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Autowerte stark nach Trumps Entschärfung im Grönland-Streit 22.01.2026, 11:19 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(Neu: Xetra-Kurse, UBS-Stimme zu VW)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger haben am Donnerstag im Autosektor erleichtert auf die Zoll-Wende von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland reagiert. Trump entschärfte überraschend den Konflikt um die zu Dänemark gehörende Insel und nahm auch seine Drohung von Strafzöllen gegen acht europäische Staaten zurück. Nachdem Zollangst den Auto-Branchenindex zuletzt auf ein Tief seit Mitte Oktober gedrückt hatte, führte dieser nun die marktbreite Erholung an mit einem Anstieg um zweieinhalb Prozent.

Unterstützend kommt am Donnerstag hinzu, dass der Volkswagen-Konzern mit guten Nachrichten zum Finanzmittelfluss aufwarten konnte. Dies sorgte bei den VW-Aktien für Kursgewinne von zuletzt mehr als fünf Prozent. Die Papiere der Premium-Autobauer BMW , Mercedes-Benz und Porsche AG bewegten sich zuletzt mit bis zu 2,5 Prozent im Plus. Die Titel der Nutzfahrzeugbauer Traton und Daimler Truck legten um bis zu 1,5 Prozent zu.

Auch am Gesamtmarkt sorgten Trumps Aussagen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für Erleichterung, wenngleich Anleger noch auf die offenen Details warten. Trump lenkte dort bei seinem Werben um Grönland ein wenig ein: Er schloss Gewalt aus und verkündete anschließend, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung entstanden sei. Die Rede ist unter Marktbeobachtern erneut vom "Taco-Trade", bei dem Anleger darauf setzen, dass Trump zunächst mit harter Kante in Verhandlungen geht und dann seine Position aufweicht.

VW überzeugte derweil am Vorabend nach Börsenschluss mit Aussagen zum Barmittelfluss, der 2025 im industriellen Kernbereich überraschend hoch ausfiel. Der sogenannte Netto-Cashflow im Automobilbereich, der auch die Lkw- und Busgeschäfte umfasst, lag mit rund sechs Milliarden Euro eine Milliarde über dem Vorjahreswert. Volkswagen selbst hatte eine Nullsumme prognostiziert. Experten sahen diese Zahl auch deutlich über den Konsensschätzungen.

Patrick Hummel von der Schweizer Bank UBS sieht in der Cashflow-Entwicklung eine diszipliniertere Investitionspolitik. Er erwähnte auch positive Cashflow-Kommentare zum Jahr 2026, die Bedenken zerstreuten, dass das Ergebnis im vierten Quartal auch mit zeitlichen Verschiebungen begründet werden könnte. Kombiniert mit den operativen Entwicklungen glaubt er, dass sich die VW-Aktie vorerst positiv abheben kann von der Konkurrenz.

Laut Harald Hendrikse von der Citigroup ist die Cashflow-Überraschung neben niedrigeren Investitionen auch auf ein besseres Management des Betriebskapitals zurückzuführen. Dem Branchenexperten zufolge liegt darin schon länger eine Hoffnung. Die Ankündigungen lieferten nun einen gewissen Beweis, dass dies funktioniere./tih/ag/mis

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