ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax schwächer - Rheinmetall-Aktie auf Talfahrt 24.06.2026, 18:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
MDAX 31.852,14 PKT -1,25 % Ariva Indikation
DAX 24.661,84 PKT -1,00 % Ariva Indikation

Unter der Last heftiger Kursverluste der Rheinmetall-Aktie hat der Dax DE0008469008 am Mittwoch seine Vortagesverluste ausgeweitet. Vor den nachbörslich erwarteten Zahlen des KI-Chipriesen Micron aus den USA sank der deutsche Leitindex noch etwas tiefer unter die 25.000-Punkte-Marke und riss dabei auch die technisch viel beachtete 21-Tage-Linie, worin Anleger ein kurzfristiges Warnsignal sehen. Mit einem Abschlag von 0,62 Prozent auf 24.740,36 Punkte ging er aus dem Tag.

Anleger machten zur Wochenmitte in der Breite einen Bogen um deutsche Aktien, denn auch MDax DE0008467416 und SDax DE0009653386 gaben nach. Der Index der mittelgroßen Werte verabschiedete sich mit minus 0,65 Prozent auf 31.919,25 Punkte, der Nebenwerte-Index SDax verlor ein Prozent.

Europaweit sah es besser aus: Zwar gab, vor allem belastet von deutschen Aktien, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 leicht nach und sank um 0,25 Prozent auf 6.214,70 Punkte. In Paris, Zürich und London jedoch wurden Gewinne verbucht. In den USA zeigten sich die Börsen ebenfalls freundlich.

"Als wenn die heute Abend anstehenden Quartalszahlen von Micron Technology US5951121038 nicht bereits für genug Nervosität sorgen würden, belastete das Indexschwergewicht Rheinmetall die Stimmung an der Frankfurter Börse heute noch zusätzlich", fasste Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets die Stimmung hierzulande zusammen.

Dass das Verteidigungsministerium sich für einen Fregattenwechsel entschieden hat, ließ die Rheinmetall-Aktie DE0007030009 erstmals wieder seit mehr als einem Jahr unter 1.000 Euro sacken. Zeitweise erreichte sie den tiefsten Stand seit März 2025. Mit minus 18,7 Prozent ging sie aus dem Tag.

Als Reaktion auf erhebliche Verzögerungen sowie absehbare Kostensteigerungen und juristische Risiken wurde das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 storniert. Damit entgeht Rheinmetall ein Großauftrag, denn der Düsseldorfer Rüstungskonzern stand kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags zur Übernahme des F126-Fregattenprogramms von der niederländischen Schiffbaugruppe Damen. Nun werden acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU vom TKMS-Konzern DE000TKMS001 angeschafft.

Die Entscheidung, Fregatten dieses Typs zu erwerben, hatte das Ministerium zwar bereits im März getroffen, die Anzahl wurde laut Analyst Alexander Neuberger vom Bankhaus Metzler zugleich aber verdoppelt. Und das bedeute für den Marineschiffbauer auch eine Verdoppelung des Auftragsvolumens für das Meko-200-Konzept. Die Aktie sprang entsprechend im MDax um 16,1 Prozent hoch.

Ansonsten warten die Anleger darauf, ob nach der Vortagskorrektur im Technologiesektor Micron die KI-Rally nach US-Börsenschluss neu beleben kann. Die Experten von Index-Radar erwarten einen "nächsten Lackmustest" mit breiter Signalwirkung. Die Anleger blieben daher vorerst entsprechend vorsichtig bei deutschen Chipwerten. Infineon DE0006231004 verloren weitere 1,2 Prozent.

Die Gewinner im Dax wurden vom knapp 6 Prozent höheren MTU DE000A0D9PT0-Papier angeführt, das seine Erholungsrally fortsetzte. JPMorgan-Analyst David Perry sieht für den Triebwerksbauer zunehmend positive Aussichten, unter anderem dank der wieder rückläufigen Treibstoffkosten in der Flugbranche.

Im MDax erholte sich die PumaDE0006969603-Aktie mit plus 2,0 Prozent teilweise von ihrem Kursrutsch am Vortag. Ein Analysten-Briefing zum nächsten Quartalsbericht galt als Auslöser.

United Internet DE0005089031 und deren Tochter 1&1 DE0005545503 profitierten von Hochstufungen auf "Outperform" durch die Bank Barclays. Analyst Ganesha Nagesha sieht nicht nur eine schrittweise Besserung der fundamentalen Lage, sondern auch Konsolidierungsfantasie.

Im SDax belastete eine Kapitalerhöhung von Init Innovation DE0005759807 den Kurs der Aktie des Digitalisierungs-Spezialisten für Busse und Bahnen mit 4,4 Prozent. Berenberg-Analyst Robert-Jan van der Horst senkte wegen des Verwässerungseffekts prompt sein Kursziel, bekräftigte aber zugleich sein positives Anlageurteil./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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