedeutet.

Laut den Experten der ING ist nun die große Frage, wie der Iran auf diese Attacke reagiert und wie sich dies auf die Energiemärkte auswirkt. Ein großes Risiko bestehe darin, dass der Iran versuchen könnte, den für den Öltransport wichtigen Seeweg durch die Straße von Hormus zu blockieren. Laut dem Rohstoffstrategen Warren Patterson glaubt der Markt aber noch nicht daran, weil die Meerenge vor allem für Transporte nach Asien relevant sei. Damit würde der Iran mit China ein ihm noch näherstehendes Land treffen.

Die Ausschläge am Ölmarkt waren zunächst gering, zuletzt war aber ein Preisanstieg zu beobachten. Aktien von Fluggesellschaften reagierten daher wegen der Empfindlichkeit für Treibstoffpreise negativ auf die Unsicherheit: Die Aktien der Lufthansa gaben um fast ein Prozent nach. Die Aktien von Tui verloren sogar fast zwei Prozent wegen befürchteter Einschränkungen der Reiseaktivität.

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Den Haag wurden die Papiere von Rheinmetall mit einem mehr als fünf Prozent großen Abschlag zum Dax-Schlusslicht, obwohl sich die 32 Bündnisstaaten in einem schriftlichen Entscheidungsverfahren einigten, die jährlichen verteidigungsrelevanten Ausgaben auf mindestens fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. Die Rekordrally der Rüstungswerte ist seit Wochen schon ins Stocken geraten und weicht nun ein Stück weit der Skepsis.

Auch die MDax-Rüstungswerte Renk und Hensoldt sackten jeweils um mehr als sechs Prozent ins Minus. Mit Blick auf den Gipfel und die Zeit danach sieht Citigroup-Fachmann Charles Armitage eher Risiken als Chancen, denn Aktien wie Renk und Hensoldt preisten mehr Wachstum ein, als es das Investitionsziel für klassische Rüstung hergebe. Er rechnet außerdem bald mit der Diskussion darüber, ob die Länder das Ziel überhaupt erreichen können.

Um zwei Prozent nach unten ging es für den Rückversicherer Munich Re , dessen Aktien von der US-Bank Morgan Stanley auf "Underweight" abgestuft wurden. Experte Hadley Cohen sieht die "Goldene Ära" der Rückversicherer am Ende, denn der Trend günstiger Preisentwicklung und steigender Erträge sei gekippt. Anleger sollten nun besser differenzieren. Neben Munich Re rechnet er fortan auch beim Schweizer Konkurrenten Swiss Re mit unterdurchschnittlicher Kursentwicklung.

Angepasst wurde auch wieder die Zusammensetzung der deutschen Indizes. Der Internetdienstleister Ionos ersetzt im MDax den Technologiekonzern Jenoptik , der dafür in den SDax gekommen ist. Dort kehrten die Beteiligungsgesellschaft Mutares und der IT-Dienstleister Nagarro zurück anstelle des Biokraftstoff-Herstellers Verbio und des Spezialpharma-Unternehmens Medios ./tih/stw

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