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"Ausreißer bei Mittelstandsanleihen" Anleihen 03.07.2026, 14:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nachlassende Zinssorgen verschieben die Erwartungen höherer EZB-Zinsen nach hinten. Im Handel sorgen einzelne Unternehmensmeldungen für Bewegung: eine Anleihe von Pandion bricht ein, Mutares profitiert von der BaFin-Entlastung und ein BayWa-Bond ist vorübergehend gefragt.

3. Juli 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). An den Anleihemärkten zeigte sich in den vergangenen Tagen zunächst das Spiegelbild der Vorwoche. Die zuvor kräftig gesunkenen Renditen stiegen deutlich an. Zehnjährige Bundesanleihen werfen am Freitagmittag 2,93 Prozent ab, nach 2,84 Prozent vor einer Woche. In der Spitze wurden sogar gut 2,97 Prozent erreicht, bevor Inflationszahlen aus dem Euroraum und Arbeitsmarktdaten aus den USA am Donnerstag für einen Rücksetzer sorgten.

"Der Handlungsdruck in Richtung einer geldpolitischen Straffung hat vorerst nachgelassen", analysiert Elmar Völker von der LBBW die neuen Daten. Eine baldige Erhöhung der EZB-Leitzinsen sei durch die nachlassende Teuerung unwahrscheinlicher geworden. Das Institut senkt auch deshalb seine Drei-Monats-Prognose für die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von 3,20 Prozent auf 3,00 Prozent und auf Sicht von zwölf Monaten von 3,35 Prozent auf 3,20 Prozent. Laut Ulrich Wortberg von der Helaba wird der nächste Erhöhungsschritt der EZB erst für das Frühjahr 2027 vollständig eingepreist. "Darüber hinaus wird kaum noch auf höhere Zinsen gewettet", erklärt der Kapitalmarktexperte.

US-Anleihen nach Dollar-Rückgang gesucht

Die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen belasten den US-Dollar. Die günstigere US-Währung könnte einige Anlegerinnen und Anleger zum Kauf von US-Staatsanleihen motiviert haben, wie Arthur Brunner von der ICF Bank vermutet. Der Händler meldet mehrere Käufe eines 30-jährigen US-Bonds, der ohne Berücksichtigung der Wechselkursentwicklung eine Rendite von 5,07 Prozent bietet (US912810RH32).

Im Segment der Mittelstandsanleihen sieht Brunner "einige Ausreißer in beide Richtungen". Die bis zum Jahr 2028 laufende Anleihe der PANDION AG (DE000A289YC5) brach nach enttäuschenden Geschäftszahlen auf 40 Prozent ein und notiert aktuell bei 44 Prozent. Auf diesem Niveau sieht Brunner nun wieder "Interesse von beiden Seiten". Gute Nachrichten beflügeln einen Bond der Mutares SE & Co. KGaA (NO0012530965), der laut dem Händler trotz einer teilweisen Rückführung zu 101 Prozent "immer noch eine sehr gute Rendite abwirft". Das Papier wird nachgefragt, nachdem die BaFin die Prüfung des Jahresabschlusses 2023 abgeschlossen und den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht nicht beanstandet hat. "Die Prüfung lag vorher wie eine dunkle Wolke über Mutares."

BayWa-Bond mit kurzem Freudensprung

Aufatmen kann auch Deutschlands größter Agrarhändler BayWa, nachdem sich Banken und Hauptaktionäre grundsätzlich auf ein angepasstes Sanierungskonzept verständigt haben. Die BayWa-Anleihe (DE000A351PD9) kletterte daraufhin kurzzeitig von 21 Prozent auf 35 Prozent, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet. Im Wochenverlauf kam der Kurs aber wieder deutlich zurück. Gesucht war laut Daniel zudem eine Anleihe der Homann Holzwerkstoffe GmbH (NO0013536169), die in sieben Jahren fällig wird und mit 7,4 Prozent rentiert.

Von Thomas Koch, 3. Juli 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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