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Gerresheimer-Einbruch nach Bilanzverschiebung - Schott stark 11.02.2026, 11:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kursentwicklung der Aktien der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer und Schott Pharma könnte am Mittwoch kaum unterschiedlicher sein. Während erstere nach der Verschiebung der Bilanz für 2025 um bis zu 35 Prozent einbrachen auf das tiefste Niveau seit Sommer 2009, erholen sich Schott zeitweise um fast 13 Prozent.

Der Weg von Gerresheimer führe von "schlecht über schlimmer zu noch schlimmer", schrieb JPMorgan-Experte David Adlington in seiner ersten Reaktion. Nach Einschätzung des Barclays -Experten Pallav Mittal muss das neue Management die langfristige Darstellung des Unternehmens komplett überarbeiten und sich nur noch wirklich erreichbare Ziele setzen, um verlorenes Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Am Dienstagabend hatten die Düsseldorfer die ursprünglich für den 26. Februar geplante Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 verschoben. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten einzelne Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und Bilanzierungsvorschriften verstoßen.

Die daraus resultierenden Korrekturen im Konzernabschluss betreffen demnach im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Der Konzern prüfe weiter Ursachen und Verantwortlichkeiten und habe bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen. Zudem wurde eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Klärung beauftragt.

Auch rechnet das Unternehmen 2025 mit nicht zahlungswirksamen Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro. Ursache sind vor allem Entwicklungen bei Sensile Medical in der Schweiz und Gerresheimer Moulded Glass Chicago in den USA. 2025 wird man aus Sicht des Barclays-Experten Mittal unter den Markterwartungen gelandet sein. Auch 2026 liege der Konsens eher am oberen Ende dessen, was in Aussicht gestellt wurde.

Im Februar 2025 hatten Anleger noch rund 80 Euro für Gerresheimer-Papiere gezahlt, auch wegen Übernahmefantasie, die aber rasch wieder entwich. Im Juli erklärte der Konzern die Gespräche mit Finanzinvestoren über ein mögliches Übernahmeangebot für beendet. Hinzu kam eine träge Geschäftsentwicklung, das Unternehmen musste bei den Geschäftszielen zurückrudern.

Und dann leitete auch noch die Finanzaufsicht Bafin eine Prüfung problematischer Buchungen im Konzernabschluss 2024 ein. Anleger hatten dann aber eigentlich gehofft, dass das Thema vorbei sei, nachdem Gerresheimer von einer wahrscheinlichen Fehlbuchung eines niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrages berichtet hatte, was im Vergleich zum Konzernumsatz kaum ins Gewicht fällt.

Der Konkurrenten Schott Pharma erhielt derweil Lob für seinen überraschend schwungvollen Start in das neue Geschäftsjahr 2025/26. Umsatz und operatives Ergebnis seien klar besser gewesen als erwartet, schrieb etwa Olivier Calvet von der Schweizer Bank UBS ./ag/mis/stk

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