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Trumps Importzölle belasten Autowerte aus Europa und USA 27.03.2025, 18:33 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(Neu: Schlussstände, mehr Stimmen, Kurse von Ferrari, Tesla und Nutzfahrzeugbauern.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten zusätzlichen Importzölle haben die Aktien von Europas Autoherstellern am Donnerstag deutlich belastet. Im Dax litten die Anteile der Autobauer Porsche AG , Mercedes-Benz , BMW und Volkswagen . Sie büßten zwischen 1,5 und 2,7 Prozent an Wert ein wegen der erwarteten Belastungen, die mit den US-Zöllen einhergehen. Zeitweise waren die Verluste noch deutlicher gewesen.

Trump kündigte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autoimporte an und verschärfte damit den globalen Handelsstreit. Die Zölle sollen für alle importierten Autos gelten - von Kleinwagen über Limousinen und SUV bis zu leichten Nutzfahrzeugen. Auch Strafabgaben für Autoteile soll es geben, die aber etwas später in Kraft treten könnten - in jedem Fall bis Anfang Mai.

"Auch wenn damit das letzte Wort mit dem 'Dealmaker' im Weißen Haus noch nicht gesprochen sein dürfte, eine Eskalation im Handelsstreit der USA gegen den Rest der Welt ist es allemal", betonte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. Die Commerzbank sprach von einem "weiteren Schritt in der Umsetzung der protektionistischen Agenda der Trump-Administration".

Recht deutlich erwischte die Zollpolitik von Trump auf europäischer Bühne auch den Opel-Mutterkonzern Stellantis , der mit der Tochter Chrysler auch zu den großen Autobauern in den USA zählt. Die Stellantis-Aktien sackten in Paris um 4,3 Prozent ab. Sie standen zeitweise auf einem Rekordtief. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts beendete den Tag ein Prozent tiefer. Er reduzierte sein Minus im Verlauf - wohl auch wegen Ferrari, die mit 1,8 Prozent im Plus schlossen. Trotz der Zölle bestätigte der Sportwagenbauer seine Finanzziele für das laufende Jahr.

Besonders die deutsche Autoindustrie dürfte unter den Zöllen leiden, die laut dem Weißen Haus für Autos am 3. April in Kraft treten sollen. Laut der Commerzbank liegt Deutschland nach Mexiko, Japan, Südkorea und Kanada auf dem fünften Platz der Länder, aus denen fertiggestellte Automobile in die USA importiert werden. Philippe Houchois von Jefferies Research schätzt den Wert des zusätzlichen Zolls auf etwa zwei Prozent des Konzernumsatzes bei BMW, ein Prozent bei VW und zehn Prozent bei der Porsche AG.

Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank sprach von einem "schweren Schlag für die deutsche Autoindustrie", denn im US-Geschäft dürften die Gewinnmargen der Autobauer sinken. Anderswo befürchtet der Experte mehr Wettbewerbsdruck, sollten andere Länder wie Japan oder Südkorea ihre Exporte verstärkt nach Europa umlenken.

Analyst Henning Cosman von der Barclays-Bank stufte am Donnerstag die BMW-Aktien unabhängig von den Zoll-Nachrichten auf "Underweight" ab und äußerte dabei seine Präferenz für Mercedes-Benz. Zum Thema Handelszölle sagte er in seiner Studie, diese seien für alle schlecht, aber andere träfen sie deutlich weniger hart als BMW. Mit seinen operativen Ergebnisschätzungen für die Münchner bis 2027 liegt der Experte deutlich unter dem Konsens.

Den Commerzbank-Experten zufolge dürften die Zölle aber auch die Lieferketten der nordamerikanischen Autoindustrie belasten. In den USA zeigte sich dies bei General Motors (GM) mit einem Abschlag von 6,6 Prozent, der bei Ford mit 2,3 Prozent geringer ausfiel. Tesla dagegen legten in New York 2,7 Prozent zu.

Edison Yu vom Research-Team der Deutschen Bank schrieb, Tesla und Ford seien aufgrund der Standorte ihrer Werke am stärksten vor den Zöllen geschützt, während GM in Mexiko am stärksten vertreten sei. Importeure aus Kanada und Mexiko können allerdings nachweisen, dass ihre Produkte US-Anteile enthalten, sodass der Zoll nur auf den nicht aus den USA stammenden Wertschöpfungsteil angewendet wird.

"Dies ist kein symbolischer Schritt, sondern einer, der die Kostenstruktur der US-Automobilindustrie erheblich verändert", betonte der beim Analysehaus Bernstein für US-Hersteller zuständige Analyst Daniel Roeska. Am US-Markt sieht er in Tesla einen Gewinner, während die drei großen Hersteller aus Detroit unter den hohen Abgaben litten. Er erwähnte, das Freihandelsabkommen USMCA biete nur begrenzte Kompensationsmöglichkeiten.

Während die EU und andere betroffene Länder vorab bereits Gegenzölle in Aussicht stellten, erwähnte Roeskas Bernstein-Kollege Stephen Reitman die immer noch vorhandene Möglichkeit von Verhandlungen. Die geschäftsführende deutsche Außenministerin Annalena Baerbock zeigte in einer ersten Reaktion Bereitschaft, denn die Europäer wollten keinen Handelskrieg, erst recht nicht unter Freunden. "Aber nur auf Basis von Regeln und gegenseitigem Respekt und eben nicht mit der Abrissbirne", fügte sie hinzu.

Trump selbst geht mit seinen Drohungen derweil noch weiter. Wenn die EU mit Kanada zusammenarbeite, um den USA wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, würden beide Länder mit weitaus größer angelegten Zöllen belegt als derzeit vorgesehen, schrieb er auf der Online-Plattform Truth Social.

Laut Reitman hat Trump die Aktien- und Anleihemärkte bereits "extrem nervös" gemacht. Der US-Präsident sehe den Dow Jones Industrial , der im Nachgang seiner Amtseinführung unter Druck geraten war, eigentlich als "wichtigen Gradmesser für seinen Erfolg" an. Unter diesen Voraussetzungen sei es schwer abzuschätzen, wie lange diese "kettensägenartige Politik" von Trump anhält, wenn sie einen nicht nur vorübergehenden Markteinbruch verursacht.

Der Auto-Fachmann Daniel Schwarz vom Analysehaus Stifel glaubt aber perspektivisch, dass Entlastung in Sicht ist, sobald der Analystenkonsens und die Konzernausblicke an die neuen Bedingungen angepasst wurden. "Sobald dieser Umstand verdaut ist, sollte die größte kurzfristige Unsicherheit bei europäischen Autobauern beseitigt sein", schrieb er. Hiesige Autohersteller könnten dann seiner Ansicht nach für Investoren wieder attraktiver werden.

Michael Aspinall von Jefferies Research erwähnte noch, dass Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge von den zusätzlichen Abgaben zunächst einmal nicht betroffen zu sein schienen. So kam es denn auch, dass deren Aktien am Donnerstag weniger stark oder gar nicht unter Druck gerieten. Im Falle von Daimler Truck stand zwar ein Abschlag von 1,2 Prozent zu Buche, bei Traton dagegen schlossen die Aktien mit 0,3 Prozent im Plus./tih/men/jha/men

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