APA ots news

Energiepreise bremsen Österreichs Konjunktur nur kurz aus 25.06.2026, 10:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Prognose für 2026 und 2027

Wien (APA-ots) - Die österreichische Wirtschaft ist im Vorjahr stärker gewachsen als in der WIFO-Frühjahrsprognose vom April 2026 zugrunde gelegt. Damit ist die Ausgangslage für das laufende Jahr günstiger. Der Iran-Krieg hinterlässt allerdings Spuren. Die Inflation ist deutlich gestiegen und die Stimmung hat sich eingetrübt. Mit dem Rückgang der Energiepreise wird die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte wieder an Schwung gewinnen. Österreichs Wirtschaft dürfte in den Jahren 2026 und 2027 jeweils um etwa 1% wachsen. Die Inflation wird im Jahresdurchschnitt 2026 3,2% betragen und 2027 auf 2,4% sinken. Die Arbeitslosenquote steigt im laufenden Jahr geringfügig und geht 2027 auf 7,3% zurück.

"Auf den Terminmärkten wird derzeit erwartet, dass die Energiepreise schneller zurückgehen als in der letzten WIFO-Prognose unterstellt. Bei einem noch schnelleren Rückgang würde sich die Konjunktur rascher erholen", so Stefan Ederer, Autor der aktuellen WIFO-Prognose.

Die Konjunktur in Österreich war 2025 stetig aufwärtsgerichtet. Die Erholungsphase setzte laut den Anfang Juni veröffentlichten Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) im IV. Quartal 2024 ein und hielt bis ins I. Quartal 2026 an. Damit ist die Ausgangslage für das laufende Jahr günstiger als in der WIFO-Konjunkturprognose vom April 2026 zugrunde gelegt.

Der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Rohöl- und Erdgaspreise bremsen die Konjunktur. Die Verbraucherpreisinflation ist im Frühjahr erheblich gestiegen und die Stimmung der Haushalte und Unternehmen hat sich eingetrübt. In der Sachgütererzeugung ist die Einschätzung der aktuellen Lage allerdings weiter deutlich günstiger als vor einem Jahr. Mit der schrittweisen Normalisierung der weltweiten Produktions- und Transportmengen von Rohöl und Erdgas ab dem 2. Halbjahr 2026 und dem entsprechenden Rückgang der Energiepreise dürfte die Konjunktur wieder an Schwung gewinnen. Alles in allem wächst die österreichische Wirtschaft im Prognosezeitraum um etwa 1% pro Jahr.

Österreichs Industrie und Exportwirtschaft dürften über den Prognosehorizont wieder am weltweiten Wirtschaftsaufschwung teilhaben. In der Bauwirtschaft ist hingegen mit keinem kräftigen Wachstum zu rechnen.

Die Verbraucherpreise dürften 2026 rascher ansteigen als in der letzten WIFO-Konjunkturprognose erwartet. Zum einen reagierten die Mineralölpreise in Österreich schneller auf die weltweite Verteuerung von Rohöl. Zum anderen rechnet das WIFO mit einem Auslaufen der Spritpreisbremse Ende Juni. Im kommenden Jahr werden die Verbraucherpreise von Fernwärme, Gas und Strom zwar zeitverzögert anziehen, der Rückgang bei den Mineralölpreisen überwiegt jedoch und dämpft die Teuerung. Alles in allem wird die Verbraucherpreisinflation im Jahr 2026 3,2% betragen und 2027 auf 2,4 % sinken.

Zurückhaltende Lohnabschlüsse vom Vorjahr und die hohe Inflation dämpfen im laufenden Jahr die Kaufkraft, wodurch die Realeinkommen der privaten Haushalte neuerlich schrumpfen. Dementsprechend werden die Konsumausgaben und die Bruttowertschöpfung in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen im Prognosezeitraum nur mäßig zunehmen.

Die Beschäftigung dürfte im laufenden Jahr nur moderat expandieren. Dadurch steigt die Arbeitslosenquote zunächst weiter auf 7,5% im Jahresdurchschnitt 2026. 2027 ist der Beschäftigungsanstieg dann kräftiger, wodurch die Arbeitslosenquote erstmals wieder leicht auf 7,3% sinken wird.

Der Finanzierungssaldo des Staates dürfte sich im Prognosezeitraum weiter leicht verbessern. 2026 beträgt er voraussichtlich -4% und 2027 -3,7% des Bruttoinlandsproduktes. Die Staatsschuldenquote steigt bis 2027 auf knapp 84% der Wirtschaftsleistung.

Abbildung 1: Energiepreisentwicklung im Vergleich zu den Annahmen der WIFO-Konjunkturprognose vom Frühjahr 2026 - auf der WIFO-Website

Übersicht 1: Hauptergebnisse der Prognose - auf der WIFO-Website

Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar ".

Rückfragehinweis: Rückfragen bitte am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, von 11 bis 13 Uhr, an Dr. Stefan Ederer, Tel. (1) 798 26 01 - 464, stefan.ederer@ wifo.ac.at

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0063 2026-06-25/10:00

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer