Aktien Frankfurt Schluss/Iran-Krieg

Schwächste Dax-Woche seit US-Zollhammer 06.03.2026, 17:55 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Konjunktur- und Inflationssorgen wegen des Iran-Krieges haben dem Dax die schwächste Woche seit dem US-Zollgewitter im April 2025 eingebrockt. Hinzu kamen triste US-Arbeitsmarktdaten, die ebenfalls für Konjunkturunsicherheiten sorgten. Der deutsche Leitindex fiel am Freitag um fast ein Prozent auf 23.591,03 Punkte. Für die Woche ergibt sich damit ein Kursverlust von 6,70 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Werte schloss mit einem Tagesverlust von 0,7 Prozent auf 29.482,78 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um gut ein Prozent.

"Die Investoren haben nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füße bekommen und sich aus Aktien weiter zurückgezogen", sagte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Situation im Nahen Osten verbessere sich nicht und es sehe derzeit nicht nach einem schnellen Ende des Krieges der USA und Israels gegen den Iran aus.

Mittlerweile forderte US-Präsident Donald Trump eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran. Die Kampfkraft des Landes ist nach US-Einschätzung infolge der Attacken zwar erheblich geschwächt, dennoch versucht die iranische Führung, den Krieg im gesamten Nahen Osten auszuweiten, Öl- und Gasinfrastruktur der Golfstaaten werden ins Visier genommen. Auch ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - einem Nadelöhr des globalen Öl- und Gashandels - laut der Marineberatungsgruppe Joint Maritime Information Center (JMIC) mittlerweile nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.

Die daher stark gestiegenen Öl- und Gaspreise bringen Inflationsgefahren mit sich. Je länger der Krieg andauert, desto größer werden diese. Allerdings bleiben Experten vorerst zuversichtlich, dass die Situation beherrschbar bleibt. So geht Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, in seinem Basisszenario von einem eher kurzen, höchstens dreimonatigen Krieg aus. "Ein viel schnelleres Kriegsende erscheint uns weniger realistisch, eine viel längere Dauer mit etwa einer monatelangen Schließung der Straße von Hormus Stand heute ebenfalls", erklärt Greil.

Gefragt waren angesichts der geopolitischen Unsicherheiten einmal mehr Rüstungsaktien. An der Dax-Spitze legten Rheinmetall um knapp 3 Prozent zu. Im MDax lagen die Anteilsscheine des Panzergetriebe-Herstellers Renk mit einem Kursplus von gut 7 Prozent vorn. Die Papiere des U-Boot-Bauers TKMS und des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt waren auch weiter vorn dabei./mis/jha/

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