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AKTIEN IM FOKUS 2

Reise- und Freizeitwerte leiden unter Nahost-Eskalation 02.03.2026, 12:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Ryanair Holdings 23,80 EUR +4,02 % Lang & Schwarz

(Neu: Überschrift, Kurse, Brancheneinordnung, weitere betroffene Unternehmen, Analystenkommentare von Bernstein Research und MWB Research.)

FRANKFURT/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat am Montag vor allem den Aktien der Reise- und Freizeitbranche zugesetzt. Der europäische Sektorindex führte mit einem Minus von 3,8 Prozent die Verliererliste im marktbreiten Stoxx Europe 600 an. Wegen der Abhängigkeit von Touristen-Ausgaben litten auch europäische Luxusgüterwerte und prägten so das Umfeld im europäischen Einzelhandelsbereich negativ.

Für die Aktien des Reisekonzerns Tui ging es am MDax -Ende um 8,6 Prozent bergab, während die Lufthansa -Titel 6,4 Prozent einbüßten. Ihnen droht damit ein weiterer Rückschlag im Rennen um eine mögliche Rückkehr in den Dax .

Konkurrent Air France-KLM erlitt als größter Verlierer im französischen Cac 40 einen Kursrückschlag von 9,3 Prozent. Die Anteile der Airline-Holding International Airlines Group (IAG) verbilligten sich in London um 5,4 Prozent. Dagegen hielten sich die Aktien der Billigflug-Konkurrent Ryanair und Easyjet mit Verlusten von 2,4 und 4,2 Prozent etwas besser.

Unter Druck standen auch die Papiere der Hotelkonzerne Accor und International Hotel Group (IHG) mit Abschlägen von 8,5 und 4,4 Prozent.

Die Ölpreise legten nach der Eskalation im Nahen Osten erwartungsgemäß kräftig zu, was sich auf die Treibstoffkosten von Fluggesellschaften auswirkt. Ein Sprecher der Lufthansa hatte am Samstag erklärt, dass mehrere Flüge mit Ziel Naher Osten nach dem Angriff auf den Iran durch Israel und die USA ausgesetzt werden. Von der Kreuzfahrttochter des Tui-Konzerns, Tui Cruises, sitzen nun zwei Schiffe in der Region fest. Vor diesem Hintergrund können zwei weitere Reisen dieser Schiffe nicht planmäßig durchgeführt werden.

Der Iran-Konflikt sei negativ für die Profitabilität von Fluggesellschaften und dürfte sich zumindest kurzfristig auf die Stimmung von Anlegern auswirken, schrieb JPMorgan-Analyst Harry Gowers. Er verwies auf Flugstreichungen, operative Behinderungen, steigende Ölpreise und eine möglicherweise geringere Nachfrage. Ryanair hält er in diesem Umfeld für ein vergleichsweise defensives Investment. Anhaltende Kursschwächen könnten attraktive langfristige Kaufgelegenheiten bei Ryanair und IAG bieten, die strukturelle Gewinner seien und die hochwertigsten Geschäftsmodelle in der Branche vorweisen könnten.

Ungeachtet der heftigen Kursreaktion bei Tui erschienen die kurzfristigen Auswirkungen des Iran-Konflikts begrenzt, kommentierte Oliver Wojahn vom Analysehaus MWB Research. Denn das Kerngeschäft im Sommer mache der Reisekonzern hauptsächlich im westlichen Mittelmeerraum und in der Türkei, die derzeit nicht betroffen seien. Unter Annahme einer Normalisierung der Lage im April dürfte der finanzielle Schaden vergleichsweise gering ausfallen.

Risiken sieht Wojahn im Falle eines längeren, umfassenderen Konflikts, der etwa das wichtige Geschäft in der Türkei oder Ägypten beeinträchtigen könnte. Doch auch dann könnte sich ein Teil der Nachfrage auf als sicherer empfundene Reiseziele im westlichen Mittelmeerraum wie Spanien verlagern. Die Wachstumsziele von Tui für 2026 sieht der Experte daher aktuell nicht in Gefahr.

Unter den Hotelbetreibern sieht Bernstein-Analyst Richard Clarke die französische Accor-Gruppe vor der britischen IHG am stärksten von den iranischen Vergeltungsschlägen gegen die Golfstaaten betroffen. Bei Accor machten die dortigen Kapazitäten einen Anteil im hohen einstelligen Prozentbereich des Konzerns aus. Zudem seien das Accor-Hotel Fairmont The Palm sowie ein zu IHG gehörendes Crown-Plaza-Hotel in Bahrain im Zuge des Krieges beschädigt worden./gl/tih/mis

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