Cybergefahr wächst mit KI - Behörden sehen unruhige Zeiten 24.06.2026, 14:12 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Deutschland stehen aufgrund der wachsenden Gefahr KI-gestützter Cyberangriffe aus Sicht der Cyber-Sicherheitsbehörde unruhige Zeiten bevor. Es sei ein Stück weit eine "neue Zeitrechnung der Cybersicherheit" angebrochen, sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, bei einer Cybersicherheitskonferenz in Potsdam. Die nächsten Jahre werden ihr zufolge "sehr holprig und unruhig", weil durch Künstliche Intelligenz (KI) mehr Cyberangriffe zu erwarten seien.

"Wir stehen mit KI am Anfang dessen, was da in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird", so Plattner. Cyberkriminelle nutzen KI, um beispielsweise Schwachstellen in IT-Systemen schneller aufspüren können. Die Spitzen deutscher Sicherheitsbehörden kamen am Hasso-Plattner-Institut zur Konferenz für nationale Cybersicherheit zusammen.

Sicherheitsbehörden setzen auf Befugnisse zur Abwehr

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, sagte: "Cyberangriffe sind jetzt schon der Seismograph für geopolitische Spannungen. Dieser Seismograph schlägt bei uns massiv aus." Die Abwehr von Cyberangriffen werde dabei zunehmend komplexer. Umso wichtiger sei es, dass die Sicherheitsbehörden eng vernetzt seien, sagte Selen. Es gehe darum, die Infrastruktur der Angreifer frühzeitig unschädlich zu machen, so dass Schäden überhaupt nicht eintreten.

Die Bundesregierung will jenseits von präventiven Maßnahmen künftig eine "aktive Cyberabwehr" erlauben. Bislang fehle die Möglichkeit, abwehrend einzugreifen, sagte die Vize-Präsidentin des Bundeskriminalamtes, Marina Link. Man müsse warten, "bis das Kind in den Brunnen gefallen ist". Das werde sich mit dem im parlamentarischen Verfahren befindlichen Cyberabwehrgesetz hoffentlich noch in diesem Jahr ändern, sagte Link.

Bund und Länder haben in der vergangenen Woche zudem ein Gemeinsames Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen in Betrieb genommen. Aktivitäten durch Russland haben die Bedrohungslage für Deutschland aus Experten-Sicht verschärft. Als typische Instrumente hybrider Bedrohung gelten Spionageaktivitäten, Cyberangriffe, Sabotageakte und Informationsmanipulation.

Experte: Deutschland Hotspot bei Ransomware

Deutschland ist zudem ein Hauptziel von Ransomware-Angriffen. Der Cybersicherheits-Experte am HPI, Christian Dörr, sagte, das Land sei europaweit der "Hotspot". Bei Ransomware-Angriffen handelt es sich um Schadsoftware, die Daten und Systeme verschlüsselt. Ziel der Cyberkriminellen ist es, Lösegeld zu erpressen.

"Lösegeldforderungen der Kriminellen liegen im Schnitt bei Hunderttausenden von Euro. Dazu kommt die wochenlange Ausfallzeit bis wieder alles läuft. Das kann ein Unternehmen in den Konkurs zwingen", sagte Dörr. Ihm zufolge hapert es in Deutschland am Bewusstsein für Cybersicherheit. "Wir hängen seit vielen Jahren in weltweiten Vergleichen hinterher."

Im vergangenen Jahr wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) bundesweit 1.041 Fälle von Ransomware-Angriffen und anderen Formen von mit Erpressung verbundenem Datendiebstahl angezeigt. 2024 waren es 950 Anzeigen gewesen.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer