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Höhenflug der Energieversorger - Weltlage bleibt unsicheren 24.02.2026, 13:56 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT/MADRID/MAILAND/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Der Index der europäischen Energieversorgerbranche hat seine Kursdelle aus der vergangenen Woche am Dienstag mehr als ausgeglichen und steht dicht unter einem 18-Jahres-Hoch. Am frühen Nachmittag ging es für den Stoxx Europe 600 Utilities um 1,8 Prozent auf 560,40 Punkte nach oben. Keine vollen vier Punkte mehr darüber, und der Index ist zurück auf dem höchsten Stand seit Januar 2008.

"Derzeit fällt es den Anlegern schwer, sich ein richtiges Bild über die Gesamtsituation an den Finanzmärkten zu machen. Ihre Handelsaktivitäten gleichen deshalb einem Vortasten und vorsichtigen Positionieren in den defensiven Branchen", erklärte Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Sorgen bereiten die Unsicherheiten nach dem Zollurteil des obersten Gerichtshofs in den USA sowie ein möglicherweise drohender US-Angriff auf den Iran. Obendrein ist die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI), die lange Zeit nicht nur zahlreiche Aktien, sondern die Börsen allgemein beflügelt hatte, einer "tiefgreifenden Nervosität" gewichen, wie es vor wenigen Tagen Analyst Markus Leistner von der DZ Bank auf den Punkt gebracht hatte.

"Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob KI-Aktien überbewertet sind, sondern um die fundamentalen, disruptiven Kräfte, die diese Technologie auf die gesamte Wirtschaft ausüben könnte", hatte er in seiner Studie über die "schöpferische Zerstörung" durch KI geschrieben. Das Resultat sei ein Marktumfeld, "in dem es kaum noch einen sicheren Hafen zu geben scheint".

In dieser Gemengelage haben Versorgeraktien gleich zwei Vorteile: Sie gelten als defensiv, leiden also - anders als Zykliker - weniger oder kaum unter wirtschaftlichen Schwankungen, egal, ob durch KI verursacht oder nicht. Obendrein aber wird Energie in massiv steigendem Maß benötigt. Das zeigen die umfangreichen Investitionen, etwa von sogenannten Hyperscalern wie Microsoft oder Amazon in den Bau oder die Erweiterung von Rechenzentren.

Starke Prognosen von Endesa hoben nun die Stimmung der Anleger zusätzlich. Nachdem tags zuvor bereits der italienische Energieversorger Enel mit seiner Strategie bis 2028 überzeugt hatte, tat es ihm das spanische Energieunternehmen mit seinem Strategieplan nach.

Endesa erwartet bis 2028 ein Gewinnwachstum je Aktie, das den Nettogewinn in dem angegebenen Jahr um 20 Prozent über die Konsensschätzung heben würde, wie RBC-Analyst Fernando Garcia schreibt. Garcia ist zwar skeptisch, die Aktien legten in Madrid dennoch zuletzt um knapp 7 Prozent zu und sind damit zurück auf dem höchsten Stand seit Sommer 2008.

Iberdrola , vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien aktiv und deutlich größer als Endesa, gewannen in Madrid 1,7 Prozent und befinden sich wieder dicht unter ihrem Rekordhoch aus der Vorwoche. Ähnlich sieht es beim britischen Übertragungsnetzbetreiber National Grid aus, der sich seinem Rekordhoch mit plus 1,5 Prozent wieder stark annäherte.

Enel erreichten nach weiteren positiven Analystenkommentaren in Reaktion auf den Kapitalmarkttag mit plus 1,5 Prozent ein Rekordhoch. In Paris gewannen Engie 1,6 Prozent. Aktuell trennen die Papiere nur ein Cent von einer neuen Bestmarke seit Frühjahr 2011.

Im Dax zählten Eon zu den Favoriten. Mit plus 2,8 Prozent auf 19,00 Euro kletterten die Anteile zudem auf den höchsten Stand seit September 2012. RWE legten um 1,9 Prozent auf 52,65 Euro zu. Die RWE-Aktien hatten erst Anfang Februar bei etwas unter 55 Euro ein 25-Jahres-Hoch erreicht./ck/ajx/jha/

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