Drohnenschläge

Russland räumt Rückgang bei Ölförderung ein 04.06.2026, 14:51 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie hat Moskaus Regierung einen Rückgang der vereinbarten Ölfördermengen eingeräumt. "Jetzt ist die Förderung tatsächlich etwas niedriger als zu Beginn des Jahres", sagte der russische Vizeregierungschef Alexander Nowak beim St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF). "Das rührt daher, dass bei uns einige Ölförderbetriebe unplanmäßige Reparaturen durchlaufen", erklärte er. Den Grund für diese Reparaturen nannte er aber nicht.

Die Ukraine fügt der Energiegroßmacht immer wieder folgenreiche Schläge mit Drohnen zu. Ziel Kiews ist es, Moskaus Einnahmen aus dem Ölexport zu dezimieren und damit wiederum der Finanzierung der russischen Kriegswirtschaft zu schaden. Die russische Führung spielt das Ausmaß der Schäden nach Einschätzung von Experten herunter. Gleichwohl profitiert Moskau aktuell auch von den hohen Ölpreisen.

Russland will vereinbarte Fördermenge bis Jahresende erreichen

Nowak sagte, dass die intakte Infrastruktur derzeit maximal ausgelastet werde. Die Firmen seien dabei, ihre Produktion auf das frühere Niveau zu bringen. Nach Darstellung des Vizeregierungschefs will Russland bis Jahresende auch seine im Rahmen der Opec+-Staaten vereinbarten Fördermengen in vollem Umfang erreichen. Im April lag die geförderte Tagesmenge in Russland bei rund neun Millionen Barrel pro Tag. Das waren 107.000 Barrel pro Tag weniger als im März und 580.000 Barrel pro Tag weniger als die Quote vorsieht.

Zu der von vielen Russen beklagten Erhöhung der Kraftstoffpreise meinte Nowak, dass die Lage auf dem Markt unter Kontrolle sei. An den meisten Tankstellen liege der Preis im Bereich der Inflation, sagte Nowak. Dagegen führten russische Medien auf, wo das überall nicht der Fall ist und die Preissprünge bei über zehn Prozent liegen. In Russland kostet der Liter Benzin weniger als ein Euro.

Kreml hofft auf Rückkehr westlicher Unternehmer

Das Wirtschaftsforum in St. Petersburg, bei dem Kremlchef Wladimir Putin Gastgeber ist, läuft noch bis Samstag. Anwesend sind auch einige westliche Unternehmer sowie unter anderem Politiker der AfD, denen das Auswärtige Amt allerdings von der Reise abgeraten hatte. Die deutsch-russische Auslandshandelskammer richtet erstmals wieder selbst eine Veranstaltung aus.

Russland nutzt das Wirtschaftsforum, um sich der Welt zu präsentieren und will dabei trotz eines Wachstumseinbruchs seine ökonomische Kraft nach mehr als vier Jahren seines Angriffskriegs gegen die Ukraine und westlichen Sanktionen nach außen demonstrieren. Putins stellvertretender Leiter des Präsidentenamtes, Dmitri Oreschkin, sagte in St. Petersburg, dass sich Russlands Wirtschaft auf eigene Stärken besinnen müsse und lieber nicht darauf rechnen sollte, dass die westlichen Sanktionen einmal wieder aufgehoben werden könnten.

Kammer registriert weniger Interesse

Die deutsch-russische Auslandshandelskammer, die selbst einen Business-Dialog mit Unternehmern aus beiden Ländern beim Forum organisiert, geht in einer Analyse davon aus, dass das Interesse an der Veranstaltung abnimmt. In diesem Jahr seien über 400 Podiumsteilnehmer weniger dabei als im vergangenen, errechnete die Kammer.

"Die Zahl an hochkarätigen SPIEF-Gäste hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich abgenommen", hieß es weiter. Angemeldet haben sich nach Kremlangaben etwa 20.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern. Gastland ist diesmal Saudi-Arabien.

An diesem Donnerstag trifft Putin auch Vertreter internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur, zu einer Fragerunde. Am Freitag tritt Putin bei dem Forum mit einer Rede auf - und stellt sich auf einem Podium Fragen, die sich traditionell auch um seinen Krieg gegen die Ukraine drehen. Den Beginn des Forums überschattete am Mittwoch ein ukrainischer Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie. Auch für die Forumsgäste war die Rauchschwaden am blauen Himmel unübersehbar.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer