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AKTIEN IM FOKUS

Adobes Ausblick belastet SAP - Gute Oracle-Zahlen helfen nicht 11.09.2026, 12:46 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
SAP 177,19 EUR -0,14 % Baader Bank
Oracle 131,48 EUR -6,76 % Baader Bank
Adobe 214,48 EUR +2,12 % Lang & Schwarz

Positiv aufgenommene Geschäftszahlen des US-Softwareriesen und Datencenter-Konzerns Oracle US68389X1054 haben am Freitag die Anleger des deutschen Branchenprimus SAP DE0007164600 kaltgelassen. Dessen Papiere knüpften an ihre Vortagesverluste an und litten damit auch unter einem unerwartet vorsichtigen Umsatzausblick des Branchenkollegen Adobe US00724F1012 auf das laufende Quartal.

Die Anteilsscheine von SAP fielen bis zum Mittag um mehr als ein Prozent auf 175,84 Euro. Damit zählten sie zu den schwächsten Werten im leicht erholten Leitindex Dax DE0008469008. Zwischenzeitlich waren die Aktien auf den tiefsten Stand seit Anfang August abgerutscht.

Seit Jahresbeginn gerechnet steht bei den SAP-Papieren ein Minus von fast 16 Prozent zu Buche, während der Dax in diesem Zeitraum um gut 4 Prozent zugelegt hat. Anleger stellen sich bei dem Softwarekonzern schon seit Monaten die Frage, wie schnell er seine Produkte rund um Künstliche Intelligenz (KI) zur Marktreife führen kann. Denn es droht der Verlust von Marktanteilen, wenn Kunden verstärkt günstigere KI-Lösungen von Wettbewerbern nutzen.

Ähnliche Sorgen scheinen auch die Anleger von Adobe umzutreiben. Beobachtern zufolge wirft dessen vorsichtige Umsatzprognose Fragen auf, wie sich der Konzern weiterhin im Wettbewerb behaupten wird.

Adobe sieht sich ebenfalls mit einer Vertrauenskrise bei Investoren konfrontiert, die durch die Auswirkungen der KI ausgelöst wurde. Die Software von Adobe - bekannt für Programme wie Photoshop - galt lange Zeit als Standard für Kreativ- und Marketingprofis. Doch durch generative KI ist es einfacher geworden, visuelle Medien ohne die teuren Produkte des Unternehmens zu erstellen, und viele der beliebten neuen KI-Tools stammen von Wettbewerbern. Aktien von Adobe büßten im vorbörslichen US-Handel mehr als drei Prozent ein.

Derweil hatte Oracle im ersten Geschäftsquartal kräftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert. Die Umsätze mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - zogen stärker an als von Analysten im Schnitt erwartet.

Experten äußerten sich überwiegend positiv. Die Cloud-Infrastruktur habe die Erwartungen übertroffen, schrieb etwa Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies - bei den Cloudprogrammen, wie sie teils auch SAP anbietet, fielen die Resultate aber etwas schwächer aus als gedacht. Raimo Lenschow von der britischen Investmentbank Barclays betonte, trotz hoher Investitionsausgaben für den KI-Ausbau sei die Entwicklung der freien Finanzmittel bei Oracle besser als befürchtet gewesen.

Für Oracle ging es vorbörslich um gut sieben Prozent nach oben. Damit zeigt sich auch zum Wochenschluss, dass die Aktien von SAP nicht mehr so starr im Gleichklang auf die Resultate von Oracle reagieren wie früher. Schließlich unterscheiden sich die Geschäftsmodelle beider Konzerne mittlerweile recht deutlich.

Oracle ist traditionell ein Anbieter von Datenbank-Software und Apps zur Unternehmenssteuerung. Hier konkurrieren die Amerikaner zwar mit SAP. Im Hype um KI verlagerte der von Milliardär Larry Ellison gegründete US-Konzern jedoch sein Geschäft in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf Rechenzentren für Anwendungen im Netz. Während die Investitionsvorhaben und das Abschneiden bei KI-Rechenleistung die Aktienentwicklung von Oracle maßgeblich beeinflussen, haben die Walldorfer von SAP hier kein nennenswertes Geschäft.

Derweil hat sich das charttechnische Bild für die Aktien von SAP nach den jüngsten Kursverlusten eingetrübt. Die Papiere fielen unter die 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Gestützt werden die SAP-Papiere noch mittel- und langfristig durch die 50-Tage- und vor allem die viel beachtete 200-Tage-Linie.

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